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1600 Polizisten und kaum Menschen auf Dresdens Straßen – Nur am Theaterplatz hatten Beamte zu tun

1600 Polizisten und kaum Menschen auf Dresdens Straßen – Nur am Theaterplatz hatten Beamte zu tun

Die 13. Pegida-Veranstaltung hat nicht stattgefunden. Nachdem die Polizei alle für Montag geplanten Demonstrationen und Versammlungen unter freiem Himmel verboten hatte, ist sie ersatzlos ausgefallen.

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Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden hat durchgeatmet. Fast alle haben sich an das Versammlungsverbot gehalten, die Pegida-Anhänger und -Gegner. Nur vereinzelt trafen sie in der Stadt aufeinander, dann allerdings in sehr kleinen Gruppen und ohne, dass dies zu Problemen führte. Die Dresdner Plätze waren weitgehend menschleer, die Polizeipräsenz dafür allgegenwärtig.

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Polizeiaufgebot nach Demoverbot am 19. Januar

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Nach einer Warnung vor möglichen Anschlägen hatte Pegida die geplante Kundgebung am Sonntag selbst abgesagt und die eigenen Anhänger aufgerufen, am Montag nicht in die Stadt zu kommen. Kurz danach verbot die Polizei dann sämtliche geplante Versammlungen unter freiem Himmel am Montag. Ein Pegida-Gegner hatte noch versucht, das Demo-Verbot per Eilantrag zu kippen, das Verwaltungsgericht Dresden wies den Antrag am Abend jedoch ab.

Nur auf dem Theaterplatz hatte die Polizei am Abend kurze Zeit viel zu tun. Denn bis zu 300 Menschen kamen gegen 18.30 Uhr auf den Platz: Pegida-Anhänger, die die Absage durch die Organisatoren und die Festlegung der Polizei nicht akzeptieren wollten. Schaulustige, die sehen wollten, was passiert. Und Journalisten, die vor allem mit Pegida-Anhängern sprechen wollten. Der Abend verlief friedlich, gegen 20.30 Uhr war der Theaterplatz fast gänzlich leer. „Die Einsatzkräfte sprachen die Personen an, wiesen sie auf die Allgemeinverfügung hin und erklärten die Situation. Die Angesprochenen kamen den Weisungen der Beamten teilweise zögerlich, letztlich aber doch nach“, teilte die Polizei mit.

„Das nehme ich nicht für voll“, sagte Joachim Richter aus Leipzig am Abend auf dem Theaterplatz zur „konkreten“ Anschlagsgefahr, von der die Polizei gesprochen hatte. „In Paris waren nach den Terroranschlägen auch viele auf der Straße, das war viel gefährlicher“, ist der Handwerker überzeugt, der extra aus Leipzig angereist war. Wie er standen viele Pegida-Anhänger und Polizisten beieinander und diskutierten über Pegida und das Versammlungsverbot.

Auf dem Sockel des Reiterdenkmals vor der Semperoper standen etwa 30 rote und weiße Windlichter. „Ich habe eine Trauerkerze für die Freiheit und eine für das Grundgesetz mitgebracht“, sagte ein Freitaler. Seinen Namen wollte er nicht nennen.

Dass das Versammlungsverbot auch für alle anderen Demos in Dresden galt, begründete Polizeisprecher Thomas Geithner mit der Möglichkeit, dass Täter auch aus einer Gegendemo heraus angreifen könnten. Die Einsatzstärke der Ordnungshüter entsprach dem eines inzwischen „normalen“ Demo-Montags in der Stadt. „Wir haben keine wieder nach Hause geschickt, die wir einmal angefordert hatten“, sagte Geithner.

„Ich bin erleichtert, dass das befürchtete Schreckensszenario nicht eingetreten ist“, teilte Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll am Dienstag mit. „Es entspricht meinem Verständnis von der Verantwortung als Polizeipräsident der Landeshauptstadt Dresden, den Schutz von Leib und Leben einer nicht bestimmbaren, aber anzunehmend sehr großen Anzahl von Menschen als vorrangig gegenüber anderen Schutzgütern einzuordnen. Deshalb habe ich in der konkreten Situation so entschieden. Eine Einschränkung der Versammlungsfreiheit für 24 Stunden war nicht das Ziel, sondern eine zwangsläufige und unausweichliche Wirkung.“

cs / sl / jv

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