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„Wir Menschen haben die Ohren an der Seite“

Stadt informiert über Akustik des neuen Kulturpalasts „Wir Menschen haben die Ohren an der Seite“

Nein, auf die Ohren gab es auf der Baustelle des Kulturpalasts noch nichts. Ehe im „Kulti“ erste Klänge zu vernehmen sind, wird es noch knapp anderthalb Jahre dauern. Dennoch wurde das Raumklang-Konzept für den künftigen Konzertsaal präsentiert.

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Philharmonie-Intendantin Frauke Roth (l.) und Akustikerin Margriet Lautenbach freuen sich auf den neuen Konzertsaal.

Quelle: Tanja Tröger

Dresden. Nein, auf die Ohren gab es auf der Baustelle des Kulturpalasts noch nichts. Bislang ist alles Akustische nur Theorie, abgesehen von Messungen im Modell, die die Schall-Experten vorgenommen haben. Ehe im „Kulti“ erste Klänge zu vernehmen sind, wird es noch knapp anderthalb Jahre dauern. Dennoch wurde am Freitag das Raumklang-Konzept für den künftigen Konzertsaal präsentiert. Ein warmer Klang soll entstehen, waren sich Philharmonie-Musiker, Architekten und Akustiker vorab einig.

Wichtigstes Kriterium für einen guten Sound: die Ausdehnung des Raumes. Der alte Kulti-Saal war schlichtweg zu breit, sodass die Seitenreflexion wegfiel und damit auch kein guter räumlicher Klang möglich war, erläuterten Architekt Stephan Schütz und Akustikerin Margriet Lautenbach. „Wir Menschen haben ja schließlich die Ohren an der Seite“, lachen sie. Der neue Saal wird deshalb schmaler, misst nur noch 25 Meter im Parkett. Außerdem wird er in sogenannten Weinbergstufen gestaltet, das heißt, das Orchester sitzt künftig fast in der Mitte, das Publikum gruppiert sich darum. Damit sich die Musiker gegenseitig und ihre eigene Musik gut hören, werden reflektierende Wände und Deckenelemente im Zentrum des Saales angebracht. Wände und Decke des Konzertsaales sind gefaltet, sodass die Töne gut streuen und auch die Besucher auf den oberen Rängen einen möglichst perfekten Klang genießen können. Soweit die Theorie.

Architekten und Akustiker stellten das Raumklang-Konzept für den neuen Konzertsaal im Kulturpalast vor. Fotos: Tanja Tröger

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„Wir können nicht alles berechnen“, schränkte Akustikerin Lautenbach ein. „Aber was wir nicht berechnen können, können wir messen.“ Also haben die Experten ein maßstabsgetreues 1:10-Modell gebaut, darin probiert und gemessen. Ebenso werden die neuen Sessel und die anderen Saal-Einbauten im Labor auf ihre Schalleigenschaften geprüft. Wenn der Saalausbau Ende 2016 beendet sein wird, können die Akustiker schließlich noch Feinjustierungen vornehmen.

Doch das ist Zukunftsmusik. Momentan bauen die Innenausbau-Experten der Firma Lindner gerade die gefalteten Stahlkonstruktionen an die Saaldecke und verkleiden sie mit Gipskarton. Dazu wurde eine Art Zwischendecke in den Saal eingezogen. Von diesem riesigen Gerüst aus können die Arbeiter die Decke erreichen. Dort ist auf etlichen Quadratmetern schon die gezackte Deckenkonstruktion erkennbar.

Anschaulichere Eindrücke vermitteln die beiden „Musterachsen“, die im Kulti angelegt wurden. Im Foyer hängt schon ein Stück der originalgetreuen Mogi-Decke samt Lampen und Notausgangs-Schild. Die Rekonstruktion der „monolithischen Gipskonstruktion“ hatte den Bauleuten mächtig Kopfzerbrechen bereitet. Erst, als ein Arbeiter kundtat, dass er Stuckateur gelernt und früher solche Decken eingebaut habe, ging es aufwärts. Die Originalformen wurden wiedergefunden, neue Deckenplatten aus Gips gegossen, aneinandergefügt und verfugt. So entsteht der Eindruck einer riesigen zusammenhängenden Deckenkonstruktion. „Jeder Dresdner wird seinen alten Kulturpalast wiedererkennen, wenn er das Foyer betritt“, versprechen die Planer.

Der Raumeindruck im Saal wird dagegen ein völlig neuer sein. Welcher, das lässt sich in einer abgeschirmten Ecke „vor-fühlen“. Auf fünf Metern Breite stehen dort wie auf dem künftigen Rang dunkelrote Polstersessel, davor ein dezentes Geländer, dahinter eine gezackte hölzerne Rückwand, die in eine gefaltete weiße Decke übergeht. Philharmonie-Intendantin Frauke Roth und Akustikerin Margriet Lautenbach nehmen fürs Foto schon mal Platz, freuen sich und halten die Daumen nach oben. Optimistisch ist auch Axel Walther, Geschäftsführer der Kommunalen Immobilien Dresden. „Wir liegen im Plan und sind sicher, dass wir Ende März 2017 fertig sind.“

ttr

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