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"Wir bieten bezahlbaren Wohnraum in Dresden" - Gagfah-Vorstandschef Thomas Zinnöcker im Gespräch

"Wir bieten bezahlbaren Wohnraum in Dresden" - Gagfah-Vorstandschef Thomas Zinnöcker im Gespräch

Seit einem Jahr ist Thomas Zinnöcker Vorstandsvorsitzender der Gagfah Group. Im Interview mit den DNN erläutert er, welche Pläne der Immobilienkonzern mit seinen rund 38 000 Wohnungen in Dresden hat, wie sich die Mieten entwickeln werden und wie es sich so als "Miethai" lebt.

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Thomas Zinnöcker ist seit einem Jahr Vorstandschef der Gagfah Group.

Quelle: PR

Frage: Noch vor wenigen Monaten wollte sich die Gagfah von ihrem Dresdner Bestand trennen. Was hat zum Umdenken geführt?

Thomas Zinnöcker: Die Gagfah war im Jahr 2012, als der Verkauf auf die Tagesordnung kam, noch in einer ganz anderen Situation. Auslaufende Kredite, die Auseinandersetzung mit der Stadt Dresden und viele andere Herausforderungen führten dazu, dass man ernsthaft über einen Verkauf nachdachte. Hätte man die Dresdner Bestände verkauft, wäre ich nicht zur Gagfah gewechselt. Denn unsere Immobilien in Dresden sind insgesamt in einem guten Zustand, die Stadt wächst und alle Rahmenbedingungen sind positiv. Außerdem sind die Kredite alle verlängert, das Verhältnis mit der Stadt und der Politik ist sehr konstruktiv und wir investieren wieder ordentlich Geld in Dresden.

Kann sich die Gagfah vorstellen, in Dresden Wohnungen zu bauen?

Bauen ist nicht unsere Kernkompetenz und deshalb denken wir derzeit nicht darüber nach. Wir bewirtschaften und modernisieren unsere Bestände und prüfen selektiv auch Zukäufe. Außerdem sind wir immer bereit, über den Verkauf von Grundstücken zu sprechen, die vielleicht als Bauland geeignet sind.

Wohnen ist das zentrale Wahlkampfthema der linken Parteien. Braucht Dresden wieder kommunalen Wohnungsbestand?

Aus der politischen Diskussion möchte ich mich heraushalten, aber wir wol- len für die Stadt Dresden weiterhin ein starker Partner sein. Die Stadt hat 10 000 Belegungsrechte, wir kümmern uns um unsere Mieter und die Immobilien, investieren in soziale Projekte, koope-rieren bei der Unterbringung bedürftiger Menschen, fördern Projekte der Nachbarschaftskommunikation und sind an vielen anderen Stellen ein aktiver Partner der Stadt und der Dresd- ner.

Bleiben die Mieten in Dresden bezahlbar?

Derzeit würde ich nicht davon ausgehen, dass die Mieten flächendeckend stark ansteigen. Die Einwohnerzahl steigt schneller als die Zahl der Wohnungen, aber auch die Kaufkraft steigt. Es kann aber durchaus passieren, dass in bestimmten Stadtteilen die Mieten schneller steigen als in anderen. Wir bieten weiterhin bezahlbaren Wohnraum in Dresden.

Wie hat sich die Zusammenarbeit mit der Stadt seit der Milliarden-Klage und dem Vergleich verändert?

Wir sind ein Partner der Stadt geworden, so wie das sein soll. Der Dialog mit der Verwaltung, weiten Teilen der Politik und den Mietervertretern ist konstruktiv und ergebnisorientiert. Wenn es ein Problem gibt, sprechen wir miteinander und lösen es. Beispiele sind der Abrissstopp, das Wohnen für Bedürftige, Quartiersmanagementprojekte und viele andere kleinere Initiativen.

Wieviel investiert die Gagfah in den nächsten Jahren in Dresden in ihren Wohnungsbestand?

In diesem Jahr investieren wir in Dresden voraussichtlich mehr als 40 Millionen Euro, davon rund 15 Millionen für Modernisierungsprojekte. Auch in den nächsten Jahren werden wir hier stark investieren. Das Modernisierungsprogramm wird aber von Jahr zu Jahr beschlossen. Zu den Mo-dernisierungsmaßnahmen gehören beispielsweise Wärmedämmung, Fenstererneuerung, Balkonanbau oder -modernisierung, Treppenhäuser, Bodenbeläge, Elektro, Sanitär und anderes. Außerdem versuchen wir bei Modernisierungen auch gleichzeitig barrierearmen Wohnraum zu schaffen.

Wie hoch ist der Leerstand bei der Gagfah?

Derzeit haben wir 1300 leere Wohnungen in Dresden. Allerdings sind im Moment nicht alle vermietbar. Wir werden aber alleine in diesem Jahr in Dresden rund 3800 Wohnungen aus der Fluktuation heraus vermieten und außerdem mehr als 300 Wohnungen renovieren, die seit einiger Zeit schon leer stehen.Die Gagfah unterstützt die Stadt bei der Unterbringung von Asylbewerbern.

Wieviele Wohnungen werden in diesem Jahr der Stadt zur Verfügung gestellt?

Das können wir bisher noch nicht genau beziffern, wir sind aber in einem sehr engen Dialog mit der Stadt. Uns ist es wichtig, dass Asylbewerber nicht nur untergebracht werden, sondern auch integriert und betreut. Daran arbeiten wir gemeinsam mit der Stadt, bisher ist das gut gelungen.

Die Linken bezeichnen Immobilienbesitzer als "Miethaie". Wie fühlt man sich als "Miethai"?

Wir gehen auf alle Parteien zunächst mal ohne Vorbehalte zu. Und wir haben mit fast allen Parteien einen konstruktiven Dialog. Dass man nicht immer einer Meinung ist, liegt in der Natur der Sache. Am Ende wird man an seinen Erfolgen gemessen, und die erzielt man am ehesten, wenn man miteinander offen diskutiert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.05.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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