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Zu viel Glas verbaut: Treibhaus-Hitze in Uni-Kinderklinik Dresden

Zu viel Glas verbaut: Treibhaus-Hitze in Uni-Kinderklinik Dresden

Es ist heiß. Unerträglich heiß. Die Luft ist stickig, die Fenster lassen sich nicht öffnen. Bedingungen, unter denen sich schon gesunde Kinder nicht wohlfühlen würden.

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Viel Glas, keine Kühlung: An warmen Tagen herrscht in der Kinder- und Frauenklinik des Uniklinikums Treibhaus-Atmosphäre.

Quelle: Carola Fritzsche

Bei den hochsommerlichen Temperaturen leiden aber kranke Kinder besonders - im Gebäude der Kinder- und Frauenklinik des Universitätsklinikums an der Pfotenhauerstraße. In dem zehn Jahre alten Bau mit seinen großflächigen Glasfronten fehlt eine Klimaanlage. Die Folge: Hohe Temperaturen in den Patientenzimmern, in denen sich die Kleinen von Operationen und Krankheiten erholen sollen. Bei Personal und Patienten fließt der Schweiß in Strömen, Besucher können nur mit dem Kopf schütteln: Wer hat so etwas geplant?

Grundsätzlich würden Krankenhauszimmer nach dem sächsischen Baurecht nicht klimatisiert, eine solche Ausstattung ist nicht förderfähig, erklärt Wilfried Winzer, kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums, auf DNN-Anfrage. Der Bauherr, der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), hat demnach nichts falsch gemacht. Die verantwortlichen Architekten dagegen schon. Ein Verfahren wegen Planungsfehlern, angestrebt vom Freistaat, läuft. Bemängelt wird unter anderem, dass das Gebäude zu viele Glasfronten aufweist und sich deshalb an warmen Tagen wie ein Treibhaus aufheizt.

"Das Verfahren ist seit Jahren anhängig, eine Entscheidung nicht in Sicht. Seit Inbetriebnahme des Hauses 21 vor mehr als zehn Jahren besteht das Wärmeproblem", so Winzer. Das sei zwar nicht gefährlich, für Patienten und Personal aber sehr unangenehm. Schließlich könne man auf einer Kinderstation im Sinne der Sicherheit der kleinen Patienten nicht einfach die Fenster öffnen. Auch mobile Klimaanlagen sind nach Aussage des kaufmännischen Vorstands keine Lösung: "Die bewirken nichts, sondern sind wahre Keimschleudern."

Um des Problems Herr zu werden, springt jetzt der Freistaat in die Bresche. Noch ohne den Ausgang des Gerichtsverfahrens gegen die Architekten zu kennen, geht er in Vorleistung und hat 3,5 Millionen Euro in den Doppelhaushalt 2015/2016 eingestellt. Mit diesen Mitteln sollen zwei Kältemaschinen künftig für angenehmere Temperaturen in der Kinder- und Frauenklinik sorgen. Die sollen sich sowohl auf dem Dach als auch im Keller befinden und kalte Luft in das Gebäude beziehungsweise in die Zimmer transportieren.

Doch "das ist ein riesiges Projekt", fasst Winzer zusammen. Das Problem: Die vorhandenen Luftkanäle sind zu klein und müssen Stück für Stück umgestellt werden. Bei laufendem Betrieb seien diese großen Maßnahmen nicht zu stemmen. "Sobald das Geld vom Freistaat freigegeben ist, können wir damit beginnen, die einzelnen Stationen und Zimmer sukzessive umzurüsten. Wir hoffen, dass das im Winter der Fall ist. Unsere Planungen sind bereits abgeschlossen", so der kaufmännische Vorstand. Bis das Projekt vollumfänglich abgeschlossen ist, werden nach Rechnungen des Uniklinikums zwei bis drei Jahre ins Land gehen.

Bis es soweit ist, sind die Angestellten angewiesen, morgens und abends durchzulüften und so Luftzirkulation in das Haus 21 zu bringen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.07.2015

Christin Grödel

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