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Wohnprojekt am früheren Ostravorwerk soll städtebauliche Wunde in der Friedrichstadt schließen

Wohnprojekt am früheren Ostravorwerk soll städtebauliche Wunde in der Friedrichstadt schließen

Die Pläne für die Revitalisierung des Ostravorwerkes im Karré zwischen Friedrich-, Magdeburger- und Schlachthofstraße in der Dresdner Friedrichstadt nehmen langsam Gestalt an.

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Ein Blick in die geplanten Wohnhöfe des zukünftigen Ostravorwerks. Für 40 bis 50 Millionen Euro sollen auf dem Areal der früheren Menageriegärten Eigentumswohnungen und Stadthäuser mit 20000 Quadratmetern Wohnfläche entstehen.

Quelle: Visualisierung: sgp Architekten+Stadtplaner

Für rund 40 bis 50 Millionen Euro möchte die Dresdner Fira Grundstücksentwicklung GmbH auf dem Gebiet des früheren Kammergutes, das seit 1560 die Friedrichstadt mit Nahrung versorgte, einen modernen Wohnpark mit 200 Wohneinheiten auf insgesamt 20.000 Quadratmetern Wohnfläche errichten. Im Rahmen des derzeit laufenden Planverfahrens erhielten gestern Abend die Bürger Gelegenheit, genaueren Einblick in den Planungsstand zu nehmen sowie Kritik und Anregungen einzubringen.

Die besondere Bedeutung des Ostravorwerkes als historische Keimzelle der Friedrichstadt werde bei der Gestaltung grundsätzlich Berücksichtigung finden, versicherte Detlef Naumann vom Planungsbüro sgp Architekten + Stadtplaner gleich zu Beginn. So wurde etwa die historische Hofsituation, die das 3,4 Hektar große Areal einst prägte, aufgegriffen und schlägt sich in den Planungen in Gestalt großzügiger Wohnhöfe nieder, die sich entlang einer zentralen Allee anordnen. "Eine wichtige Rolle wird auch das Thema Garten und Grün spielen", so Naumann, "sowohl in Anlehnung an die früher auf dem Territorium befindlichen Menageriegärten als auch als optischer Anknüpfungspunkt zur angrenzenden Kleingartenanlage." Konkret schwebt den Planern nicht nur eine gartenartige Begrünung der Innenhöfe vor, sondern auch eine zusätzliche Grünlösung entlang der Magdeburger Straße.

Die zu errichtenden Neubauten sind als reine Wohnbebauung konzipiert, wobei die Geschosshöhen nach Nor-den hin stufenweise abfallen. Während an der Friedrichstraße in Anlehnung an die dort vorherrschende höhere Bebauung mit vier- bis fünfgeschossigen Häusern geplant wird, sind im hinteren Bereich niedrigere Bauten und Stadthäuser angedacht. Die Erschließung erfolgt über die Friedrichstraße, zur Bahnhaltestelle in der Magdeburger Straße ist eine Anbindung vorgesehen. Zu Detailfragen wie Fassadengestaltung oder Dachlösungen sind derzeit noch keine belastbaren Angaben möglich, da die Planungen noch nicht abgeschlossen sind. Für die Parkplatzsituation stehen derzeit verschiedene Varianten zur Diskussion. So wird an öffentliche Stellplätze entlang der Zentralallee sowie an Privatparken in den Sockelgeschossen der Stadthäuser gedacht. An der Friedrichstraße ist zudem eine Tiefgarage im Gespräch.

Eine besondere Herausforderung stellt wie so oft die Frage nach dem Umgang mit der historischen Bausubstanz dar - ein Thema, das besonders die Friedrichstädter Bürger bewegt, wie gestern deutlich wurde. Für die historische Umgrenzungsmauer an der Friedrichstraße samt Toranlage, die viele gern erhalten sehen wollen, stehen die Chancen gut. Schon aus Schallschutzgründen wolle man daran festhalten und sie eventuell sogar ausbauen. Die beiden historischen Stallgebäude sollen saniert werden, für sie sucht man derzeit geeignete Nutzungskonzepte. "Im ehemaligen Kuhstall wäre etwa eine Kita vorstellbar", so Naumann. Im Falle des alten Schafstalles, von dem nur noch die Außenwände stehen, läge die Priorität eher auf Wohnen.

Sorge macht derweil den Anwohnern vor allem, dass bei all den strahlenden Neubauten das identitätsstiftende Moment des alten Kammergutes verloren gehen könnte. So viele alte Elemente und Reminiszenzenan die Geschichte wie möglich in die Gestaltung mit einzubeziehen, lautet daher die Forderung der Bürgerinitiative IG Friedrichstadt. Bauherr, Architekt und Stadt zeigten sich dem gegenüber zumindest offen. Sämtliche Anregungen würden geprüft und - soweit für sinnvoll befunden - in die Planungen integriert. Anschließend werden die Pläne nochmals öffentlich ausgelegt, bevor dann ein Stadtratsbeschluss den Weg für einen Bauantrag ebnen soll. Mit einem Abschluss des Planverfahrens wird frühestens für Ende 2013/Anfang 2014 gerechnet, mit einem Baubeginn nicht vor Sommer 2014.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.03.2013

Jane Jannke

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