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Wundheilung am Fetscherplatz

Wie Vonovia Neubauten in Dresden plant Wundheilung am Fetscherplatz

Der Fetscherplatz vereint verschiedenste Baustile. Abgeschlossen ist das Viertel nicht. Der Immobilienriese Vonovia sucht nach Ideen für Neubauten auf einer Fläche, auf der ein Plattenbaublock steht. Architekturstudenten sind in die Vollen gegangen.

Belebtes Stadfquartier: der Siegerentwurf von Nadine Aepfler.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. „Der Fetscherplatz ist eine offene Wunde in der Stadt. Die Situation ist städtebaulich ungeklärt“, sagt Professor Carsten Lorenzen vom Lehrstuhl Wohnbauten der TU Dresden. Gemeinsam mit seinen Studenten hat er sich an der Wundheilung versucht. Nicht als Spielerei, sondern mit ernsthaften Aussichten auf Realisierung: Der Wohnungskonzern Vonovia sucht gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt nach städtebaulichen Lösungen für eine Fläche zwischen Nicolaistraße und Striesener Straße gegenüber der ADAC-Geschäftsstelle.

Dort steht ein Plattenbaublock, der laut Vonovia-Regionalgeschäftsführerin Martina Pansa „aller Voraussicht nach“ abgerissen werden soll. Neubauten auf der Fläche bieten die Chance, ein Wohnquartier zu schaffen, Straßen- und Wegebeziehungen weiterzudenken, Kontraste zur Zeilenbebauung der 1960er Jahre zu entwickeln. Die Vonovia hat gemeinsam mit dem Lehrstuhl im Februar einen Ideenwettbewerb gestartet, am Donnerstagabend wurden die Siegerentwürfe vorgestellt.

Die Aufgabe: Den westlichen Bereich des Blocks zum Fetscherplatz hinsichtlich einer möglichen Bebauung zu untersuchen. Baumaterial: Holz. „Das ist ein schnell verfügbarer Baustoff, mit dem seriell gebaut werden kann“, nennt Pansa den Grund dafür, warum der Wettbewerb „HolzStadtWohnen“ genannt wurde.

Bei den Diplomanden belegte Nadine Aepfler mit zwei geschwungenen Blöcken, die die Reißigerstraße fortsetzen, den ersten Platz. „Diese Arbeit leistet den größten Beitrag für die Stadtgesellschaft und die künftigen Bewohner“, erklärte Anja Heckmann, Abteilungsleiterin Stadtplanung Innenstadt im Stadtplanungsamt. „das ist nicht nur einfache Stadtreparatur, die Gebäude nehmen den Dialog mit ihrer Umgebung auf.“

Aepfler ist frischgebackene Diplom-Architektin und bemerkte beim Betreten des Raumes, dass ihr ein großer Wurf gelungen ist, wie sie erklärte: „Als ich nach links schaute, sah ich, dass meine Arbeit ausgehängt war.“ Die junge Frau aus Johanngeorgenstadt hat mehrere Arbeitsangebote und will in Dresden bleiben. „Dann kann ich die Entwicklung am Fetscherplatz mitverfolgen.“

Neben der Arbeit von Aepfler wurde auch der Entwurf von Einar Borchhardt und Julian Dippel präsentiert – sie planen zwei geschwungene Baukörper. „Dieser Entwurf drückt dem Ort seinen Stempel auf“, findet Heckmann. Während Aepfler ihr Studium abgeschlossen hat, befinden sich die beiden jungen Männer noch mittendrin – sie lagen im Wettbewerb „Junge Studenten“ vorn.

Wie das Stadtviertel gestaltet wird, steht noch nicht fest. „Wir haben mit dem Wettbewerb die Diskussion eröffnet“, erklärte Siegfried Berg, Leiter Städtebau bei der Vonovia. Über Kosten und mögliche Bauzeiträume könne noch nichts gesagt werden, erklärte Pansa. Fest stünde aber: Es würden Mietwohnungen im preiswerten Bereich errichtet. Wieso setzt sie ein „aller Voraussicht nach“ vor den Abriss? „Einer der Entwürfe integriert die Altbausubstanz in ein Neubaukonzept“, so die Regionalgeschäftsführerin.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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