Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Wochenmarkt auf dem Dresdner Altmarkt steht vor dem Aus

Wochenmarkt auf dem Dresdner Altmarkt steht vor dem Aus

Der Wochenmarkt auf dem Altmarkt steht vor dem Aus. Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Buden nach dem 27. Oktober, dem letzten Markttag vor dem Striezelmarkt, nicht mehr auf den Altmarkt zurückkehren.

Voriger Artikel
Dresdner Stadtrat beschließt Sanierung des DVB-Hochhauses
Nächster Artikel
Neuausschreibung: Dreikampf um Tourist-Service in Dresden

Dem Wochenmarkt auf dem Dresdner Altmarkt droht das Aus.

Quelle: Uwe Hofmann

Betroffen sind bis zu 25 Händler.

Schon im Vorjahr war der Bestand umstritten, nach heftiger Diskussion erlangten die Händler aber eine Schonfrist bis Ende 2012. Bis dahin sollte den Stadträten ein schlüssiges Konzept vorliegen, wie die Stadtverwaltung auf dem Altmarkt verfahren will. Das bekommen die Stadträte zwar erst am 8. November präsentiert, es zeichnet sich aber jetzt schon ab, dass es noch eine Schonfrist aber wohl nicht geben wird.

php648813e658201210191050.jpg

Volkmar Kühne: Wir stehen seit Jahren von Dienstag bis Sonnabend auf dem Markt. Es geht um fest eingeplante Einnahmen, die von einem Tag auf den anderen wegfallen.

Zur Bildergalerie

Das geht zumindest aus einem Brief hervor, in dem Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf Einwände der Händler reagiert. Dort ist von enttäuschten Hoffnungen über die Verlängerung die Rede, die die Stadt mit der Auflage verbunden hatte, mehr Frischwaren wie Obst und Gemüse anbieten zu können. Stattdessen beschränke sich das Marktsortiment „hauptsächlich auf Imbissanbieter und Anbieter von Taschen und Geldbörsen“, wie Hilbert enttäuscht feststellt. „Die derzeitige Konstellation entspricht nicht mehr dem Charakter eines Wochenmarktes“, schließt er.

Dabei ist der Markt mit seinem auf Touristen und Imbissgäste ausgerichteten Sortiment zuletzt gut gefahren. „Es sind mehr Stände als früher. Und ausgerechnet bei den Bratwurstständen hat es Zuwachs gegeben, das zeigt doch, dass es dort Nachfrage gibt“, sagt Händler Mirko Kunert. An Sonnabenden erreiche der Markt mit 25 Ständen regelmäßig Vollbelegung, dienstags und sonnabends bietet auch ein Bauer seine Erzeugnisse an - so wie die Stadt das von dem Wochenmarkt einfordert.

Dennoch zeigen auch die Händler Verständnis für die Kritik der Stadt. „Klar muss sich an der Qualität etwas ändern, aber wenn keine Perspektive gegeben wird, ist das schwer“, sagt Kunert, der auf dem Markt Crepes verkauft. Sicher sei es wenig attraktiv, wenn zu viele Anbieter mit ähnlichem Sortiment, Lederwaren etwa, antreten. Viele Händler hätten jedoch Investitionen aufgeschoben oder sich abgewandt, weil der Bestand des Marktes schon länger umstritten ist. Vorschläge, was sich bessern müsse, gebe es genug, doch zunächst gehe es um den Erhalt des Marktes. Auf wenigstens zehn bis 15 gestrichene Arbeitsplätze schätzt Kunert den Verlust, wenn die Stadt ernst macht. Er selbst müsse einen Arbeitsvertrag kündigen und zwei freien Beschäftigten absagen.

Ein Einwand, der den Wirtschaftsbürgermeister offenbar kalt lässt. Die „Argumentation bezüglich der drohenden Insolvenz einiger Händler (…) kann nicht Gegenstand der Betrachtung sein, (…) ob der Wochenmarkt Altmarkt fortgeführt wird“, schreibt er. „Das ist eine Frechheit“, bringt allein dieser Satz Monika Brozowski auf die Palme. Seit Wendezeiten verkauft hat sie auf dem Altmarkt Socken – mit einer kleinen Pause, als die Stadt schon einmal ihr Sortiment dort nicht haben wollte. Jetzt stehe sie vor „dem wirtschaftlichen Zusammenbruch“, müsse eine Angestellte entlassen.

Auf das noch ausstehende Altmarkt-Konzept setzen die Händler wenig Hoffnungen. Sie sind bei dessen Erarbeitung nicht einbezogen worden. Es gehe dabei um „den Altmarkt insgesamt als Markt und Veranstaltungsplatz“ und „nicht ‚nur’ um den Wochenmarkt“, heißt es auf Anfrage von DNN-Online dazu lapidar. Bedeutet: Der Altmarkt soll offenbar mehr für Veranstaltungen und Sondermärkte genutzt werden, die als einträglicher angesehen werden. Entsprechend ist das Defizit, das der Wochenmarkt einfahre, ein Hauptgrund für dessen Abwicklung. Aktuelle Zahlen dazu gibt die Stadt nicht heraus, für das Jahr 2010 hat es Hilbert auf 50.000 Euro beziffert. Wie diese Zahl zustande kommt, wollte die Verwaltung trotz Anfrage ebenfalls nicht erklären.

Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.