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Zoo Dresden: Giraffenbulle Diko bekommt Partnerin, Ulembo geht

Zoo Dresden: Giraffenbulle Diko bekommt Partnerin, Ulembo geht

Karl-Heinz Ukena: Da hat uns ja das Wetter ein bisschen ausgebremst. Wenn alles klappt, wollen wir die 400 000 Euro teure Anlage Anfang März eröffnen.

Frage : Wann wird das Gehege für die Erdmännchen fertig?

Karl-Heinz Ukena : Da hat uns ja das Wetter ein bisschen ausgebremst. Wenn alles klappt, wollen wir die 400 000 Euro teure Anlage Anfang März eröffnen. Das Tierhaus ist ja so weit fertig. Jetzt fehlen noch die Außenanlagen einschließlich der Besucherwege. Drei Erdmännchen-Männer aus dem Chemnitzer Tierpark leben bereits seit Mitte Dezember hinter den Kulissen. Übernächste Woche erwarten wir noch ein Erdmännchen-Weibchen aus dem Zoo Kronberg im Taunus und ein Klippschliefer-Pärchen aus Frankfurt. Bei den Klippschliefern handelt es sich um kaninchengroße Wesen, die ein bisschen wie Murmeltiere aussehen.

Nach dem Tod von Giraffe Abidemi gibt es mit der Westafrikanischen Giraffe Diko und Netzgiraffe Ulembo noch zwei Langhälse auf der Anlage. Bleiben beide in Dresden?

Nein. Wir werden voraussichtlich Ulembo abgeben und für den Franzosen Diko im Mai eine passende Partnerin finden. Der Umgänglichere von beiden Giraffenbullen ist eigentlich Ulembo, aber wir wissen nicht, ob er zeugungsfähig ist.

Abgesehen von der Anlage für die Erdmännchen: Was wird außerdem in diesem Jahr gebaut?

Die Pandabären bekommen ein neues Gehege am Prof. Brandes-Haus, das doppelt so groß ist wie das alte und 50 000 Euro kostet. Dafür sammelt der Zoofreunde-Verein Spenden. Und dann müssen wir dem Stadtrat deutlich machen, dass es irgendwann auch weitergehen muss im Zoo. Wir brauchen eine Perspektive.

Woran denken Sie da, an das alte Afrikahaus, das schon bessere Tage gesehen hat?

Ja, das Elefantenhaus muss auf jeden Fall saniert werden. Aber auch im Orang-Utan-Haus sind die Haltungsbedingungen alles andere als optimal. Dritte offene Baustelle ist das Pinguincafé im Ostteil des Zoos.

Was genau muss denn am Elefantenhaus gemacht werden?

Wir müssen umstellen auf den geschützten Kontakt zu den Elefanten. Das ist nach dem Unfall mit dem Elefantenjungen Thabo das allerwichtigste und kostet richtig viel Geld. In diesem Jahr haben wir 1,7 Millionen Euro, die wir für das Afrikahaus einsetzen könnten. Dass das nicht reichen wird, wissen wir schon. Aber auch das Haus selbst ist in die Jahre gekommen. Wir werden die Nordfassade zur Gaststätte ,Lindenoase' hin auswechseln müssen.

Hinzu kommt, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium gerade ein neues Säugetiergutachten ausarbeitet. Dann dürften die Haltungsbedingungen deutlich verschärft werden. Die Diskussion läuft gerade. Das bedeutet, dass unsere Elefantenanlage in ihren jetzigen Ausmaßen zu klein sein wird.

Heißt das, dass der Dresdner Zoo seine drei Elefantendamen Mogli, Drumbo und Sawu abgeben muss?

Nein, es gibt für jeden Zoo einen Bestandsschutz. Aber wenn wir einen neuen Elefanten nach Dresden holen wollten, müssten wir die dann vorgeschriebenen Haltungsbedingungen vorweisen können. Das ist im Übrigen auch vernünftig.

Wollen Sie denn einen neuen Elefanten holen, nachdem Thabo im Sommer 2011 nach Pittsburgh abgegeben wurde?

Ja klar. Unser Plan ist, zeitweise einen Bullen halten zu können, um unseren Elefantinnen zu Nachwuchs zu verhelfen. Das macht ja auch artgerechte Elefantenhaltung aus.

Kommen denn die Koalas in diesem Jahr?

Davon gehe ich aus. Mit Dimitri Widmer haben wir schon mal den richtigen Tierarzt für diese Geschöpfe. Er kommt aus dem Duisburger Zoo und hat dort auch die Koalas verarztet. Am Montag hat er seinen Dienst hier in Dresden angetreten, weil unsere Tierärztin Eva Ziemssen im Sommer ihr erstes Kind erwartet. In Duisburg gibt es jetzt fünf junge Koalabären und wir hoffen sehr, dass wir in diesem Jahr zwei davon abbekommen. Optimal sind zwei Männchen und ein Weibchen. Wir wären aber zunächst auch mit einem Pärchen zufrieden.

Welche spektakulären Geburten gab es im zurückliegenden Jahr im Zoo?

Uns ist es erstmals geglückt, Hyazinth-Aras nachzuziehen. Das war schon eine kleine Sensation. Und zum deutschlandweit ersten Mal sind in Dresden Borneo-Flussschildkröten geboren worden. Schön ist natürlich auch, dass Löwin Layla Nachwuchs bekommen hat, zumal wir damit nicht wirklich gerechnet hatten. Das Zwillingspärchen entwickelt sich prächtig und verspeist am liebsten Hasen.

Wird es weitere Löwenbabys geben?

Nein. Wir werden Jago kastrieren müssen, sobald seine Tochter geschlechtsreif wird. Das dürfte in etwa anderthalb Jahren sein. Den Löwenjungen werden wir über kurz oder lang abgeben. Wir wollen Jago, seine Partnerin Layla und das junge Weibchen in der Schauanlage zeigen.

Welche Tiere hat der Zoo verloren?

Die alte Löwin Sarah mussten wir einschläfern. Und Joe, der letzte Rhesusaffe, lebt jetzt auf einem Gnadenhof in Hessen.

Und die Pinguine gibt es auch nicht mehr...

Genau. Zunächst wollen wir die Anlage im Frühjahr desinfizieren, sanieren und dann im Sommer eine neue Pinguingruppe zeigen. Das ist der Plan. Es werden wieder Humboldtpinguine sein. Für denkbar halte ich drei Männchen und drei Weibchen.

Wieviele Besucher haben sich denn an der Tiergartenstraße umgeschaut?

740 000. Das sind 60 000 Gäste weniger als im Jahr zuvor. Aber da haben wir ja auch den 150. Zoo-Geburtstag gefeiert.

Gespräch: Katrin Richter

Die Erdmännchen können ihre nagelneue Anlage mit Sicherheit im März in Beschlag nehmen, die Pandabären verlassen voraussichtlich im Mai ihr altes Gehege am Rosarium in Richtung Prof. Brandes-Haus, der französische Giraffenbulle Diko soll gleichfalls im Wonnemonat Mai eine Partnerin bekommen. Und im Sommer könnten neue Humboldtpinguine die Anlage im Ostteil des Zoos bevölkern. DNN sprachen mit Zoo-Geschäftsführer Karl-Heinz Ukena über all die Vorhaben, baten ihn um Bilanz und Ausblick.

Neuer Tierarzt im Zoo

Dimitri Widmer aus Duisburg hat schon Koalas verarztet

Dimitri Widmer, der neue Tierarzt, hat am Montag seinen Dienst an der Tiergartenstraße angetreten. Er vertritt in den kommenden beiden Jahren Eva Ziemssen, die im Sommer ihr erstes Kind erwartet.

Der 31-Jährige kennt sich mit Koalas bestens aus, denn er hat nach dem Studium der Tiermedizin im Duisburger Zoo gearbeitet. Und eben dort leben die begehrten Koalas, auf die man in Dresden schon so lange hofft. Widmer zufolge gibt es gegenwärtig neun Koalas in Duisburg. Meist sind es Routine-Untersuchungen gewesen, die er bei den in Australien beheimateten Geschöpfen vorgenommen hat. "Ich habe zum Beispiel Blut entnommen, Zähne und Krallen kontrolliert, Röntgenaufnahmen gemacht", berichtet Widmer. Bei den Koalas handle es sich um sehr spezielle, überaus empfindliche Wesen. Chirurgische Eingriffe seien nicht zu empfehlen.

Pandas bekommen größeres Gehege

Die vier possierlichen Geschöpfe beziehen im Frühjahr Anlage am Prof. Brandes-Haus

Pandabär Manchu, seine Partnerin Lobke und ihre im Juni vergangenen Jahres geborenen Zwillinge Loma und Malo bekommen bis Mai ein neues, etwa doppelt so großes Gehege am Prof. Brandes-Haus. Nach Informationen von Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena kostet die Anlage 50 000 Euro und soll komplett über den Zoofreunde-Verein, also mittels Spenden finanziert werden. Der Baubeginn ist nach dem Winter vorgesehen.

Die alte Anlage aus den 1990er Jahren hinterm Rosarium maß nur etwa 70 Quadratmeter und bot den Pandabären deshalb hin und wieder die Möglichkeit auszubüchsen. "Sie haben sich zum Beispiel vom Baum fallen lassen und dann geschaut, ob sie im oder schon außerhalb des Geheges gelandet sind", berichtet Ukena. Erst im Mai vergangenen Jahres war Manchu nachts aus seinem Gehege ausgerissen. Pfleger hatten ihn am nächsten Morgen auf einem 80 Meter entfernten Baum entdeckt. Feuerwehrleute spritzten den Ausreißer mit einem Wasserstrahl aus dem Geäst, nachdem ein Einsatz mit Drehleiter und Käscher ohne Erfolg geblieben war. Dabei stürzte Manchu zehn Meter in die Tiefe, zog sich aber keine Verletzungen zu.

Problematisch für die Pandas ist Ukena zufolge, dass sie es auf ihrer alten Anlage von allen Seiten laut haben - vom Rosarium her und auch vom Weg davor aus. "Am Prof. Brandes-Haus haben wir noch zwei große Grünflächen, eine davon bekommen die vier Pandabären", erklärt der Zoo-Chef. Die Anlage misst etwa 200 Quadratmeter und wird über einen Bambuswald und Nadelgehölze verfügen, die den Pandas als Klettermöglichkeiten dienen, und eine etwas größere Hütte für die Tiere.

Das alte Gehege hinterm Rosarium werden zwei Baumstachler beziehen - Nagetiere, die in ihrer Gestalt Stachelschweinen ähneln. Ein Männchen lebt bereits hinter den Kulissen im Zoo und soll eine Partnerin bekommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.01.2013

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