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X-Fab baut Dresdner Chipwerk aus

X-Fab baut Dresdner Chipwerk aus

Der Erfurter Mikroelektronik-Auftragsfertiger X-Fab will sein Chipfabrik in Dresden weiter ausbauen. Das haben die X-Fab-Chefs Hans-Jürgen Straub und Rudi De Winter angekündigt.

Zugleich rechnet die Unternehmens-Spitze mit einem kräftigen Wachstum für die gesamte Gruppe und plant einen Führungswechsel.

In den vergangenen zwei Jahren hatte X-Fab bereits rund 60 Millionen Dollar (43,6 Millionen Euro) in seine Dresdner Fabrik investiert, um sie auf größere Siliziumscheiben (200- statt 150-Millimeter-Wafer) umzustellen. Während dieser Umrüstung, vor allem im Jahr 2013, durften die rund 400 Mitarbeiter hier teils nur kurzarbeiten. Diese Phase sei nun nahezu abgeschlossen, die Kurzarbeit beendet, erklärte Straub. Derzeit sei die Fab gut ausgelastet. Bis zum Jahresende sollen die Fertigung auf den alten 150-mm-Anlagen nach und nach auslaufen und die 200-mm-Linie hochfahren.

Dadurch könne man in Dresden nun auch mehr Hochvolt-Chips produzieren, die hohe Spannungen vertragen, wie sie beispielsweise für Leuchtensteuerungen gebraucht werden, so Straub. Je nach Marktnachfrage werde man dann in Dresden nach und nach etwa weitere 40 Millionen Dollar (29,1 Millionen Euro) investieren, um die Produktionslinien für die größeren Wafer zu erweitern. X-Fab hatte das Werk im Jahr 2007 von ZMD mit einer damals schon veralteten 150-mm-Fertigung übernommen.

Zumindest vom Chefsessel aus wird Straub indes den weiteren Ausbau nicht mehr dirigieren: Der 59-Jährige will im Juni die alleinige Führung an seinen bisherigen Ko-Geschäftsführer De Winter übergeben. "Das war schon lange geplant. Und 22 Jahre als Chef sind lange genug für mich", beteuerte Straub. Er hatte X-Fab seit dem Neustart 1992 geleitet. Zuvor war er zentraler Planer im Vorgänger-Unternehmen VEB Mikroelektronik Erfurt.

Das Ruder übergibt Straub seinem Nachfolger in einer günstigen Situation: Nachdem X-Fab in den vergangenen Jahren immer wieder mal mit schrumpfenden Umsätzen und Verlusten zu kämpfen hatte, ist nun anscheinend ein besseres Fahrwasser unterm Kiel: 2013 hat die Gruppe weltweit 290 Millionen Dollar (211Millionen Euro) umgesetzt, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr (259 Millionen Dollar entsprechen 188 Millionen Euro). Zudem erwirtschaftete das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von 18 Millionen Dollar (13,1 Mio. Euro). Für das erste Quartal 2014 rechnet X-Fab angesichts gefüllter Auftragsbücher mit einem Umsatzplus von 18 Prozent.

Die verbesserte Wirtschaftslage führt die Noch-Doppelspitze auch auf eine Neustrukturierung zurück. Neben der klassischen Auftragsfertigung von analog-digitaler Misch-Elektronik tragen in zunehmendem Maße auch zwei neue Geschäftsfelder zum Wachstum bei. Zum Einen ist dies die Produktion von "Mikroelektromechanischen Systemen" (MEMS) in den Fabriken Erfurt und Itzehoe. Zum anderen bietet X-Fab jetzt Kunden auch an, sich um deren "Outsourcing" komplett zu kümmern. Sprich: Unternehmen, die sich von eigenen Fabriken trennen wollen, werden von den Erfurtern beim Transfer ihrer Technologien in die X-Fab-Werke unterstützt. Dazu gehören auch Spezialtechnologien außerhalb der Chipbranche wie die Herstellung von Lithium-Akkus auf Siliziumscheiben. Vor allem aber in der Mikroelektronik ist diese Verlagerung der Produktion an Auftragsfertiger ("Foundries") derzeit ein globaler Megatrend (DNN berichteten).

X-Fab beschäftigt weltweit rund 2400 Mitarbeiter und hat Fabriken am Stammsitz in Erfurt, in Dresden, Itzehoe, Texas und Malaysia. Etwa zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen in Europa, ein Viertel in Asien, den Rest in den USA. De Winter rechnet damit, dass der Umsatzanteil in Asien in den nächsten Jahren steigen wird - da sich auch die weltweiten Mikroelektronik-Kapazitäten generell gen Fernost verlagern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.03.2014

Heiko Weckbrodt

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