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Wird die TU Dresden Elite-Uni? Freitag fällt die Entscheidung in der Exzellenzinitiative

Wird die TU Dresden Elite-Uni? Freitag fällt die Entscheidung in der Exzellenzinitiative

Freitag ist Entscheidungstag. Das klingt nach einer der vielen Casting-Shows im Privatfernsehen. Es geht aber nicht darum, wer den Titel „Germany's next Topmodel“ oder „Superstar“ tragen darf, es geht um mehr. Es geht um den Titel „Exzellenz-Universität“.

Und es geht um rund 170 Millionen Euro, mit denen die TU Dresden in den kommenden fünf Jahren finanziell gefördert werden könnte.

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Am Verbund der exzellenz-Bewerbung sind selbst die Staatlichen Kunstsammlungen beteiligt.

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Es ist die zweite Phase der sogenannten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern, mit der Spitzenforschung an den deutschen Universitäten gefördert wird. Der bundesweite Wettbewerb zielt darauf ab, den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. In den vergangenen Monaten hat eine gemeinsame Kommission aus Vertretern der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates (WR) die eingereichten Anträge der Universitäten bewertet. Ihre Förderempfehlungen lässt die Kommission nun dem Bewilligungsausschuss zukommen, dem neben den Kommissionsmitgliedern auch die Wissenschaftsminister des Bundes und der Länder angehören. Der Ausschuss gibt am Freitag bekannt, welche der 32 Universitäten, die noch im Rennen sind, mit welchen Projekten bis Ende 2017 mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro gefördert werden.

„Hätten wir uns nicht beworben, hätten wir signalisiert: Wir wollen nicht in der 1.Liga spielen“, meint Hans Müller-Steinhagen, der Rektor der TU Dresden, und erklärt weiter: „Der Exzellenz-Titel würde die Chance erhöhen, uns auch international zu einer der führenden und leistungsstärksten Universitäten zu entwickeln“.

Die Universitäten können in dem Programm, das 2005 ins Leben gerufen wurde, die finanzielle Förderung in drei Förderlinien beantragen: Für die „Graduiertenschule zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“, für „Exzellenzcluster für die Spitzenforschung“ und für „Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung“. Als einzige Hochschule Sachsens ist die TU Dresden in der aktuellen Phase der Exzellenzinitiative noch dabei. Und zwar mit vier Anträgen: Mit der Graduiertenschule „Dresden International Graduate School for Biomedicine and Bioengineering“ , die bereits im Rahmen der Exzellenzinitiative gefördert wird und nun fortgesetzt werden soll. Sie zielt darauf, die weltweit besten Nachwuchswissenschaftler auf den Gebieten der Zellbiologie, Biomedizin, Biophysik und des Bioengineerings auszubilden.

Weiterhin bewirbt sich die TU mit zwei Exzellenzclustern: Das „Center for Regenerative Therapies Dresden“ betreibt Grundlagenforschung für bessere Therapieverfahren unter anderem für Leukämie, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Das Projekt wird ebenfalls seit 2006 mit jährlich 1,5 Millionen Euro gefördert. Der Fortsetzungsantrag hat ein finanziellen Umfang von 41,3 Millionen Euro. Beim zweiten Cluster - „Center for Advancing Electronics Dresden“ - geht es um die Zukunft der Datenverarbeitung. Die Förderungssumme würde rund 40 Millionen Euro betragen.

„Die Fördergelder werden so investiert, wie sie auch beantragt werden“, erklärt Müller-Steinhagen. “Zum Beispiel um die IT der gesamten Universität weiter zu entwickeln, ein Welcome Center aufzubauen, die besten Köpfe nach Dresden zu holen und die Internationalität der Universität zu erhöhen.“

Um sich „Exzellenz-Universität“ nennen zu können, muss die TU aber in allen drei Kategorien punkten - also auch in der dritten Förderlinie. Beworben hat sie sich mit dem Zukunftskonzept „The Synergetic University“, das auf einem Verbund der Universität mit 15 führenden Forschungs- und Kulturinstitutionen im Großraum Dresden basiert. Damit sollen Synergien in Forschung, Lehre und wissenschaftlicher Infrastruktur erzielt werden. Die Partner - unter ihnen auch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Deutsche Hygiene-Museum - wollen unter anderem neue Forschungsschwerpunkte identifizieren und Spitzenkräfte rekrutieren.

„Mit dem Zukunftskonzept werden zahlreiche Projekte und Maßnahmen beschrieben, mit denen wir die TU als Volluniversität weiter entwickeln und die Bedingungen für Forschung und Lehre insgesamt optimieren“, erklärt der Rektor der TU. Von dieser Optimierung würden auch die Studierenden – etwa durch die Modernisierung der gesamten IT – profitieren. Nach der ersten Phase der Exzellenzinitiative durften sich neun Universitäten über den Elite-Titel freuen, darunter die FU Berlin sowie die LMU und TU München.

In der aktuellen Phase steht Dresdens Technische Universität bei den „Neulingen“ in harter Konkurrenz zur Humboldt-Universität Berlin, der Universität Bochum, der Universität Bremen, der Universität zu Köln, der Universität Mainz und der Universität Tübingen und muss sich gleichzeitig gegen schon früher gekürte Exzellenzuniversitäten behaupten. Fakt ist allerdings, dass die TU als einzige „Ost-Universität“ noch im Wettbewerb ist. Ob die TU deswegen einen „Ost-Bonus“ genießt? Einige Politiker im Sächsischen Landtag – darunter Gerhard Besier (Die Linke) – vermuten jedenfalls, dass die Entscheidung über die Förderung der TUD möglicherweise eine „politische“ sein wird.

Leonie Born

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