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Zerfallserscheinungen bremsen Investor am Hotel Stadt Leipzig in Dresden aus

Zerfallserscheinungen bremsen Investor am Hotel Stadt Leipzig in Dresden aus

In die Baustelle des ehemaligen Hotel Stadt Leipzig an der Rähnitzgasse/Ecke Heinrichstraße kommt langsam wieder Bewegung. Lange hatte sich hier nichts getan, seit im vergangenen Juni im Ortsbeirat Neustadt Pläne zur Revitalisierung des altehrwürdigen Hauses vorgestellt worden waren.

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Sicherungsmaßnahmen statt Sanierung an der Heinrichstraße. Ein Teil der Dachkonstruktion (re.) musste wegen Einsturzgefahr abgerissen werden.

Quelle: Carola Fritzsche

Die Hotel Stadt Leipzig Objektgesellschaft, eine Ausgründung des Luxussanierers Griffin Real Estate mit Sitz in Polen, möchte 34 hochwertige Wohn- sowie Geschäftseinheiten errichten, wo sich seit über 30 Jahren ein städtebauliches Drama abspielt.

Wie ernst die Lage nach Jahrzehnten des Leerstandes für den 1837 errichteten Gebäudekomplex tatsächlich ist, wurde erst im Oktober letzten Jahres offenbar. "Das Bauaufsichtsamt hatte akute Einsturzgefahr festgestellt und schnelle Sicherungsmaßnahmen angeordnet", erläutert Matthias Flörke-Kempe vom Stadtplanungsamt. Ursprünglich hätte in diesem Frühjahr mit der Sanierung begonnen werden sollen, doch der schlechte bauliche Zustand machte dem einen Strich durch die Rechnung: "Die Gebäudeflügel an der Heinrichstraße waren so marode, dass das Dach und Teile der Gesimse zurückgebaut werden mussten." Planen schützen den Innenraum seither vor weiteren Witterungseinflüssen.

Die Veränderungen an der Gebäudesubstanz stellen wiederum den Investor vor eine völlig neue Situation, die zeitaufwendige Umplanungen erforderlich macht. "Derzeit stimmt das Landesamt für Denkmalpflege mit dem Bauherren die neu aufgetretenen denkmalpflegerischen Fragen ab", so Flörke-Kempe. Dabei liege der Hauptaugenmerk darauf, so viel wie möglich von der verbliebenen historischen Fassade zu erhalten und weitestgehend auf der ursprünglichen Planung aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit dem Investor hierzu laufe gut. Jene Fassadenteile, die aus Sicherheitsgründen zurückgebaut werden mussten, sollen nach historischem Vorbild wiedererstehen, auch die Treppenhäuser sollen künftig wieder ihren alten Charme versprühen.

Dass es lange nicht sichtbar voranging auf der Baustelle, warf Fragen auf. Gerüchte kursierten, der Bauherr sei in finanziellen Schwierigkeiten, könne das Projekt nicht zu Ende führen. Die schwierige Erreichbarkeit des Investors trug ihren Teil zur Mythenbildung bei. "Alles Unsinn", meldete sich jetzt Christian Friedl, Senior Director der Griffin Real Estate, gegenüber DNN zu Wort. "Wir sind liquide, haben immer alles aus Eigenmitteln finanziert." Die unvorhergesehenen baulichen Schwierigkeiten, die brodelnde Gerüchteküche, zuletzt auch noch ein Architektenwechsel - die Situation ist angespannt. Architektin Cathrin Seehars, die im vergangenen Juni noch die Entwürfe präsentiert hatte, wurde zwischenzeitlich durch das Büro Seidel Architekten in Pirna beerbt - nicht ganz geräuschlos, die Anwälte beider Parteien verhandeln noch immer zu Detailfragen in der Aufhebungsvereinbarung, wie Stephan Cramer, der Anwalt des Bauherrn, bestätigte.

Das neue Planungsbüro habe derweil moderate Anpassungen bei den Wohnungsgrundrissen sowie bei den Fensterlösungen auf der Hofseite zugunsten besserer Lichtverhältnisse vorgenommen, hieß es seitens Investor und Stadtplanungsamt. Friedl spricht von "modernstem Stand in Sachen Wohnungsbau". Sobald die Planungen abgeschlossen sind, sollen sie nochmals dem Stadtplanungsamt vorgelegt werden. "Da die Veränderungen offenbar minimal sind, ist nicht von einer erneuten Offenlegung auszugehen", soFlörke-Kempe. Bei der ersten Offenlegung im vergangenen Jahr hatte es keinerlei nennenswerte Einwände gegen das Projekt gegeben, und auch im Ortsbeirat Neustadt war es ausnahmslos auf Zustimmung gestoßen. Der Investor hofft nun, schon bald einen Bauantrag einreichen zu können, dem dann nach Aussage des Stadtplanungsamtes recht schnell eine Baugenehmigung folgen könnte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.03.2013

Jane Jannke

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