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Wohnungsmangel mit fatalen Folgen

Händeringende Suche der Stadt nach Flüchtlingsunterkünften Wohnungsmangel mit fatalen Folgen

Die händeringende Suche der Stadt nach Flüchtlingsunterkünften führt auch bei Dresdner Mietern zu schwerwiegenden Konsequenzen. Jetzt gibt es einen Hilferuf an die Stadt.

An der Großenhainer Straße sollen Wohnungen für Flüchtlinge bei einem privaten Eigentümer gemietet werden. Die Stadt muss dafür tief in die Tasche greifen.

Quelle: sl

Dresden. Die händeringende Suche der Stadt nach Flüchtlingsunterkünften führt auch bei Dresdner Mietern zu schwerwiegenden Konsequenzen. Jetzt gibt es einen Hilferuf an die Stadt. Die Landeshauptstadt will auf der Großenhainer Straße zwei Objekte als Wohnungen für Asylbewerber anmieten. Mit zehn Euro pro Quadratmeter liegt die Kaltmiete deutlich über dem ortsüblichen Niveau für die bestenfalls mittlere Wohnlage in der Nähe der Bahntrasse. Rund 2,6 Millionen Euro wird das die Stadt innerhalb der geplanten zehn Jahre Vertragslaufzeit kosten. Am Donnerstag soll der Stadtrat entscheiden.

"Kostengünstige Alternativen wären die Belegung von Turnhallen, Kulturstätten oder Zelte - so wie in anderen Kommunen schon heute verfahren wird", erklärte Stadtsprecher Kai Schulz auf DNN-Anfrage. Keine dieser Optionen entspreche dem Konzept der Stadt für eine dauerhafte menschenwürdige Unterbringung. 65 Asylbewerber sollen in den Wohnungen unterkommen.

Auf die Frage, ob das vorgesehene Mietniveau "Wucherpreisen" gleichkommt, wie sie kürzlich Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) angeprangert hat, erklärte Schulz, die Miete sei im oberen Bereich, jedoch als angemessen zu betrachten. Die Mietpreise hätten sich in den vergangenen Monaten bei Neuabschlüssen stetig steigend entwickelt und "spiegeln die Nachfrage am Markt wider". Außerdem bedeutet ein Mietvertrag über zehn Jahre, dass Mietsteigerungen wie bei anderen Mietverhältnissen ausgeschlossen seien.

Für den letzten verbliebenen Mieter in einem der Häuser hat die Entwicklung fatale Folgen. In der Stadt, in der sich nach Woba-Verkauf und geförderten Abrissen der Wohnungsmangel gerade für untere Einkommensgruppen zuspitzt, sieht er kaum eine Chance, eine andere Wohnung auf dem freien Markt zu finden. Die Mietzahlungen der Stadt könnten dem Vermieter aber als Vorwand für Mieterhöhungen dienen. Ihre Sorgen haben die jungen Leute mit zwei kleinen Kindern jetzt auch dem Oberbürgermeister und den Stadtratsfraktionen mitgeteilt. In der Zeitung wollten sie sich zunächst nicht namentlich zitieren lassen. Sie fürchten neben der fortgesetzten Auseinandersetzung mit dem Vermieter auch um ihre Sicherheit: "Wir haben Angst um unsere Kinder und uns", schreiben sie mit Verweis auf Brandanschläge auf andere geplante Asyl-Unterkünfte.

Der OB habe am Wochenende von dem Vorgang Kenntnis bekommen. Die Stadt wird sich mit den Mietern in Verbindung setzen. "Ob eine Lösung des Problems erreicht werden kann, lässt sich aber derzeit nicht sagen", erklärte Stadtsprecher Kai Schulz.

Ingolf Pleil

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