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Wunderkammer Wissenschaft kommt nach Dresden

Wunderkammer Wissenschaft kommt nach Dresden

Normalerweise sind Teilchenbeschleuniger große und sperrige Gerätschaften, die nur wenige Wissenschaftler und Techniker zu sehen bekommen und meist auch eher profan-industriell wirken.

Ganz anders die Innenaufnahme des Darmstädter Beschleunigers "FAIR": Fotografiert und inszeniert von Achim Zschau wirkt die Szenarie wie der Blick in einen edlen Banktresor: Gülden schimmern die Wände, das bläuliche Licht im Hintergrund scheint den Zugang ins Herz einer Schatzkammer zu öffnen. Und eine Schatzkammer oder besser: eine "Wunderkammer Wissenschaft" ist auch die gleichnamige Ausstellung der Helmholtz-Gemeinschaft, die demnächst in Dresden gastiert.

Im "beeindruckenden Industriegebäude" der Technischen Sammlungen Dresden (TSD), so die Helmholtz-Gemeinschaft, sind ab 1. März für zwei Monate rund 500 spektakuläre Mikroskopaufnahmen, Visualisierungen, Satellitenbilder, Anlagenfotos und andere Bilder und Videos zu sehen, die in der Schau akustisch und visuell untermalt sind. "Die Aufnahmen wurden teils von Profi-Fotografen, teils von den Wissenschaftlern selbst angefertigt", sagte Christine Bohnet vom "Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf" (HZDR), das die Ausstellung für Dresden akquiriert hat.

Und die in der Schau gezeigten Aufnahmen sind wirklich faszinierend: Richtig in Szene gesetzt, wird da zum Beispiel ein Bakterium zum grünen Gespinst, das eher an Kunst als an Wissenschaft erinnert. Eine photoelektrische Siliziumprobe mutet bei vielfacher Vergrößerung wie ein fremdartiges Kristallwesen an. Sehr schön ist auch die Fluoreszenzmikroskopie aus dem Innern eines Fischgehirns, bei der man sich fragt, ob man gerade der Geburt eines Sterns im Kosmos zuschaut. Nicht zu vergessen den Flohkrebs "Roter Ritter", der unterm Digitalkamerazoom seinem Namen alle Ehre macht und wie ein riesiger Panzerkäfer aussieht.

"Eine sehr gelungene Ausstellung, die sehr viele Dresdner interessieren dürfte, aber auch richtig viel Platz braucht", sagte Bohnet. Unter anderem deshalb habe man sich gemeinsam mit der "Dresden Marketing GmbH" (DMG) für die geräumigen TSD als Ausstellungsort entschieden. Zudem passe die Exposition sehr gut zum benachbarten "Erlebnisland Mathematik". Mit ihren Bildern und Videos soll die "Wunderkammer Wissenschaft" an den "ursprünglichen Impuls des Erforschens anknüpfen", betonte die Forschergemeinschaft- "das Staunen über das Wunderbare unserer Welt, die Neugier und das Fragen nach ihrer Entstehung, Entwicklung und Zukunft." Heiko Weckbrodt

Mehr Infos, Bilder und Videos im Netz: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.01.2012

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