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Wilde Ernte am Straßenrand: "Obstretter" begeben sich rechtlich aufs Glatteis

Wilde Ernte am Straßenrand: "Obstretter" begeben sich rechtlich aufs Glatteis

Doch wie viele rotbackige Äpfel bleiben unbeachtet, an wie vielen Birnen tun sich nur Wespen gütlich, wie viele Kornelkirschen werden zertreten und zerfahren, weil die niemand pflückt.

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An manchen Stellen Dresden lässt sich Obst scheinbar legal sammeln.

Quelle: christianjuppe.de

Das will „Mundraub“ ändern. Dabei handelt es sich um ein Internetportal, dass die vergessenen Früchte in den Mittelpunkt rückt und letztlich für mehr Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln eintritt. Jeder kann bei Mundraub mitmachen und in eine interaktive Karte eintragen, wo jedermann im öffentlichen Raum Früchte ernten kann. Oberstes Gebot: Es dürfen keinesfalls Eigentumsrechte verletzt werden. Zum Plündern von Haus- und Kleingärten ruft dieses Portal also nicht auf.

Rechtlich ist es trotzdem eine schwierige Kiste. Denn genau genommen gibt es kein herrenloses Land. Auch eine nicht eingezäunte Streuobstwiese oder eine Obstbaumallee kann durchaus von jemandem fleißig bewirtschaftet werden, der dann richtig sauer ist, wenn andere die Früchte seiner Arbeit ernten. „Egal ob Apfel oder Auto, es handelt sich immer um Diebstahl gemäß § 242 StGB. Geblieben ist, dass der Diebstahl von Sachen mit geringem Wert (bis ca. 50 Euro) nur auf Antrag verfolgt wird“, schreibt die Berliner ra-online GmbH zum Thema auf ihrer Internetseite. Also wo kein Kläger, da kein Richter. Auf der sicheren Seite ist man nur dann, wenn man sich die Einwilligung beim jeweiligen Eigentümer eingeholt hat.

In Dresden gibt es laut Straßenbaumkataster ca. 2000 Obstbäume. „Stärkste Gruppe sind die Birnenbäume. Allerdings sind auch Wildformen erfasst, die im Ertrag keine kommerzielle Bedeutung haben“, heißt es aus der Stadtverwaltung auf DNN-Anfrage. „Straßen mit hohem Obstbaumbestand sind z. B. Am Steinigt, Nußallee, Elbstraße, Lugaer Straße.“ Im Rahmen von Nachpflanzungen würden auch Obstbäume an Straßen gepflanzt. Die Stadt wähle da jedoch nicht fruchtende oder klein fruchtende Sorten und Arten aus. Doch gibt die Stadt grünes Licht für die Obstbaumernte? „Im Rahmen der Rechtsprechung ist die unerlaubte Obsternte Diebstahl. Insbesondere bei Straßenobstbäumen lehnt die Landeshauptstadt Dresden aus Verkehrssicherheitsgründen die nicht autorisierte Ernte ab.“ Um die Gefahren, die durch Fallobst entstehen können, zu minimieren, habe man „an Schwerpunkten externe Firmen mit der Ernte ... beauftragt“.

Im Hasetal in Niedersachsen machen Gemeinden und der Tourismusverband indes gemeinsame Sache mit der Mundraub-Organisation. Sie entwickelten Modelle, wie die Tausenden für Anwohner und Touristen entlang des 200 Kilometer langen Radfernweges „Hase-Ems-Tour“ gepflanzten Obstbäume nachhaltig genutzt werden können.

Catrin Steinbach

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