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"Wir fühlen uns benachteiligt": Tagespapa Titus Parade klagt gegen E-Kita-System

"Wir fühlen uns benachteiligt": Tagespapa Titus Parade klagt gegen E-Kita-System

Sieben Dresdner Tageseltern klagen gegen das neue E-Kita-System der Stadt. Tagespapa Titus Parade ist einer von ihnen. „Das System benachteiligt uns Tageseltern.

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Quelle: dpa

Innerhalb des System können die Eltern nicht sofort sehen, ob sich in ihrer Nähe auch eine Tagespflegeperson befindet und auch keinen direkten Kontakt mit uns aufnehmen“, so der Tagespapa aus Dölzschen. Erst auf den dritten oder vierten Klick würden die Eltern die Tageseltern finden. Vor den persönlichen Kontakt ist die Vermittlungsstelle dazwischen geschaltet.

 „Die Stadt hat uns klar signalisiert, wie wichtig sie die Tagespflege einschätzt. Den Termin für die Informationsveranstaltung hat die Verwaltung auf 16.30 Uhr gelegt. Eine Uhrzeit, zu der wir noch arbeiten. So konnte also kaum ein Tagespapa- oder Mama den Termin wahrnehmen“, so Titus Parade. Ein weiterer Kritikpunkt Parades ist die Unübersichtlichkeit des Portals. Man könne nicht direkt sehen, bei welchen Tageseltern ab wann ein Platz frei sei. Der Dölzschener Tagesvater hat gemeinsam mit anderen Dresdner Eltern den Verein „Tageseltern für Dresden e.V.“ gegründet.

Die Initiative hat zum 1. Juli das Portal „Mamina“ freigeschaltet, das sich um die Vermittlung von Tageseltern in Dresden kümmert. Titus Parade ist nun gespannt, wie es mit der Klage weitergeht. Am 6. September soll das Gericht nun sein Urteil fällen. „Ich finde es bedenklich, dass die Stadt die Klage einfach übergeht und sein System trotzdem am Sonntag starten will. Sie setzt sich einfach über unseren Einwand hinweg.“

 Die Stadt hat dem Gericht eine Antragserwiderung geschickt, aus der hervorgeht, dass die Angebote der Kindertagespflege bereits jetzt im Onlineportal fest eingebunden sind. Weitere Verbesserungen in der Darstellung wurden von der Stadt in Aussicht gestellt. Die Beteiligung der einzelnen Tageseltern an der Gesamtdarstellung im Elternportal ist freiwillig. Derzeit sind lediglich 32 Dresdner Tagesmütter und –väter bereit, ihre Angebote im Elternportal zu präsentieren.

Am Freitagnachmittag teilte das Gericht der Landeshauptstadt mit, dass die Erklärung der Stadt an die Anwälte der Gegenseite übersandt wurde. Das Gericht bittet die Gegenseite um eine Stellungnahme bis zum 5. September. Bürgermeister Martin Seidel: „Wir gehen davon aus, dass das Verwaltungsgericht Dresden damit heute keine einstweilige Anordnung mehr erlassen wird. Das Elternportal wird deshalb planmäßig am Sonntag in Betrieb gehen. Für die Eltern bringt das eine enorme Erleichterung.“

So funktioniert das neue Portal: DNN-Redakteur Heiko Weckbrodt hat mitgefilmt!

Ursprünglich war der Start des E-Kita System schon zum 1. Juli geplant, musste dann aber verschoben werden. Das Elternportal soll eine Antragstellung für bis zu fünf Wunscheinrichtungen in kommunaler oder freier Trägerschaft bzw. bei Tagesmütter oder Tagesvätern ermöglichen. Damit soll vermieden werden, dass sich die Eltern bei vielen verschiedenen Trägern bewerben und die Wartelisten immer weiter wachsen. Auch ein Wechselantrag zwischen den Einrichtungen soll unabhängig von der Trägerschaft online möglich sein.

Als ersten Schritt müssen die Eltern ein Benutzerkonto anlegen. Für die Suche nach einem passenden Betreuungsplatz stehen verschiedene Filter zur Verfügung. Suchkriterien können unter anderem sein: Träger, Wohnortnähe oder Nähe zum Arbeitsplatz ebenso wie das Konzept oder die Öffnungszeiten. Alle Kindertageseinrichtungen sind mit ihren jeweiligen Kontaktdaten und Öffnungszeiten hinterlegt. Alle Anträge werden zunächst in der zentralen Beratungs- und Vermittlungsstelle erfasst und an die jeweiligen Kindertageseinrichtungen in der von den Eltern gewünschten Priorität weiter geleitet.

Die Einrichtungen entscheiden selbst über das Zustandekommen eins Betreuungsvertrages, zugewiesen wird kein Kind. Frühestens acht, spätestens drei Monate vor Betreuungsbeginn sollen die Eltern dann Bescheid bekommen, wo und ob sie einen Platz bekommen. Doppelbezahlungen in zwei Einrichtungen soll es bei einem Wechsel vermieden werden. Sind alle fünf Wunscheinrichtungen belegt, helfen die Mitarbeiter des Eigenbetriebes Kita bei der weiteren Suche. Eltern, die keinen Internetzugang haben, können auch weiterhin den Papieranmeldebogen nutzen. Dieser ist erhältlich in den Kindertageseinrichtungen oder den Auslagestellen im Rathaus. Das Elternportal steht in deutscher und in Kürze auch in englischer Sprache zur Verfügung. Informationen zur Nutzung stehen im Handzettel „Elternportal - Anmeldung für einen Platz in einer Kindertageseinrichtung/Kindertagespflege“. Den Handzettel gibt es an den Infostellen im Rathaus, in den Kindertageseinrichtungen sowie im Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen.

Julia Vollmer

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