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Wikipedia-Autoren schreiben und fotografieren in Dresdner Museen

„Eine wunderbare Art, mit ’dem Internet’ zusammenzuarbeiten“ Wikipedia-Autoren schreiben und fotografieren in Dresdner Museen

Besucher der etwas anderen Art verzeichneten am Wochenende das Dresdner Verkehrsmuseum und die Technischen Sammlungen. Knapp 30 Wikipedia-Autoren aus ganz Deutschland reisten an, ihre Laptops und Fotoapparate im Gepäck.

Jung und alt für freies Wissen: Knapp 30 Wikipedia-Autoren stellten am Wochenende neue Bilder und Texte zu Dresdner Museen und ihren Exponaten ins Online-Lexikon.

Quelle: Tanja Tröger

Dresden. Besucher der etwas anderen Art verzeichneten am Wochenende das Dresdner Verkehrsmuseum und die Technischen Sammlungen. Knapp 30 Wikipedia-Autoren aus ganz Deutschland reisten an, ihre Laptops, Fotoapparate und neugierigen Fragen im Gepäck. Erklärtes Ziel des „einfallenden“ „Wiki-Schwarms“: neue Artikel für das Internet-Lexikon anzulegen, bestehende zu verbessern oder Bilder von Ausstellungsexponaten zu ergänzen.

Aber nicht nur die weltweite Enzyklopädie profitiert von diesem Arbeitswochenende: Die beteiligten Museen werden im Internet viel präsenter, schließlich gehört die Wikipedia zu den weltweit am meisten genutzten Webportalen, erklärt Lili Iliev vom Förderverein Wikimedia Deutschland e.V., der die Veranstaltung finanziert und mitorganisiert. Da können herkömmliche Marketing-Maßnahmen mitunter nicht mithalten. „Das ist für die Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen eine wunderbare Art, mit ’dem Internet’ zusammenzuarbeiten. Im besten Falle entwickeln sich so langfristige Kontakte zwischen den Einrichtungen und einzelnen Wikipedianern vor Ort“, so Iliev.

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Impressionen vom Wikipedia-Arbeitswochenende im Verkehrsmuseum und den Technischen Sammlungen.

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„GLAM on tour“ lautet der Titel der Veranstaltungsreihe – „GLAM“ steht für Galerien, Bibliotheken (engl. Libraries), Archive und Museen. Neun solche Veranstaltungen haben die Wikipedianer seit 2013 schon organisiert. Die jeweils beteiligten Kultureinrichtungen, der Wikimedia-Verein und Wikipedia-Autoren organisieren die Wochenenden gemeinsam. Extra für die Verfechter des freien Wissens öffnen Museen ihre Depots und lassen die ungewöhnlichen Gäste Dinge tun, die sonst nicht erlaubt sind, beispielsweise Exponate aus der Nähe fotografieren. „So erfahren die Ehrenamtler eine Wertschätzung, die ihnen sonst oft nicht entgegengebracht wird“, sagt Lili Iliev.

Die Fotografen und Autoren freuen sich darüber, dass ihr Arbeitsaufwand gewürdigt wird – aber das ist nicht ihr ursprünglicher Beweggrund, viel Freizeit für Wikipedia zu „opfern“: „Das Neue zu entdecken ist für mich der Reiz“, sagt beispielsweise der 19-jährige Sandro Halank aus Dresden, „und einen Mehrwert zu bringen, frei verfügbares Wissen zu schaffen“. Obwohl er eigentlich Politik- und Kommunikationswissenschaften studiert, zog es ihn am Wochenende zur alten Röhrentechnik in den Technischen Sammlungen. „Die Geschichte von Radio und Fernsehen interessiert mich mehr, Autos sind dagegen nicht so meins. Außerdem haben wir vom Verkehrsmuseum schon viele Fotos“, erzählt er. Das selbsternannte Berliner Wikipedia-„Fossil“ Michael Schlesinger – seit 2005 ist er dabei – formuliert das augenzwinkernd deutlich drastischer: „Lokomotiven hängen uns zum Hals raus!“ Gemeinsam mit ihrem bayrischen Kollegen Dieter Hannig, Jahrgang 1943, machten sich die beiden nach einer Führung durchs Verkehrsmuseum also wieder auf zu den Technik-Regalen im Striesener Ernemann-Bau. Weiße Handschuhe angezogen, historische Geräte und Bauteile wie die Ablenk-Einheit eines Röhrenfernsehers im Bild festgehalten und dann ab damit in die Wikipedia. Zu den bis Sonntagnachmittag hochgeladenen 50 neuen Fotos werden wohl noch Dutzende hinzukommen, ebenso wie frische Artikel.

Von Tanja Tröger

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Im Ernemann-Turm in Dresden-Striesen können Interessierte in einem Vortrag Einblicke in das Online-Lexikon Wikipedia erhalten.

Viele nutzen sie, schon deutlich weniger Leute geben dies zu und noch viel weniger wirken aktiv an ihr mit: Die Online-Enzyklopädie Wikipedia spielt im alltäglichen Leben eine große Rolle, wenn es darum geht, Informationen über verschiedenste Themengebiete zu recherchieren oder sich einen Überblick

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