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Wimax-Datenfunknetz in Dresden wird teils abgeschaltet

Wimax-Datenfunknetz in Dresden wird teils abgeschaltet

Wegen der wachsenden Konkurrenz durch andere schnelle Internetzugänge schaltet die Deutsche Breitbanddienste (DBD) GmbH aus Heidelberg Teile ihres vor sechs Jahren mit großen Hoffnungen gestarteten Wimax-Netz in Dresden wieder ab.

Heiko Weckbrodt

Das Unternehmen hat nun den betroffenen Kunden zum Jahresende gekündigt. Vor allem in Pieschen, Trachau und in Coswig wird der Datenfunk, der unter der Marke "MAXXonair" vermarktet wurde, künftig nicht mehr anliegen.

"Für mich war Wimax die letzte Hoffnung, weil bei uns kein DSL anliegt", berichtet ein Kulturmanager aus Dresden-Trachau, der nun auch die Kündigung erhielt - namentlich aber nicht genannt werden möchte. "Mein Arbeit baut auf Internet-Verfügbarkeit auf - da werde ich wohl über einen Umzug nachdenken müssen."

"Der weitaus überwiegende Teil des Netzes ist jedoch weiter in Betrieb", betonte Bernd Kieslich von der DBD. Allerdings will das Unternehmen zahlreiche Basisstationen abschalten, um angesichts sinkender Kundenzahlen Kosten zu sparen - damit deckt das Wimax-Netz allerdings weniger Stadtteile in Dresden und Umgebung ab.

Schnellere Alternativen inzwischen verfügbar

Grund dafür ist vor allem die Vielzahl an leistungsfähigen Alternativen, die es inzwischen gibt: Die Telekom zum Beispiel hat das lange Zeit unterversorgte Striesen mit einem Glasfaser-Pilotprojekt mit VDSL verkabelt, Kabel Deutschland hat einen großen Teil seines TV-Kabelnetzes internetfähig gemacht, fast überall liegt der Handy-Datenfunk UMTS/HSDPA an. Zudem haben Vodafone und Telekom mittlerweile auch im städtischen Raum den neuen Datenfunk "Long Term Evolution" (LTE) freigeschaltet, der Datenraten bis zu 100 Megabit je Sekunde erlaubt und damit zur ernst zu nehmenden Kabel-Alternative werden kann. Zum Vergleich: Das Wimax-Netz der DBD unterstützt Datenraten von maximal zwei Megabit je Sekunde - und diese wurden laut vielen Kundenmeldungen in den vergangenen Jahren in der Praxis oft nicht erreicht.

Wimax-Standard einst von Intel favorisiert

Die DBD hatte seinerzeit noch vor den großen Frequenzversteigerungen der Bundesnetzagentur den 3,5-GHz-Kanal eines insolventen Funkanbieters gekauft und darauf sein "MAXXonair"-Angebot aufgebaut. Damals sahen selbst Konzerne wie Intel noch eine große Zukunft für "Wimax", das mehr Reichweite und Datendurchsatz als WLAN versprach. In der Praxis konnte sich der Wimax-Standard indes nie richtig durchsetzen und wurde rasch von Mobilfunk-Standards wie HSDPA verdrängt.

Dies war aber 2004, als die DBD begann, drahtlose Wimax-Datennetze aufzubauen, noch nicht voraussehbar. Das Dresdner Netz ging 2006 an den Start. "Dies erfolgte zu einem Zeitpunkt, zu dem noch in einer ausreichenden Anzahl größere, geografisch zusammengehörige Bereiche nicht in einem ausreichendem Maße mit DSL oder Internet-fähigem Kabel versorgt waren", erklärte Kieslich. "Somit war das Ansinnen, ein Funknetz zu errichten, aus damaliger Sicht sinnvoll." Inzwischen wanderten jedoch viele Kunden zu technischen Alternativen ab.

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.12.2012

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