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"Wir sind sauer": Dresdner Straßenmusiker müssen ab Freitagmorgen Auftrittsgenehmigung beantragen

"Wir sind sauer": Dresdner Straßenmusiker müssen ab Freitagmorgen Auftrittsgenehmigung beantragen

„Es ist eine Katastrophe für uns!“ Vladislaw und seine Künstlerkollegen sind sauer über die neue Verordnung für Straßenmusiker, die seit dem 1. August in Dresden in Kraft ist.

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Quelle: Julia Vollmer

Am Freitagmorgen um acht Uhr morgens öffnete das Straßen- und Tiefbauamt an der St. Petersburger Straße zum ersten Mal seine Pforten für die Musiker und Künstler, die sich nun eine Genehmigung für einen Auftritt abholen müssen. Von einer langen Schlange vor dem Amt jedoch keine Spur, nur zwei Künstlergruppen waren gekommen.

Von Freitag an müssen alle Dresdner Straßenmusiker und Künstler sich täglich im Straßen- und Tiefbauamt einfinden, um sich eine Genehmigung zu holen. Es werden jedoch nur so viele Auftrittsformulare verteilt, wie Plätze zur Verfügung stehen. Jeder Künstler erhält jedoch maximal zwei Genehmigungen pro Woche. „Wir sind Pantominenkünstler aus Tschechien und Polen. Unsere Deutschkenntnisse sind noch nicht so gut und nun müssen wir uns jeden Tag auf dem Amt durch diese Formulare quälen“, ärgert sich Vladislaw.

Durch die Wartezeiten bei der Behörde gehe den Künstlern viel Zeit verloren, in denen sie eigentlich Geld verdienen könnten. Und einnehmen müssen sie in Zukunft mehr. Denn eine Genehmigung kostet pro Tag fünf Euro, werden CDs verkauft, sind 2,20 Euro zusätzlich fällig. Auch die Mitglieder eines polnischen Streichertrios waren am Freitag ins Tiefbauamt gekommen, um sich die Genehmigung zu holen. „Wir haben von anderen Musiker erfahren, dass wir nun diesen Zettel brauchen“, erzählen Magda, Anja und Magda. „Schwierig für uns ist es, wenn wir einen lauten Auftrittsort zugeteilt bekommen, am Dr. Külz-Ring ist es natürlich viel lauter als etwa am Neumarkt. Je lauter der Verkehr, desto weniger hört das Publikum unsere Musik“, bedauern sie.

Denn auch die Auftrittsorte für die Straßenkünstler sind vorgeschrieben, laut Stadtverwaltung sind das die Standorte Prager Straße, Dr.-Külz-Ring, Altmarkt, Taschenberg, Neumarkt, Schlossplatz. Straßenmaler dürfen nur noch auf dem Wiener Platz tätig werden. „Wir hoffen, dass die neuen Regelung für die Straßenmusik bald wieder abgeschafft werden“, so das Trio aus Polen. Für eine sofortige Aussetzung der Neuregelung setzt sich auch das Bündnis „Kultur sucht Raum“ in einem offenen Brief an Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) ein. „Nehmen Sie einen Dialog mit allen Beteiligten auf, damit gemeinsam eine sinnvolle Regelung gefunden werden kann, welche die Interessen aller berücksichtigt“, so die Initiativen „Artists of Dresden“ und „Kultur sucht Raum“. Auch die Grünen-Politiker Hoffsommer, Jähnigen und Lichdi, die Linken-Stadträte Matthis, Kaufmann und Muth sowie die Piraten-Stadträte Schulte-Wissermann und Engemaier unterschrieben den offenen Brief. Die geplante Regulierung der Straßenmusik sei bürokratisch, lebensfremd und realitätsfern. Die Zahl der zitierten 100 schriftlichen Beschwerden gegen die Lärmbelästigung stände in keinem Verhältnis zu den tausenden Zuhörern, die sich an der Musik an den touristischen Plätzen erfreuen, so der Brief. „Die Regulierung ist ein Kahlschlag für eine vielfältige, offene und freie Kunst“, fasst das Schreiben an OB Orosz die Meinung der Unterzeichner zusammen.

Julia Vollmer

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