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Zehntausende nutzen offene Denkmale für neue Einblicke

Zehntausende nutzen offene Denkmale für neue Einblicke

Bei manchen bröckelt's, viele sind schön saniert - landesweit etwa 870 Denkmäler haben gestern in ganz Sachsen zum "Tag des offenen Denkmals" eingeladen und mit dem Motto "Farbe" Zehntausende von Interessenten gelockt.

Bautzen/Dresden.

Schlösser, Kirchen, technische Denkmäler sollten zeigen, wie sich die Farbgebung in den verschiedenen Jahrhunderten und Baustilen verändert hat.

In Sachsen wurde Bautzen zur Eröffnung des Tages ausgewählt, weil die Stadt das diesjährige Motto in besonderer Weise repräsentiere. An den Fassaden der sanierten Häuser werde die Farbauffassung der unterschiedlichen Bauepochen deutlich. Bei der Eröffnungsveranstaltung in Bautzen übergab Innenminister Markus Ulbig (CDU) den zum dritten Mal ausgelobten sächsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreis an zwei Schulen und eine Kindertagesstätte. Die ausgezeichneten Kinder und Jugendlichen setzen sich für die Erforschung von Denkmälern ein.

Allein in Dresden waren "einige zehntausend Besucher unterwegs", so Bernhard Sterra, Abteilungsleiter Denkmalschutz in der Stadtverwaltung Dresden. Das Motto "Farbe" habe dabei einen ganz neuen Blick auf die Denkmale eröffnet. Zwischen Allegorie und handfester Materialkunde, zwischen christlicher Ikonografie und gärtnerischer Inszenierung wurde den an Stadtgeschichte Interessierten ein breites Spektrum geboten. Zur feierlichen Eröffnungsveranstaltung im aufwändig sanierten und erst kürzlich wiedereröffneten Hans-Erlwein-Gymnasium kamen 200 Menschen. "Und dann herrschte den ganzen Tag über dort Wuling. Es gab Führungen von den Schülern, Ausstellungen - es war fast schon ein Volksfest, richtig klasse", so Sterra.

"Um die 1000 Besucher" suchten das Alte Fährgut in Loschwitz auf und besichtigten das vom expressionistischen Maler August Böckstiegel prächtig ausgemalte Zimmer. Auch die Villa Haniel an der Leubnitzer Straße oder die frisch sanierte Villa an der Großenhainer Straße 34 fanden reges Interesse, nennt der Amtsleiter weitere Beispiele. "In der Leubnitzer Kirche nutzten 100 Menschen die Führungen und zusätzlich kamen dort 300 Besucher. Das übertraf alle Erwartungen", resümiert Sterra. In Dresden seien traditionsgemäß besonders viele Menschen unter- wegs, um sich ein Bild über Fragen der Denkmalpflege oder Aspekte der Kultur- und Zeitgeschichte zu verschaffen. "Alte Bauten - die greifen in Dresden einfach, sie sind immer noch sexy", findet Sterra mit Blick vor allem auf die vielen jungen Leute und Familien, die den Tag des offenen Denkmals für eine Erkundungstour durch ihre Stadt nutzten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.09.2014

Jörg Aberger/Catrin Steinbach

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