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Wissenschaftler: In Dresden wird's heiß und heißer

Wissenschaftler: In Dresden wird's heiß und heißer

Der Hochsommer in diesem Jahr war erst der Anfang: In Dresden wird es künftig heiß und heißer. Zudem toben sich in den kommenden Jahrzehnten über dem Elbtal immer häufiger Sommergewitter aus und auch Überschwemmungen wie die Juni-Flut häufen sich in Zukunft.

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Perspektivisch muss in Dresden mit häufigeren langanhaltenden Dürreperioden von bis zu drei Wochen gerechnet werden. Dann trocknet auch die Elbe weitestgehend aus.

Quelle: Sebastian Kahnert

Das prophezeien die Meteorologen, Mathematiker, Ökologen und anderen Wissenschaftler des Forschungsprojektes "REGKLAM", das sich nun dem Ende nähert. Sie fordern Stadtplaner, Häuslebauer und Landwirte auf, sich bereits jetzt darauf einzustellen.

Laut den REGKLAM-Simulationen wird es in der Region Dresden gegen Ende des 21. Jahrhunderts dreimal so viele superheiße Tage mit Temperaturen jenseits der 30 Grad geben wie bisher. Die Jahresmitteltemperaturen dürften sich um etwa drei Grad auf dann über 13 Grad erhöhen. Und dabei sind die Forscher schon von der Wetterstation Klotzsche ausgegangen, was bedeutet: In den Straßenschluchten der Innenstadt, ganz unten im Elbtal, wird es noch bulliger.

"Diese hohen Temperaturen führen zu einem wachsenden Risiko heftiger Sommergewitter mit Hagel und der Gefahr lokaler Überschwemmungen", erklärte Meteorologie-Professor Christian Bernhofer von der TU Dresden, der an dem Forschungsprojekt beteiligt war. "Trotzdem muss auch mit häufigeren langanhaltenden Dürreperioden von bis zu drei Wochen gerechnet werden."

In der Konsequenz appellieren die Forscher zum Beispiel an Häusle-Bauer, ihre Eigenheime mit weniger Fenstern und besserer Wärme-Dämmung zu errichten, zum Schutz gegen Hochwasser auf Keller zu verzichten, möglicherweise auch Flutschotten im Haus zu installieren. Stadtplaner wiederum sollten nicht alle Brachflächen zur Bebauung freigeben, sondern mehr Stadtparks pflanzen - dies könnte das Stadtteil-Mikroklima im Hochsommer um einige Grad entlasten. Und auf Wasserknappheiten müssten sich insbesondere auch die Bauern und Gärtner einstellen. Ihnen schlagen die Ökologen vor, Kirschenplantagen zu überdachen, um sie vor starken Regen zu schützen, und Apfelgärten mit Hagelnetzen zu versehen.

Formuliert haben die Experten diese und weitere Ratschläge, die nun auf der Internetseite www.regklam.de abrufbar sind, nicht etwa aus dem "Öko-Bauch heraus", sondern nach jahrelangen Studien: Das "Regionale Klimaanpassungsprogramm Modellregion Dresden" wurde vom Bundesforschungsministerium vor fünf Jahren initiiert und ist in seiner Art deutschlandweit bisher einzigartig.

Klimatipps auf andere Regionen übertragbar

Unter Leitung des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) Dresden untersuchten seitdem Experten aus zahlreichen Forschungseinrichtungen und Verwaltungen interdisziplinär, wie sich das Klima im Großraum Dresden bisher verändert hat und simulierten dann den weiteren Klimawandel bis zum Jahr 2100. Dabei haben sie den Raum zwischen tschechischer und Brandenburger Grenze, zwischen Nossen und Sebnitz berücksichtigt, in dem etwa 1,2 Millionen Menschen leben.

Insgesamt flossen etwa elf Millionen Euro - größtenteils Fördermittel - in das Projekt. Im Oktober sollen die Ergebnisse offiziell der sächsischen Landesregierung und Wirtschaftsvertretern übergeben werden, wie REGKLAM-Sprecherin Daniela Boutahar ankündigte. Die erarbeiteten Ratschläge "gelten aber nicht nur für Dresden und sein Umland", wie IÖR-Direktor Prof. Bernhard Müller betonte, "sondern können häufig auch auf andere Großstädte und Regionen in Deutschland übertragen werden".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.08.2013

Weckbrodt, Heiko

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