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Zahl der Wohnungslosen in Dresden steigt

Zahl der Wohnungslosen in Dresden steigt

Die Zahl der obdachlosen Dresdner steigt. Die Wohnungslosenhilfe der Diakonie beriet 2013 1172 Männer und Frauen. Das ist ein Anstieg um 25 Prozent im Vergleich zu 2012. Für 86 Personen wurde eine neue Wohnung gefunden, 66 eine vorübergehende Unterkunft beschafft, 99 konnten mit Hilfe der Diakonie ihre Bleibe behalten.

Am häufigsten brauchten 21- bis 30-Jährige (345) Rat. Das sah vor einem Jahrzehnt anders aus, beschreibt Michael Schulz von der Beratungsstelle in Pieschen. Da sei es die Gruppe der 40- bis 50-Jährigen gewesen - männlich, getrennt lebend und ohne Arbeit, weil die Firma pleite ging.

Das Verhältnis ist laut Schulz mit der Hartz-IV-Gesetzgebung und härteren Sanktionen für junge Arbeitslose gekippt. Mittlerweile sei das typische Schicksal der 23-Jährige, der die Ausbildung abbricht, keine Stütze bekommt, aber auch nicht zu seiner Familie zurückkehren kann.

Auffällig ist auch der hohe Frauenanteil bei den Wohnungslosen. Während dieser deutschlandweit bei einem Drittel liegt, bewegt er sich in Dresden um die 40 Prozent. Mögliche Erklärung: Das Jugendamt ist auf Grund der Gefahr einer Kindeswohlgefährdung bei Müttern sensibilisierter und schickt sie schneller zur Stadtmission.

Der Großteil der Wohnungslosen, die sich bei der Diakonie meldeten, hatten eine kurzfristige Bleibe bei Bekannten. 52 Ratsuchende wohnten im städtischen Übergangswohnheim, 64 hatten kein Dach übern Kopf und waren "auf Platte", das heißt sie schliefen in Parks oder Abrisshäusern. Für letztere sind Tagestreffs der Diakonie und der Heilsarmee zum Aufwärmen, Duschen und Wäsche waschen wichtig. Diese werden aber nur zum kleinen Teil von der Stadt finanziert, wie Schulz kritisiert. Man sei auf Spenden angewiesen.

Mit 88000 Euro fördert das Sozialamt 2014 niederschwellige Angebote wie Suppenküche und Beratungsstellen, 5761 Euro gehen an den Tagestreff der Diakonie, so Marco Fiedler, Referent des Sozialbürgermeisters. Er verweist auf die städtischen Übergangswohnheime, in denen der Aufenthalt tagsüber möglich ist. Schulz ist skeptisch: "Gerade vor Weihnachten hatten wir viele Fälle, wo Leute weggeschickt und zu den Nachtcafés verwiesen wurden."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.01.2014

M. Arndt

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