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Zukunft des Nanozentrums in Dresden bleibt ungewiss

Wirtschaft Zukunft des Nanozentrums in Dresden bleibt ungewiss

Die Zukunft des Dresdner Nanozentrums ist weiter ungewiss. Die Stadt will es mit Millionenaufwand retten. Dafür fehlt aber bislang die Zustimmung der Stadträte. Der Verkauf zweier unsanierter Häuser wäre ein Befreiungsschlag.

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Zwei Häuser des Nanozentrums sind weitgehend saniert.

Quelle: DNN

Dresden. Die Zukunft des Dresdner Nanozentrums ist weiter ungewiss. Die Stadt will das in finanzielle Schieflage geratene Gründerzentrum für Unternehmen der Nano- und Mikroelektronikbranche mit Millionenaufwand retten. Für die Pläne zur Durchfinanzierung fehlt der Verwaltung bislang die Zustimmung der Stadträte. Der seit langem angestrebte Verkauf von zwei Häusern des Zentrums wäre ein Befreiungsschlag. Nach eigenen Angaben verhandelt die Stadt mit einem Kaufinteressenten. Der Freistaat hat nach DNN-Informationen schon Ende vergangenen Jahres abgewunken.

Das Nanozentrum wurde 2007 ganz maßgeblich auf Betreiben des damaligen Wirtschaftsbürgermeisters Dirk Hilbert aus der Taufe gehoben, kam aber aufgrund von Problemen bei der Fördermittelbeantragung und offensichtlichen Missmanagements nie recht auf die Beine. Mehr als 90 Prozent der Gesellschaftsanteile hält die Stadt. Das Projekt wurde insgesamt auf rund 13 Millionen Euro veranschlagt, dafür nahm das Zentrum Kredite auf und erhielt 7,4 Millionen Euro Fördergelder des Freistaats. Damals sei der finanzielle Aufwand der Stadt von 1,5 Millionen Euro als einmaliger Betrag dargestellt worden, sagen Kritiker heute. Inzwischen habe die Stadt viel mehr hineingesteckt, einschließlich mehrerer Rettungszuschüsse 2014 und 2015 von insgesamt rund 1,4 Millionen Euro.

Doch noch immer gibt es unsanierte Flächen, die nicht vermietbar sind. Der Erwerb von vier Häusern auf der Maria-Reiche-Straße erwies sich zudem als völlig überdimensioniert. Die Gebäude mit der Hausnummer 5 und 7 sollen wieder abgestoßen werden. 2,9 Millionen Euro wollte Hilbert dafür schon bei der Fraunhofer-Gesellschaft erlösen. Die hat jedoch abgewunken. Das hat Ende vergangenen Jahres wohl auch der Freistaat getan. „Die Landeshauptstadt hat zum Ankauf der Gebäude im Finanzministerium angefragt. Aktuell bestehen jedoch mangels staatlicher Bedarfe keine Kaufabsichten“, stellte Stephan Gößl, Sprecher von Finanzminister Georg Unland (CDU) auf DNN-Anfrage fest.

Die Stadt hatte die Häuser 5 und 7 im vergangenen Jahr auf der Messe ExpoReal angeboten. „Im Nachgang folgende Gebote wurden sondiert. Derzeit laufen Verkaufsverhandlungen mit einem Kaufinteressenten“, erklärte Diana Petters aus der Pressestelle der Stadt auf DNN-Anfrage.

Mit einer Vorlage für die Stadtratsgremien will sich die Stadt weitere Millionen für die Durchfinanzierung des Zentrums absegnen lassen. Im Finanzausschuss und im Wirtschaftsförderungsausschuss fiel die Vorlage von Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann durch, schon in der Dienstberatung beim Oberbürgermeister sollen sich die Bürgermeister Peter Lames (SPD) und Rouol Schmidt-Lamontain (Grüne) dagegen ausgesprochen haben.

4,8 Millionen will die Stadt nochmals investieren. 2,4 Millionen sollen davon aus Fördermitteln des Landes kommen. Außerdem will die Stadt Gelder in Kapitaleinlagen umwandeln, die als Darlehen gedacht waren – ein weiterer Millionenverzicht. Laut Torsten Schulze (Grüne) bleiben für die Stadträte der rot-grün-roten Mehrheit noch viel zu viele Fragen offen, um der Vorlage zustimmen zu können.

Der Freistaat prüft nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium derzeit den weiteren Fördermittelbedarf der Stadt. Immerhin: Im Rahmen der Prüfung des Zwischenverwendungsnachweises für die bisher ausgezahlten Fördergelder „sind keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Der Endverwendungsnachweis liegt noch nicht vor.“

Kommt das Zentrum finanziell nicht auf die Beine, könnte das fatale Folgen haben. Im Fall einer Insolvenz, die laut Vorjohann spätestens 2017 drohe, müsste die Stadt für die Kredite gerade stehen und die gewährten Darlehen und Kapitaleinlagen wären auch weg. Und: Laut Wirtschaftsministerium hat sich die Stadt mit der Annahme der Fördermittel verpflichtet, die geförderte Infrastruktur für 25 Jahre sicherzustellen – „anderenfalls sind die Fördermittel zurückzufordern“.

Von Ingolf Pleil

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