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Zahl der Blauen Tonnen verdoppelt - Städtische Altpapier-Einnahmen stagnieren

Zahl der Blauen Tonnen verdoppelt - Städtische Altpapier-Einnahmen stagnieren

Die Stadt stellt immer mehr Blaue Tonnen vor den Häusern ihrer Bürger auf, um Altpapier zu sammeln. Doch die Einnahmen aus diesem vor zwei Jahren eingeführten System stagnieren.

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Die Blaue Tonne hat ihren Siegeszug angetreten, doch der Preis für Altpapier ist im Keller. Das Foto zeigt Veolia-Mitarbeiter Dietmar Pietsch.

Quelle: Christian Juppe

Das geht aus Angaben des Abfallwirtschaftsamtes hervor.

So hatten die von den Behörden beauftragten Entsorgungsunternehmen im Januar 2012 zunächst rund 17 000 Blaue Papiertonnen aufgestellt, ein Jahr später waren es schon 25 000, inzwischen sind es fast 30 000, also beinahe doppelt so viel wie zum Systemstart. Und: "Das Interesse der Bürger an den städtischen Blauen Tonnen besteht weiterhin", informierte die Stadtverwaltung auf Anfrage. "Es gehen zirka 80 Neubestellungen pro Monat ein."

Der Weltmarkt verdirbt das Geschäft

Allerdings entwickeln sich die Geschäfte mit den gelesenen Zeitungen und anderem Altpapier der Dresdner nicht ganz so üppig wie gedacht: Nahm die Stadt im Startjahr ihres neuen Sammelsystems rund 1,8 Millionen Euro ein, waren es 2013 - laut vorläufiger Rechnung - nur noch etwa 1,7 Millionen Euro. Schuld sei vor allem der gesunkene Großhandelspreis für Altpapier, schätzte das Abfallwirtschaftsamt ein. Auch seien die Energie-, Personal- und Kraftstoffkosten für Sammlung und Verwertung des Papiers gestiegen - die Einnahmen würden aber den Aufwand decken.

Langfristig indes dürfte sich das städtische Sammeln lohnen, denn über mehrere Jahre hinweg betrachtet, ist der Weltmarktpreis für Altpapier immer wieder gestiegen. Das liegt einerseits an den hohen Recycling-Quoten in der Bundesrepublik: Laut einer Untersuchung des "Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts" (HWWI) vom April 2013 wird in Deutschland "mit Rücklaufquoten nahe 80 Prozent fast das gesamte Recyclingpotenzial ausgenutzt, da man davon ausgeht, dass 19 Prozent der produzierten Papier-und Pappemengen dauerhaft in Archiven und Bibliotheken sowie sanitär verschwinden." Andererseits gehen Millionen Tonnen Altpapier in den Export nach Asien, wo es kaum eigene Sammelsysteme gibt, aber viel Altpapier für die Produktion von Billigpapier gebraucht wird.

Im deutschen Großhandel war zuletzt allerdings tatsächlich ein Preisrückgang für den einst so lukrativen Sekundärrohstoff zu verzeichnen: Wurden laut Statistischem Bundesamt für eine Tonne gemischtes Altpapier - auch hier gibt es verschiedene Sorten - noch im Jahr 2011 Spitzenpreise von fast 120 Euro bezahlt, waren es 2013 jahresdurchschnittlich nur noch etwa 74 Euro. Auch in den privaten Dresdner Annahmestellen hat sich das niedergeschlagen: Bekam man dort noch vor zwei, drei Jahren etwa acht Cent pro Kilo Altpapier, sind es inzwischen nur noch sechs Cent.

Papierstreit zwischen Stadt und Privaten schwelt weiter

Die private Renaissance des SERO-Sammelns aus DDR-Zeiten hatte letztlich auch die Stadt auf den Plan gerufen: Die Kommune setzte zunächst nur auf zentrale Papier-Containerplätze, in die die Dresdner ihre alten Zeitungen gratis einwerfen konnten. Dann aber zahlten private Sammelstellen plötzlich Geld fürs Altpapier und private Entsorger stellten vor den Häusern eigene Blaue Tonnen auf. So luchsten die Privaten der Stadt die Hälfte ihrer rund 35 000 Jahrestonnen Altpapier und entsprechende Einnahmen ab. Im Januar 2012 antwortete die Stadt mit einem Mischsystem aus Blauen Tonnen und Containerplätzen, wollte den Privaten außerdem deren Tonnen verbieten - dieser Rechtsstreit schwelt aber immer noch im Verwaltungsgericht Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.01.2014

Heiko Weckbrodt

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