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Wohnraum kaum bezahlbar: Immobilienwirtschaft sieht zunehmend Probleme bei Durchschnittsverdienern

Wohnraum kaum bezahlbar: Immobilienwirtschaft sieht zunehmend Probleme bei Durchschnittsverdienern

Verbände ein- und derselben Branche verhalten sich wie entsprechende Firmen: Sie konkurrieren miteinander. Wenn sich dann, wie in Sachsen, die fünf Verbände der Immobilienwirtschaft auf eine gemeinsame Sprachregelung einigen, dann müssen die Sorgen groß sein.

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Mietwohnungen, die bezahlbar sind, werden Experten zufolge knapper.

Quelle: Ralf Hirschberger, dpa

"Die Politik gefährdet die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum", heißt es in ihrem ersten gemeinsamen Positionspapier, das den DNN vorliegt.

Ein Dorn im Auge sind den Verbänden, die zusammen mit 28 Prozent am Bruttoinlandsprodukt des Freistaates beteiligt sind und nach eigenen Angaben eine jährliche Wertschöpfung von 300 Millionen Euro durch Vermietung und Immobiliengeschäfte aufweisen, die auf Bundesebene geplanten Maßnahmen wie Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip bei Maklern. Letzteres bedeutet, dass nicht mehr der Mieter oder Käufer die Courtage bezahlen soll, sondern der Vermieter oder Verkäufer. Diese Maßnahmen seien "Placebos, die keine Verbesserung der Wohnungsbausituation erreichen", meinen die Verbände. Mehr noch: Bereits beschlossene Maßnahmen wie die Verschärfung der Energieeinsparverordnung würden das Wohnen "unbezahlbar" machen, warnt die Branche.

Überhaupt sei die Bereitstellung von neuem Wohnraum für Normalverdiener kaum noch möglich. So seien in den vergangenen zwölf Jahren allein die Erstellungskosten einer durchschnittlichen Wohnung um knapp 30 Prozent gestiegen. Die allgemeine Preissteigerung sei in diesem Zeitraum nur um knapp 23 Prozent geklettert. Die Energieeinsparverordnung schlage mit mindestens zehn Prozent höheren Baukosten zu Buche - mit der Folge, dass die Neubaumiete innerhalb von zwei Jahren um acht Prozent auf 10,33 Euro im Schnitt gestiegen sei. "Wer Sachsens durchschnittliches Nettohaushaltseinkommen von 2255 Euro im Monat berücksichtigt, merkt, dass kaum ein Sachse diese Durchschnittsmiete zahlen kann", schreiben die Verbände. Die Kosten müssten allein die Unternehmen tragen. Oder die Wohnungen entstünden erst gar nicht.

Ronald Linke, stellvertretender Chef von Haus & Grund, rief daher dazu auf, auf die Mietpreisbremse zu verzichten, da sie den nötigen Wohnungsbau verhindere. "Eine Mietpreisbremse wäre Gift für Immobilieneigentümer und Mieter, da die Mieten in Sachsen generell niedrig sind." In wenigen Gebieten mit größerer Dynamik löse nur Neubau einen Nachfrageüberhang auf.

Frank Müller, Landeschef des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), forderte das Land auf, die Grunderwerbssteuer auf dem Satz von 3,5 Prozent zu belassen und nicht dem Beispiel anderer Bundesländer zu folgen. Schleswig-Holstein etwa hatte den Satz zu Jahresbeginn von 5,0 Prozent auf 6,5 Prozent der Kaufsumme angehoben. Müller sagte, die Wohneigentumsbildung als Baustein der Altersvorsorge dürfe nicht gefährdet werden.

Margitta Faßl vom sächsischen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sprach sich für eine Förderung des altengerechten Wohnens aus. Das sei über die Mieten "schlicht nicht finanzierbar".

Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften, verlangte eine Abkehr von der "Tonnenideologie" bei der Dämmung. Viel konstruktiver sei es, den Blick auf intelligente Quartier- und Gesamtlösungen zu richten. "Mehr bringt nicht unbedingt mehr, außer zusätzliche Kosten." Der Klimaschutz müsse dem Gebot der Wirtschaftlichkeit folgen. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wohnwünschen habe im Mittelpunkt zu stehen, nicht die strikte Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben.

Karl-Heinz Weiss, Vorsitzender des Immobilienverbandes Mitte-Ost, hofft, dass Sachsens Politiker im Bund gegen eine Änderung des Wohnraumvermittlungsgesetzes stimmen, also die Einführung des Bestellerprinzips ablehnen. Weiss: "Es schränkt Leistungen für Mieter wie Nutzer ein und löst kein Nachfrageproblem."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.07.2014

Ulrich Milde

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