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Wohnungsgenossenschaften kreieren eigene Auszeichnung für Ehrenämtler

Wohnungsgenossenschaften kreieren eigene Auszeichnung für Ehrenämtler

Einsame alte Menschen, die traurig in ihrer Wohnung sitzen und sozial isoliert sind. Für viele Senioren in großen Dresdner Mehrfamilienhäusern ist dieses Szenario harte Realität.

Oft kennen sie nicht einmal ihre Nachbarn. Die Sächsischen Wohnungsgenossenschaften haben dieses Problem erkannt und möchten etwas dagegen tun. Besonders vorbildlich ist die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt aus Dresden.

"Ich sehe Johannstadt Süd als Modell für die ganze Stadt", sagt Vorstand Thomas Dittrich. Neben beliebten Vereinen wie dem JohannStadthalle e.V. habe man z.B. in den Blöcken am Käthe-Kollwitz-Ufer einen Nachbarschaftstreff etabliert. Zudem kümmere sich eine vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betriebene und von der Wohnungsgenossenschaft finanzierte Koordinierungsstelle um die Anliegen der Senioren, so Dittrich. Damit alle Aktivitäten reibungslos funktionieren, braucht es jedoch unbedingt einen essenziellen Faktor: jede Menge ehrenamtliche Helfer. Um diesen hohen Stellenwert zu verdeutlichen, verleiht der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften als Zeichen der Anerkennung ab diesem Jahr zum ersten Mal an alle Mitstreiter eine Ehrenamtsmedaille aus Meißner Porzellan.

"Wir haben die Auszeichnung auch ins Leben gerufen, weil sich das sächsische Sozialministerium nur um Ehrungen im Sportbereich kümmert und alles andere vernachlässigt", sagt der Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften, Axel Viehweger. Als Grund sei immer vorgeschoben worden, dass das Ehrenamt in Genossenschaften nicht gemeinnützig wäre. "Bei Fußballtrainern ist das eigenartigerweise kein Problem, obwohl diese ja ebenfalls nur die eigene Mannschaft trainieren", ärgert sich Viehweger. Unverständlich ist das Argument auch, wenn man bedenkt, dass die Genossenschaften ihre Angebote heutzutage nicht mehr auf ihre Mitglieder beschränken. "Bei uns kann jeder vorbeikommen", betont Thomas Dittrich. 300 000 Euro hat die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt im vergangenen Jahr in soziale Projekte investiert. Das entspricht etwa 1,1 Prozent der Soll-Kaltmieten. Zudem stellte sie Bänke auf der Prager Straße auf. Verwendet wurde das Geld der Mitglieder auch, um Wohnungen altersgerecht umzubauen. Thomas Dittrich hebt dabei die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Dresden hervor "Die Stadt hat in ihrem Haushalt für dieses und nächstes Jahr 140 000 Euro für derartige Vorhaben eingeplant. Gemeinsam mit einem Eigenanteil und Geldern von der Genossenschaft können auf diese Weise Projekte realisiert werden." Dresden sei die einzige Kommune in Deutschland, die sich in dieser Hinsicht engagiere, so Dittrich

In Zukunft will der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften dem Sozialministerium in Sachsen außerdem Seniorengenossenschaften nach Schweizer Modell empfehlen. Der Erwerb einer Immobilie per Erbpachtvertrag soll neben Eigenkapital und Hypothekendarlehen mit zinsgünstigen Krediten der sächsischen Aufbaubank verwirklicht werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.02.2014

Stephan Hönigschmid

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