Volltextsuche über das Angebot:

-5 ° / -8 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+
Zeckenvirus und Geschlechtskrankheiten sind in Sachsen auf dem Vormarsch

Zeckenvirus und Geschlechtskrankheiten sind in Sachsen auf dem Vormarsch

Die Mitarbeiter der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LuA) sind die Wächter über Sachsens Gesundheit.

Voriger Artikel
„Chemie ist cool!“ – Polnische und deutsche Schüler experimentieren im DLR_School_Lab Dresden
Nächster Artikel
Barfuß durch Hiroshima: Konzert mit Manga-Großprojektionen in Dresden
Quelle: Hauke Heuer

Wann immer eine Seuche ausbricht oder Lebensmittel kontaminiert sind, schlägt die Behörde Alarm. Gestern legte deren Leiterin Gerlinde Schneider den Bericht für das vergangenen Jahr vor. Und das Dokument birgt einige überraschende und teilweise erschreckende Erkenntnisse.

php2ea3041257201507151815.jpg

Bericht des Landesuntersuchungsauschuss für Veterinärwesen

Zur Bildergalerie

Der FSME-Virus, der von Zecken übertragen wird, hat sich offiziell bis nach Sachsen ausgebreitet. Im Vogtlandkreis wurden 2014 neun Fälle registriert. Die Gegend gilt deshalb ab diesem Jahr als Risikogebiet. Vereinzelt trat die Krankheit auch im Erzgebirge und in Ostsachsen auf. „Der beste Schutz gegen den FSME-Virus bietet eine Impfung, die sehr gut verträglich und wirksam ist“, sagte Behördenleiterin Schneider. Die Impfung müsse drei Mal im ersten Jahr nach der Geburt erfolgen und dann alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Alarmierend ist der Anstieg der ans LuA gemeldeten sexuell übertragbaren Krankheiten. Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen 172 HIV-Erstdiagnosen gestellt – im Jahr 2003 wurden nur 24 Neuerkrankungen gemeldet. Ähnlich verheerend sind die Steigerungsraten der Syphilis-Fälle: 293 Betroffene wurden im vergangenen Jahr gezählt. Hier haben sich die Fallzahlen seit dem Jahr 2010 fast verdreifacht. Die gemeldeten Tripper-Infektionen befinden sich mit über 700 Infizierten seit drei Jahren auf einem hohen Niveau. Zum Vergleich: 2003 wurden nur rund 300 Fälle bekannt.

80 Prozent der Syphilis-Neuerkrankungen werden bei Männern diagnostiziert, die im Vorfeld Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann hatten. „HIV-Infizierte starben in der Vergangenheit sehr schnell an ihrer Krankheit. Deshalb verzichteten viele homosexuelle Männer bewusst auf Sex oder benutzten Kondome. Diese Risikoabwägung scheint sich verschoben zu haben“, erklärte Heidrun Böhm, verantwortliche Referatsleiterin in der Landesuntersuchungsanstalt. Der Anstieg der Fallzahlen könne aber auch dadurch verstärkt worden sein, dass in den vergangenen Jahren verstärkt auf HIV getestet wurde, erklärte Böhm.

Das LuA ist auch für die Untersuchung von Asylbewerbern in den Erstaufnahmeeinrichtungen verantwortlich. Die weit verbreitete Angst, dass Flüchtlinge Krankheiten nach Sachsen einschleppen, hat sich bisher nicht bestätigt. Zwar wurden auch bei Flüchtlingen sexuell übertragbare Krankheiten festgestellt, die Quote der positiven Tests liegt allerdings sowohl für Syphilis als auch für HIV im Bereich zwischen 0,1 und 0,3 Prozent.

Dass Krankheiten auch im Essen lauern können, zeigt ein Ausbruch von Infektionen mit dem Bakterium Salmonella Muenchen, der sich im vergangenen Jahr in zwei Altersheimen in Meißen und im Erzgebirgskreis ereigneten. Tests ergaben, das eine Schinken-Teewurst, eine Braunschweiger-Wurst und eine Zwiebel-Mettwurst Träger der Keime waren. „Wir haben unverzüglich Tests in den Betrieben angeordnet, aber aufgrund der Zeit, die bereits vergangen war, den Ursprung der Keime nicht mehr finden können“, sagte Schneider. 

Darüber hinaus warnt das LuA vor Aluminium in Lebensmitteln. Verbraucher sollten darauf achten, keine sauren oder basischen Lebensmittel in Alu-Behältern oder Schalen aufzubewahren, sonst würden sich Aluminium-Ionen aus dem Metall lösen und mit der Nahrung aufgenommen werden. Das LuA hat im vorigen Jahr sowohl Deodorants als auch Kosmetikartikel auf ihren Aluminiumgehalt getestet. Die gute Nachricht: Bei keinem der Produkte wurden die Grenzwerte überschritten. Ein Mensch soll maximal 60 Milligramm Aluminium pro Woche zu sich nehmen.

Hauke Heuer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.