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Zeitumstellung ist Unsinn aus Sicht der Medizin

Zeitumstellung ist Unsinn aus Sicht der Medizin

So manch einem bereitet schon der Gedanke daran, am Sonntagmorgen eine Stunde früher aufzustehen, Qualen. Denn viele kämpfen nach der Zeitumstellung offenbar mit dem Wohlbefinden.

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Dr. Axel Schlegel

Quelle: Susann Schädlich

Der Dresdner Allgemeinmediziner Dr. Axel Schlegel erklärt, warum die "geklaute Stunde" einigen dermaßen zusetzt.

DNN: Derzeit sind aus allen Ecken Beschwerden über die Zeitumstellung zu hören. Besonders viele klagen darüber, die eine Stunde weniger Schlaf würde sie völlig aus ihrem Lebensrhythmus bringen. Gibt es so etwas denn überhaupt?

Dr. Axel Schlegel: Dass der Mensch nach einer gewissen inneren Uhr funktioniert, stimmt tatsächlich. Unser Organismus hat sozusagen bestimmte Nacht- und Tageszeiten, an die er diejenigen Prozesse anpasst, die nötig sind, damit unser Körper funktioniert. In der Nacht fährt beispielsweise der Kreislauf herunter, die Atmung wird langsamer. Erst während der Tagesphase kommt all das wieder in Schwung.

Reicht denn eine Stunde schon aus, um diese innere Uhr aus dem Takt zu bringen?

Ja, schon. Im Prinzip löst die Zeitumstellung bei vielen eine Art "Mini-Jet-Lag" aus - vor allem, wenn die Zeit um eine Stunde vor gedreht wird. Steht man beispielsweise immer um 6 Uhr morgens auf, hat sich der Organismus darauf eingestellt. Nach der Zeitumstellung ist es für den Körper aber noch um 5 Uhr. Kreislauf, Atmung und andere Vitalfunktionen hinken eine Stunde hinterher. Die meisten fühlen sich schlapp und müde, einige klagen über Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Ein paar Tage später sollte man davon allerdings nichts mehr spüren.

Warum trifft diese Zeitumstellung einige mehr als andere, wenn doch die innere Uhr in jedem von uns gleichermaßen tickt?

Wer einen ganz starren Tagesablauf hat - also immer zur gleichen Zeit aufsteht, zu Bett geht und isst - der wird einen Eingriff in diesen Biorhythmus auch deutlicher spüren. Besonders Säuglinge, Kleinkinder und Rentner kämpfen deshalb stärker als andere mit der Umstellung. Verändert einer aber häufig seine täglichen Abläufe, dann hat sich sein Organismus auch an die häufigen Wechsel gewöhnt und kann eine Schwankung von einer Stunde demnach besser verkraften.

Gibt es Möglichkeiten, diesen unangenehmen Begleiterscheinungen vorzubeugen?

Wer zeitlich flexibel ist, kann versuchen, sich schrittweise an die Umstellung anzupassen. Einige Tage vor Umstellungstermin könnte man beispielsweise versuchen, je 15 Minuten früher ins Bett zu gehen, um sich so etwas schonender daran zu gewöhnen.

Ein paar Probleme beim Aufstehen und ein bisschen Kopfweh. So furchtbar schlimm klingt das jetzt alles nicht aus gesundheitlicher Sicht...

Wer gesund ist, wird mit der Zeitumstellung ohne große Probleme fertig, das steht außer Frage. Patienten, die aber sowieso schon an zu hohem Blutdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sollten vorsichtig sein. Gerät ihre innere Uhr aus dem Gleichgewicht, kann das zu extremen Bluthochdruck oder sogar Herzrhythmusstörungen führen. Sinn macht die Zeitumstellung aus medizinischer Sicht jedenfalls nicht.

Das Gespräch führte Susann Schädlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.03.2014

Susann Schädlich

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