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Zahlpflicht für immer mehr Dresdner Parkplätze - 10,5 Millionen Euro Einnahmen in 2011

Zahlpflicht für immer mehr Dresdner Parkplätze - 10,5 Millionen Euro Einnahmen in 2011

Der Luftreinhalteplan der Stadtverwaltung sorgt bei den Dresdner Autofahrern nicht unbedingt nur für Begeisterung: Vor allem das Vorhaben, die noch verbliebenen Gratis-Parkplätze in der Innenstadt durchweg kostenpflichtig zu machen, stößt manchem bitter auf.

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Auslastung gestiegen: Der privat betriebene Parkplatz an der Theresienstraße in der Inneren Neustadt.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von Heiko Weckbrodt

Schaut man sich indes die Zahlen dahinter an, liegt der Verdacht nahe, dass dieser Bezahl-Trend ohnehin eher finanziellen als ökologischen Motiven folgt.

Denn seit der besagte Luftreinhalteplan im vergangenen Sommer in Kraft trat, hat die Stadt "nur" 136 neue Bezahlparkplätze eingerichtet. Und dieser Zuwachs folgt einem bereits vor Jahren eingeschlagenen Weg: Gab es 2009 genau 6844 Bezahlparkplätze in Dresden, waren es im Folgejahr 6857, 2011 dann noch mal 100 mehr und nun insgesamt 7093 kostenpflichtige Stellflächen. Das entspricht jährlichen Zuwachsraten um die eineinhalb Prozent.

Gleichzeitig nutzte die Stadt die Bezahlparkplätze in überproportionalem Maße, um die Rathauskasse zu füllen. So legten die Einnahmen aus Parkgebühren von 2010 zu 2011 um 4,7 Prozent auf 6,7 Millionen Euro zu. Und die Politessen waren noch fleißiger als die Automaten: Sie bescherten der Stadt durch verteilte "Knöllchen" eine 7,3-prozentige Einkommenssteigerung auf 3,76 Millionen Euro. Bereits jetzt ist absehbar, dass diese Summe in diesem Jahr wohl getoppt wird, denn allein im ersten Quartal 2012 erzielte die Landeshauptstadt 1,1 Millionen Euro durch "geahndete Ordnungswidrigkeiten im ruhenden Verkehr".

Wie stark umgekehrt die privaten Parkhaus- und Parkplatz-Betreiber von der städtischen Knöllchen-Lawine und den Folgen des Luftreinhalteplans profitieren, ist umstritten. Auf dem Privat-Parkplatz auf der Theresienstraße (177 Plätze) zum Beispiel ist die Auslastung nach Auskunft von Betreiber Markus Pfütze gestiegen. "Ich glaube auch, dass da manche Autofahrer vor den vielen Knöllchen in der Inneren Neustadt zu mir geflohen sind", sagt Pfütze, der auch noch weitere drei Parkplätze in der Neustadt unterhält.

"Aber die Auslastung auf meinen Plätzen ist eigentlich schon in den vergangenen zwölf Jahren langsam, aber sicher gestiegen. Ob das nun mit der Umwandlung von kostenlosen in Bezahlparkplätze durch die Stadt zu tun hat, mit der gestiegenen Einwohnerzahl in Dresden, der besseren Büroauslastung, unseren Preismodellen oder anderen Faktoren - wer kann das schon sicher sagen?!"

Ähnliches berichtet Ingo Hoppe, Chef der Osnabrücker Betreibergesellschaft OPG, für die Tiefgarage unter der Centrum-Galerie - mit 1059 Plätzen die größte ihrer Art in Dresden. "Unsere Auslastung ist gestiegen", sagt auch er. "Aber ich führe das eigentlich eher auf unsere günstige Tarifstruktur zurück."

Die Tiefgarage unter der Altmark-Galerie hat derweil um neun Prozent zugelegt - nach Ansicht von Center-Chef Thorsten Kemp aber vor allem in Folge der jüngsten Erweiterung im Einkaufszentrum, die das Einzugsgebiet deutlich erweitert habe.

Im automatischen Parkhaus an der Metzer Straße sind allein 93 von 192 Plätzen mit Dauerkunden belegt, teilte Gagfah-Sprecherin Bettina Benner mit - ansonsten schwanke die Auslastung zu stark, um eine eindeutige Tendenz herauszulesen. Andere Betreiber wie die der Tiefgaragen unterm Altmarkt und bei der Semperoper sprechen sogar von sinkenden Auslastungsquoten.

Gleichzeitig warnte Altmarkt-Galerie-Chef Kemp vor einer zunehmend "autofeindlichen Verkehrspolitik" der Lan- deshauptstadt. Auch er halte eine Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt für richtig. Wenn die Stadtverwaltung jedoch versuche, den Autoverkehr aus der Stadt zu verdrängen, verprelle sie Besucher, die teils von weit her nach Dresden zum Einkaufen kommen. "Diese Besucher kommen nun mal in aller Regel mit dem Auto und stellen das auch nicht auf einem Park+Ride-Parkplatz an der Stadtgrenze ab, um dann mit Bus und Bahn zu fahren", meint Kemp. "Und wenn man diese Kaufkraft in der Stadt haben will, muss man dafür auch autogerechte Lösungen haben."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.04.2012

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