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Zahl der Dresdner Hartz-IV-Empfänger so niedrig wie noch nie

Zahl der Dresdner Hartz-IV-Empfänger so niedrig wie noch nie

Positive Zahlen für die Landeshauptstadt: Dresden hat nach den jüngsten Daten so wenige Hartz-IV-Empfänger wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Erstmals profitiert von der positiven Gesamtentwicklung auch die Altersgruppe von 60 bis 64 Jahren.

Das geht aus Zahlen der Kommunalen Statistikstelle in Dresden hervor. "Diese sehr erfreuliche Entwicklung ist vor allem der Aufnahmefähigkeit des Dresdner Arbeitsmarkts zu verdanken", erklärte Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) gegenüber den DNN.

2005 waren in Deutschland die Arbeitsmarktreformen unter maßgeblicher Mitwirkung von Peter Hartz in Kraft getreten. Kernpunkt war die Zusammenlegung der Arbeitslosen- und der Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld (ALG) II, das im allgemeinen Sprachgebrauch schnell zu "Hartz-IV" wurde. ALG II wird für erwerbsfähige hilfebedürftige Personen gezahlt, wer nicht arbeiten kann, erhält sogenanntes Sozialgeld. Vor zehn Jahren startete Dresden mit 57 135 Leistungsempfängern, wie es im Amtsdeutsch heißt. 2013 war diese Zahl auf 49 675 Dresdner gesunken. Das waren 7460 Personen weniger, ein Minus von 13,1 Prozent.

Während seit 2005 in allen Altersgruppen der Anteil der Betroffenen an der jeweiligen Altersgruppe tendenziell zurückging, war dies bei den Senioren etwas anders.

Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger im Alter zwischen 60 und 64 lag vor zehn Jahren bei 1276 und stieg dann bis 2013 kontinuierlich auf 2874 an. Die Veränderung im vergangenen Jahr zeigt sich erst bei einem Blick auf den Anteil der Hartz-IV-Empfänger innerhalb der Altersgruppe in der Bevölkerung. 2005 lag dieser bei 3,9 Prozent, bis 2012 hatte er sich mehr als verdoppelt auf 9,8 Prozent. Im vergangenen Jahr ging der Anteil erstmals zurück auf 9,6 Prozent der Senioren. 2014 setzt sich diese Entwicklung offenbar fort.

Nach Seidels vorsichtiger Einschätzung steckt hinter diesen Zahlen eine echte Trendwende. "Für eine abschließende Beurteilung ist es noch zu früh, aber die aktuelle Entwicklung legt diesen Schluss nahe", erklärte der Bürgermeister.

Die Entwicklung werde maßgeblich von drei Faktoren bestimmt. "Der zielorientierten Betreuung durch das Jobcenter, dem demografischen Wandel in der Stadt und der Möglichkeit, vorzeitig in Altersrente zu gehen", fasste Seidel zusammen.

Hinter dem demographischen Wandel steht beispielsweise der Effekt, dass zwar die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Hartz-IV-Anspruch über die Jahre gewachsen ist. Waren 2005 noch 5824 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren auf die Hilfezahlungen angewiesen, waren es 2013 schon 6590. Da sich aber die Altersgruppe zahlenmäßig viel mehr vergrößerte, sank der Anteil der Hilfe-Empfänger in der Altersgruppe von 22,3 auf 17,4 Prozent - den geringsten Wert seit zehn Jahren. Insgesamt erhielten 2013 rund 12 500 Kinder zwischen 0 und 14 Jahren die soziale Leistung, ungefähr 17,5 Prozent aller Kinder in diesem Alter.

Die lokalen Statistiker haben auch "erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen" herausgearbeitet. Die zahlenmäßig meisten Hilfeempfänger mit jeweils über 2000 Personen leben in den Stadtteilen Prohlis-Süd, Gorbitz-Süd und Pieschen-Süd. Mehr als 1500 Bedürftige waren es in den Stadtteilen Äußere Neustadt, Pieschen-Nord/Trachenberge, Mickten und Leuben.

Weniger als 100 Leistungsempfänger leben in den Stadtteilen Innere Altstadt (70) sowie Gönnsdorf/Pappritz (61 Personen). In Gorbitz und Prohlis war damit jeder vierte beziehungsweise jeder dritte Einwohner auf die Gelder des Staats angewiesen. In Prohlis-Süd waren es exakt 37,8 Prozent der Einwohner, in Gorbitz-Süd immerhin auch 33,6 Prozent. Etwa jedes zweite Kind hat dort Sozialgeld erhalten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.11.2014

Ingolf Pleil

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