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Wissen schafft Verknüpfung: Die digitale Dimension der Kultur - Summer School an der TU Dresden

Wissen schafft Verknüpfung: Die digitale Dimension der Kultur - Summer School an der TU Dresden

"Von der Vitrine zum Web 2.0 - Museen, Bibliotheken und Archive im digitalen Zeitalter" suggeriert eine Umwälzung, die bereits durch virtuelle Museumsrundgänge, beispielsweise durch die Gemäldegalerie im "Metaversum" Second Life, eingeläutet schien.

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Doch gerade die ausschließliche Verlegung von Kultureinrichtungen ins Netz soll nicht Gegenstand der am Montag begonnenen zwölftägigen Summer School an der TU Dresden sein, sagt Kerstin Küster, die zusammen mit Felicitas von Mallinckrodt das Projekt koordiniert. Vielmehr soll aufgezeigt werden, wie neue Medien integriert werden können, um die echten Schätze, die Originale, noch sinnvoller beleuchten und ergänzen zu können.

Dafür hat sich die Summer School zahlreiche Referenten von renommierten Institutionen an Bord geholt, die mit den 24 ausgewählten Teilnehmern den Ist-Zustand der Digitalisierung ermitteln und neue Möglichkeiten für die Zukunft ausloten werden. Organisiert vom Sonderforschungsbereich (SFB) "Transzendenz und Gemeinsinn" der Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften der TU Dresden, kann das Projekt mit starken Partnern punkten: den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden (DHMD), dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr Dresden und der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB). Das DRESDENconcept, Bestandteil der Exzellenzinitiative der Universität, das bereits frühere Kooperationen des SFB mit Dresdner Kultureinrichtungen beförderte, half durch die Bereitstellung von Referenten und Koordinatoren bei der Realisierung des interdisziplinären Symposiums, die finanzielle Unterstützung ist Henry Arnold zu verdanken. Der in New York lebende Mäzen und Ehrensenator der TU Dresden pflegt eine intensive Beziehung zu seiner Heimatstadt und konnte für die Idee gewonnen werden. Der Politikwissenschaftler Hans Vorländer leitet die Summer School.

Im Zentrum der Sommerakademie steht die Erkenntnis, dass moderne Medien nicht nur für die Rezipienten neue Wege ebnen, an Wissen zu gelangen, sondern auch neue Herausforderungen für die Hüter dieses Wissens darstellen. Die allgemeine Problematik dieser Medien gilt also im besonderen Maße für Kultureinrichtungen. Wenn die Mittel knapp sind, müssen auch Bibliotheken bei der Digitalisierung Prioritäten setzen. Filter werden benötigt, gerade für Besucher von Museen, um Abwehrreaktionen gegenüber einer etwaigen Informationsflut zu vermeiden. Die Mitarbeiter der Institutionen müssen lernen, mit immer neuen Werkzeugen umzugehen. Programmieren lernen, wie es Jillian York kürzlich in einem Zeit-Interview bezüglich der Bewahrung unserer Meinungsfreiheit gegenüber großen Meinungsmachern wie Google forderte, müssen sie zwar noch nicht. Dennoch ist eine Kombination aus Geisteswissenschaft und Informatik sicher nicht ungünstig für künftige Mitarbeiter.

So konzentrieren sich die vier Sektionen des Symposiums zum einen auf die Veränderungen von Berufsprofilen, zum anderen auf Organisation, Vermittlung und Präsentation von Kultur und Wissen unter neuen Voraussetzungen. Die Teilnehmer lernen innovative Konzepte beteiligter Institutionen, wie die Inventarisierungs-Datenbank Daphne der SKD, oder die Ausgestaltung des Militärhistorischen Museums, die den Einsatz digitaler Medien forciert, kennen. Sie besichtigen auf Exkursionen zwei im Aufbau befindliche Museen in Chemnitz und Usti nad Labem, die versuchen, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. In den wenig bekannten technischen Sammlungen der TU Dresden können sie dann selbst Ideen zur Neustrukturierung und Präsentation der verborgenen Schätze beitragen. Die Ergebnisse aller Sektionen - "Digitalisierung in Museen und Bibliotheken. Erfahrungen, Methoden, Strategien" in der SLUB, "Akademische Forschung und universitäre Sammlung im digitalen Zeitalter" an der Universität, "Virtuelle Inventarisierung - Potentiale der Provenienzforschung" bei den SKD und "Kulturelle Bildung und Social Media" im DHMD und im Militärhistorischen Museum - sollen am 12. Oktober in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt werden.

Die Teilnehmer aus ganz Deutschland sind oder waren teilweise selbst in Museen, Bibliotheken oder Archiven tätig, wie Claudia Becker, die das Vilém Flusser Archiv in Berlin betreut. Oft ist die digitale Dimension der Kultur Forschungsgegenstand ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Heike Messemer beispielsweise promoviert in Kunstgeschichte zur Typologie und Genese digitaler Architekturmodelle an der LMU München. Der überwiegende Teil erhofft sich vor allem Erfahrungsaustausch mit anderen Teilnehmern und den Experten, zu denen der Dresdner Soziologe Karl-Siegbert Rehberg, der Kunsthistoriker Hubertus Kohle von der LMU München, Peter Strohschneider, ehemaliger Vorsitzender des Wissenschaftsrates und gewählter Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, und die australische Kuratorin Catherine Nichols gehören.

Informationen zu den drei öffentlichen Veranstaltungen unter:

http://www.sfb804.de/veranstaltungen/summer-school-2012/programm.html

http://dss.hypotheses.org/

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.10.2012

Cornelia Posselt

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