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Zurück in die Dresdner Heimat - Viele Abwanderer kommen wieder

Zurück in die Dresdner Heimat - Viele Abwanderer kommen wieder

Immer mehr Menschen, die Dresden einst verlassen haben, kehren wieder in die Landeshauptstadt zurück. Etwa acht Prozent aller Abwanderer sind zwischen 2006 und 2010 wieder in Dresden gelandet.

Tendenz steigend. Nur knapp sechs Prozent der abgewanderten Menschen hat es hingegen im Zeitraum davor - zwischen 2001 und 2005 - wieder nach Elbflorenz gezogen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Leibnitz-Instituts für Länderkunde (IFL) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Sachsen (IAB).

Der gemeinsamen Studie zufolge sind bis zu 250 Menschen aus den westdeutschen Bundesländern wieder nach Dresden zurückgekommen. Als mögliche Ursache führen die Autoren der Studie, die positive Entwicklung des ostdeutschen Arbeitsmarktes an sowie die Nähe zu Familie und Freunden. "Kehren die Ostdeutschen in ihre Heimat zurück, ist dies durchaus ein positives Signal für die Region", sagte Mirko Wesling, IAB-Mitautor der Studie. "Viele der Rückkehrer sind junge und gut ausgebildete Fachkräfte."

Doch nicht nur Dresden, auch die Landkreis Pirna und Meißen profitieren vom Trend der ostdeutschen Rückkehrer. Zehn Prozent der Abwanderer sind im gleichen Zeitraum in die Region Meißen zurückkehrt. Im Landkreis Pirna sieht es noch vielversprechender aus, hier liegt die Rückkehrerquote bei zwölf Prozent.

Nicht umsonst wirbt die sogenannte Rückholagentur "Sachse komm zurück" um gut ausgebildete Ex-Sachsen, die dem Bundesland - meist aus beruflicher Perspektivlosigkeit - den Rücken gekehrt haben. "Ostpakete schüren zwar das Heimweh, ohne berufliche Perspektive fehlt für Rückkehrwillige jedoch häufig der entscheidende Impuls", heißt es dort auf der Webseite. Nicht zuletzt wegen des Fachkräftmangels und des demographischen Wandels sind gut ausgebildete Dresdner, Sachsen und überhaupt Ostdeutsche begehrter denn je. "Rückwanderung ist für viele Regionen in Ostdeutschland zum Hoffnungsträger bei der Bewältigung demographischer Probleme geworden", schreiben die Autoren der Studie.

Es gibt aber noch ein interessantes Phänomen: Während die Menschen nach der politischen Wende in Scharen in die westlichen Bundesländer zogen, ist die Abwanderung jetzt gravierend gesunken. Haben in der Zeit zwischen 2000 und 2004 noch etwa 5000 Beschäftigte Dresden jährlich verlassen, sind es 2005 bis 2009 nur etwa 3000 Arbeitnehmer gewesen.

Diese Entwicklung belegen auch aktuelle Zahlen des Dresdner Ifo-Instituts. "Im Jahr 2011 - aktuellere Daten liegen derzeit nicht vor - belief sich der Bevölkerungsverlust der ostdeutschen Flächenländer auf rund 8 800 Personen. Zehn Jahre zuvor wanderten hingegen per saldo noch rund 70 800 Personen aus Ostdeutschland ab", schreibt Professor Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der ifo Niederlassung Dresden, in seinem aktuellen Aufsatz. Trotz dieser Entwicklung sei jedoch "eine Trendwende hin zu einer Stabilisierung der Bevölkerungszahlen noch längst nicht geschafft". "Die Attraktivität der neuen Länder scheint insbesondere für wanderungswillige Personen aus Westdeutschland noch immer recht gering zu sein", mutmaßt Ragwitz. "Sofern sie nicht zu Ausbildungszwecken in die ostdeutschen Bundesländer umziehen." Attraktive Studienbedingungen und Exzellenz-Unis ziehen also Westdeutsche an. Der Arbeitsmarkt im Osten hingegen wird von vielen noch immer nicht als besonders attraktiv empfunden.

Doch gerade dieser spielt für die abgewanderten Ostdeutschen die entscheidende Rolle, eine neue Arbeit in der Heimat wird als Grundvoraussetzung für eine Rückkehr genannt. Diese erweist sich jedoch oft als problematisch. Viele Menschen finden nur mit viel Aufwand und Geduld eine Stelle im Osten. "Trotz verbesserter Lage scheint der ostdeutsche Arbeitsmarkt Rückkehrer auch gegenwärtig in besonderer Weise 'herauszufordern'. Weiterhin wird der Arbeitsmarkt in Ostdeutschland als größtes Problem wahrgenommen wird", schreiben die Autoren von IFL und IAB.

Die Studie stützt sich auf die sogenannte Beschäftigtenhistorik des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das Zahlenwerk verknüpft Erwerbsbiografien mit Daten zum Wohnort und ermöglicht erstmals eine flächendeckende Analyse von Rückwanderungsströmen nach Landkreisen und Städten.

iAusführliche Daten zur Bevölkerung in Dresden - mit Zuzügen, Fortzügen und Umzügen innerhalb der Stadt - enthält die 63-seitige Broschüre "Bevölkerungsbewegung 2012". Die Broschüre kann unter www.dresden.de/statistik - Statistische Veröffentlichungen kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden. Als Heft ist sie für zehn Euro in der Kommunalen Statistikstelle (Ferdinandplatz 1, Tel. 4 88 11 0) erhältlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.01.2014

Katrin Tominski

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