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"Wir sind keine Sklaven, sondern eure Versorger" - LKW-Fahrer demonstrieren am Samstag in Dresden für faire Löhne

"Wir sind keine Sklaven, sondern eure Versorger" - LKW-Fahrer demonstrieren am Samstag in Dresden für faire Löhne

„Wir sind nicht eure Sklaven, sondern eure Versorger“. „Fairer Lohn für unsere Arbeit“. Unter diesem Motto demonstrieren am Samstag Hunderte LKW-Fahrer und ihre Angehörigen für faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

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Quelle: Julia Vollmer

Die Organisation „Actie in de Transport Deutschland“ (AidT) hat zu der Kundgebung aufgerufen und erwartet rund 200 Lkw-Fahrer.

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LKW-Demo am Altmarkt

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"Ich arbeite manchmal 70 Stunden in der Woche und verdiene gerade einmal 1200 Euro. Mit so einem Lohn kann ich meine Familie nur sehr schwer durchbringen", erzählt Brummi-Fahrer Stefan. Oft ist er mehrer Nächte von Frau und Tochter getrennt und sitzt sehr oft überarbeitet am Steuer. Neben besseren Löhnen demonstrierten die LKW-Fahrer auch für Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten. Durch immer mehr Stress überschreiten viele Fahrer oft die Lenkzeiten und fahren dann müde und konzentriert, ein hohes Unfallrisiko entsteht, so die Fahrer.

AidT-Gründer Udo Skoppeck sitzt seit über 30 Jahren hinter dem Lkw-Lenkrad. Wegen seiner Töchter ist er selbst vor gut einem Jahr zum Aktivisten geworden, wie er selbst sagt.Er wolle wieder mehr geregelte Zeit mit ihnen verbringen. Soziale Netzwerke und der Austausch im Internet brachten ihn dazu, sich verstärkt für die Interessen der Fahrer einzusetzen. Jetzt will er die Parameter der Branche ändern. Er möchte erreichen, dass seine Zunft wieder einen lebenswerten Job ausüben kann. Wie ein Lauffeuer habe sich ein erster Aufruf herumgesprochen. Im vergangenen Jahr erfolgten Demonstrationen in Berlin, Dortmund, Lübeck und weiteren Städten.In Dresden wird Skoppeck ebenfalls vor Ort sein, als Anmelder steht jedoch der Berliner Lkw-Fahrer Dirk Duhme Rede und Antwort. „Dresden muss damit rechnen, Arbeitsplätze in der Logistik-Branche zu verlieren“, schätzt er die Transportrouten zwischen den westeuropäischen Häfen und osteuropäischen Lieferländern ein. Da liege Dresden auf der Hälfte und komme als Ausgangspunkt kaum in Frage. Duhme, selbst seit 30 Jahren Lkw-Fahrer, verzeichnet für seine Branche einen Reallohnverlust. „Es handelt sich nicht um eine Stagnation, sondern tatsächlich um einen Rückgang“, ist er überzeugt.

Tage mit 15 Stunden Arbeitszeit seien häufig die Regel.Mario Klapp, Leiter der Verdi-Bundesfachgruppe Postdienste, Speditionen und Logistik, unterstützt die Forderungen der AidT. Deutschlandweit gäbe es etwa 900.000 Berufskraftfahrer, der Güterumschlag auf der Straße wachse, aber eine geeinte Stimme fehle bislang. „Das Engagement ist wichtig. Die entscheidende Frage ist, wie die Fahrer vereint für ihre Forderungen auftreten können“, ordnete er die noch junge Initiative ein. Da der Wettbewerb in Europa laut Klapp brutal sei, sehe er hier auch Lösungsansätze. Europaweit gelte zurzeit noch die Kabotageregelung. Die sieht eine beschränkte Transportleistung von ausländischen Spediteuren innerhalb eines Landes vor. „Die Kontrollen müssten erhöht werden, aber bei der Polizei fehlt dafür das Personal“, so Klapp, der in Dresden über ein Gespräch mit der sächsischen Landesregierung erfreut wäre.

dbr/ jv

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