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Zeltstadt ist keine angemessene Unterkunft

93. DNN-Barometer Zeltstadt ist keine angemessene Unterkunft

Das Dresdner Boot ist voll. Dieser Ansicht ist fast die Hälfte der Menschen, die für die jüngste Ausgabe des DNN-Barometers befragt wurden. Sie glauben, dass in Dresden kein weiterer Platz für Flüchtlinge ist.

Quelle: Grafik: Eylert

Dresden. Das Dresdner Boot ist voll. Dieser Ansicht ist fast die Hälfte der Menschen, die für die jüngste Ausgabe des DNN-Barometers befragt wurden. Sie glauben, dass in Dresden kein weiterer Platz für Flüchtlinge ist. Das hat die Befragung von 512 repräsentativ ausgewählten Dresdnern ergeben. Ein weiteres Ergebnis: Eineinhalb Monate nach Inbetriebnahme der Asylbewerber-Zeltstadt an der Bremer Straße in der Friedrichstadt gibt es kaum einen Dresdner, der noch nicht von dieser Flüchtlingsunterkunft gehört hat. 97 Prozent der Befragten kannten das Ende Juli eingerichtete Lager, nur drei Prozent konnten damit nichts anfangen. 16 Prozent der Dresdner, die das Lager kannten, sind auch schon einmal dort gewesen. Alle anderen haben noch keinen Blick gewagt auf die umstrittene Einrichtung an der Bremer Straße, die das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz Ende Juli quasi über Nacht aus dem Boden gestampft haben.

Dass das provisorische Lager erhalten bleibt, ist längst beschlossene Sache. Schon zwei Wochen nach Inbetriebnahme der Zeltstadt berichteten die DNN exklusiv, dass auf der Fläche winterfeste Unterkünfte errichtet werden sollen. Damals war von Containern die Rede, inzwischen steht fest: Künftig werden  die Zelte durch Leichtbauhallen ersetzt. Zehn solche Hallen sind auf dem Platz geplant. Diese Verbesserung der Lebensbedingungen wünscht sich auch die Mehrheit der Dresdner. Fast zwei Drittel sind der Ansicht, dass die Unterbringung in einer Zeltstadt unangemessen ist (siehe linke Grafik). Ein Drittel der Befragten findet sie dagegen „eher angemessen“ und acht Prozent der Befragten konnten diese Frage nicht beantworten, so das Ergebnis des 93. DNN-Barometers vom Institut für Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität.

Die Ablehnung weiterer Asylbewerber war demnach bereits zur Umfragezeit vor reichlich drei Wochen größer als die Bereitschaft, weiteren Flüchtlingen eine neue Heimat zu bieten. Fast die Hälfte der Befragten war schon damals überzeugt, dass die Kapazitäten der Stadt ausgeschöpft oder schon überschritten sind. Dabei wurde allerdings nicht zwischen provisorischen Erstaufnahmeeinrichtungen und der Unterbringung von Asylbewerbern nach deren Registrierung und medizinischen Untersuchung in Einrichtungen der Stadt unterschieden. Dennoch: Immerhin 37 Prozent der Befragten waren überzeugt, dass in Dresden genug Platz ist für weitere Flüchtlinge. Damit lag die Zahl der Asylbefürworter deutlich höher als das Ergebnis jeder anderen Einzelfrage in diesem Komplex (siehe Grafik in der Mitte).

24 Prozent der Befragten glauben, dass mindestens zwei Drittel aller Asylbewerber tatsächlich Kriegsflüchtlinge oder politisch Verfolgte sind. Ein weiteres Fünftel ist der Überzeugung, dass wenigstens die knappe Hälfte aller Flüchtlinge eine Chance hat, in Deutschland als Asylbewerber anerkannt zu werden und 30 Prozent glauben, 30 bis 44 Prozent aller Anträge würden positiv beschieden. Zum Vergleich: Die so genannte Gesamtschutzquote, mit der das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den Prozentsatz der anerkannten Asylbewerber beschreibt, lag in diesem Jahr bis Ende August bei 38,7 Prozent.

Dem Vorschlag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Flüchtlingen künftig weniger Geld zu geben und dafür den Anteil der Sachleistungen zu erhöhen, können fast drei Viertel der Befragten folgen. Zwar ist dieser Vorschlag rechtlich umstritten, dennoch halten 72 Prozent der Dresdner dies für eine gute Lösung. 24 Prozent lehnen den Vorschlag von de Maizière dagegen ab, vier Prozent wollten sich nicht äußern.

Christoph Springer

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