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Zwinger wird wieder Orangerie: 81 Orangenbäumchen sind aus Italien eingetroffen

Zwinger wird wieder Orangerie: 81 Orangenbäumchen sind aus Italien eingetroffen

Seit 1998 träumt die Sächsische Schlösserverwaltung davon, in Dresdens Top-Sehenswürdigkeit, dem Zwinger, wieder wie zu Zeiten August des Starken Orangenbäumchen aufzustellen.

Jetzt wird dieser Traum tatsächlich Realität: 81 Bitterorangen - auch Pomeranzen genannt - aus Italien sind mit dem Schwertransport im Barockgarten Großsedlitz eingetroffen. Doch bis sie dann tatsächlich im Zwinger aufgestellt werden, gehen noch zwei Jahre ins Land.

Warum das so ist, erklärt Roland Puppe, der bei der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) für die Gärten zuständig ist. "Zum einen sind die Kronen nicht so geformt, wie wir sie im Zwinger getreu dem historischen Vorbild präsentieren wollen." Die Großsedlitzer Gärtner, allesamt Fachleute auf dem Gebiet der Zitruspflanzenpflege, sind deshalb gegenwärtig dabei, die Kronen, die aktuell eine Höhe von bis zu zwei Metern haben - fachmännisch zurückzuschneiden. "Zum anderen müssen die Bäume aus den Plastekübeln, in denen sie angeliefert wurden, in Holzkübel umgetopft werden." Das soll vor dem kommenden Frühjahr geschehen. Und dann müssen die Pomeranzen erst mal ordentlich einwurzeln, damit sie am Ende auch sicher stehen.

2016 ist es aber so weit. "Ungeachtet des Fortschritts der Baumaßnahmen im Zwinger - die Bäume werden im Zwingerhof aufgestellt", weiß Roland Puppe. Man sei mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, der die Baumaßnahmen im Zwinger plant, im Gespräch, damit die Orangenbäumchen bei der künftigen Gestaltung des Zwingerhofes Berücksichtigung finden.

Die Planung sieht in Abstimmung mit der Denkmalpflege vor, zunächst 76 Orangenbäume in blau-weißen Kübeln im Zwingerhof auf den Rändern der Rasenflächen entlang der Gebäude zu positionieren. Die Differenz zu den in Tor San Lorenzo - südlich von Rom - für 10 200 Euro gekauften 81 Bäumchen dient als Reserve, sollten wider Erwarten Pflanzen eingehen. "Ursprünglich wollten wir in Italien 105 Pomeranzen kaufen, aber die Baumschule hatte nicht so viele in der gewünschten Stammlänge zwischen 1,60 und 1,80 Meter", erzählt Roland Puppe. Langfristiges Ziel ist, irgendwann die Zahl der Orangenbäumchen im Zwinger aufzustocken. Denn auf den Konsolsteinen an den Fenstern der Bogengalerie im Zwinger sollen ebenfalls wieder Orangenbäumchen stehen - allerdings kleinere Exemplare.

So viele Pomeranzen wie einst zu Zeiten August des Starken werden es jedoch nicht. "Einer historischen Zeichnung von 1775 kann man entnehmen, dass damals im Zwinger insgesamt 376 Orangenbäume aufgestellt waren", so Puppe, der sich mit der Geschichte intensiv auseinandergesetzt hat. "Allerdings gab es zur damaligen Zeit die Parterregestaltung mit den Rasenornamenten und den vier Springbrunnen noch nicht", erklärt der Fachmann.

Die neobarocke Innenhofgestaltung nach Hubert Georg Ermisch Anfang des 20. Jahrhunderts ist jedoch aus denkmalpflegerischer Sicht erhaltenswert. Mit der Aufstellung von Orangenbäumen soll "ein zweiter Zeithorizont sichtbar gemacht werden, der dem Zwinger seine einstige Identität wiedergibt", heißt es in der denkmalpflegerischen Rahmenzielstellung für den Zwingerinnenhof. Dass es den Dresdner Zwinger gibt, ist nämlich der Leidenschaft August des Starken für südländische Gewächse zuzuschreiben. Denn der sächsische Kurfürst ließ den Zwinger einst als Orangerie errichten. "Von 1710 bis 1728 waren die Orangenbäumchen auch tatsächlich im Sommer und im Winter im Zwinger untergebracht. Danach diente die Orangerie im Herzogingarten als Winterquartier. Der Zwingerhof wurde aber weiterhin als Orangerieparterre genutzt. Bis 1879 kamen dort die prächtigsten Exemplare zur Aufstellung. Ab 1880 wurden keine Orangenbäumchen mehr aufgestellt", blickt Roland Puppe in die Geschichte.

Seiner ursprünglichen Bestimmung als Orangerie soll der weltberühmte Zwinger künftig wieder gerecht werden. "Zunächst überwintern die Orangenbäumchen in Großsedlitz. Unser Ziel ist, dass die Bogengalerie L - der älteste Teil des Zwingers - künftig im Winter die Orangenbäumchen wieder beherbergt", so Roland Puppe.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.05.2014

Steinbach, Catrin

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