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Wiener Loch in Dresden: Streit um Stellplätze bringt Verzug

Wiener Loch in Dresden: Streit um Stellplätze bringt Verzug

Eigentlich, sagt Thomas Cromm, Vorstand der Revitalis Real Estate AG mit Sitz in Hamburg, würde sein Unternehmen jetzt den Bauantrag einreichen. Wenn da nicht die leidige Stellplatzfrage wäre.

"Die Stadt ist uns bei der von uns gewünschten Reduzierung der herzustellenden Parkplätze für die Wohnungen nicht entgegengekommen. Deshalb mussten wir umplanen." Aus diesem Grund liegt auch der Kaufvertrag für das Wiener Loch zwischen dem Hamburger Immobilienentwickler und der Stadt noch auf Eis.

Am 26. November 2012 habe die Stadt der Revitalis den Bauvorbescheid erteilt. Darin wird pro Wohnung ein Stellplatz gefordert. "In Hamburg muss man im Kerngebiet nur 0,6 Stellplätze pro Wohnung herstellen", erklärt Cromm sein Unbehagen. "Bei der ursprünglichen Planungsvariante mit nur einer Untergeschossebene hätten wir einen siebenstelligen Ablösebetrag an die Stadt zahlen müssen." Am 25. Januar legte die Revitalis Real Estate AG vorsorglich Widerspruch gegen den Bauvorbescheid ein.

Der hat sich laut Cromm längst erledigt. "Wir erfreuen uns einer regen Nachfrage von Mietern. Es gibt auch Interesse an größeren gewerblichen Mietflächen." Die Interessenten würden neben einer Erdgeschossfläche auch einen Großteil des ersten Untergeschosses anmieten. "Deshalb prüfen wir den Bau einer dritten Tiefgaragenebene. Dann wäre die vorhandene, neun Meter tiefe Baugrube vollständig ausgenutzt." Es müsste nichts aufgeschüttet und verdichtet werden, so der Vorstand.

Rund eine Million Euro habe der Immobilienentwickler bereits in die Planungen investiert, 65 bis 68 Millionen Euro werde die Bebauung des Wiener Lochs kosten. "Wobei wir diesen Begriff nicht so gerne hören, sondern lieber vom Prager Carrée sprechen", erklärt Cromm. Gleichzeitig bittet er um Verständnis für den Zeitverzug. "Bei einem Vorhaben mit einer solchen Dimension hat man hohe und zeitintensive Planungsprozesse. Insbesondere dann, wenn neben Wohnungen auch noch Handel hinzukommt." Angesichts der 15-jährigen traurigen Historie der Baugrube mitten am Hauptbahnhof sollten einige Wochen mehr oder weniger keinen Unterschied mehr ausmachen, findet der Vorstand.

Rund 200 Wohnungen sollen entstehen, die Nachfrage nach gut ausgestatteten Neubauwohnungen in Citylagen sei sehr groß. Dresden sei eine enorm wachsende Stadt mit guter Kaufkraft, das biete auch Potenzial für den Einzelhandel. Entlang der Prager Straße plane sein Unternehmen mit überwiegend kleinteiligen Geschäften, es werde aber auch mit Handelsketten sowohl aus dem Food- als auch dem Non-Food-Bereich verhandelt. "Namen kann ich noch nicht nennen, es ist gegenwärtig alles vertraulich."

Er gehe davon aus, dass der Kaufvertrag für das Wiener Loch im Mai beurkundet werden könne. "Es kann aber auch vier bis sechs Wochen länger dauern." Der Baustart sei abhängig von der Dauer des Genehmigungsverfahrens. "Wir wollen Ende 2013 loslegen und 2015 fertig sein", gibt Cromm den groben Zeitrahmen an. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei sehr gut und konstruktiv gewesen. "Ein großes Lob von unserer Seite an alle beteiligten Behörden." Einzige Ausnahme: die Frage der Stellplätze im Vorbescheid.

Die Revitalis sei sich der städtebaulichen Bedeutung des Prager Carrées bewusst. "Angesichts der jahrelangen unsäglichen Geschichte des Wiener Lochs haben wir eine große Verantwortung für die Bebauung", weiß der Vorstand.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.04.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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