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Wiegen, Messen und Zählen im Dresdner Zoo

Rund 1600 Tiere in 265 Arten Wiegen, Messen und Zählen im Dresdner Zoo

So recht wussten Wickelschwanz-Skink-Weibchen Polly und ihr Nachwuchs Paulchen am Donnerstag nicht, wie ihnen geschah. Pflegerin Michelle Nitzsche holte die beiden nachtaktiven Tiere aus je einem Beutel, um sie vermessen zu können. Grund ist die jährliche Inventur im Zoo.

Quelle: dpa

Dresden. So recht wussten Wickelschwanz-Skink-Weibchen Polly und ihr Nachwuchs Paulchen am Donnerstag nicht, wie ihnen geschah. Pflegerin Michelle Nitzsche holte die beiden nachtaktiven Tiere aus je einem Beutel, um sie im Prof. Brandes-Haus ordnungsgemäß vermessen zu können. Polly hielt sich regungslos kopfüber mit ihrem Greifschwanz an der Hand der 24-jährigen Pflegerin fest und erkundete die Lage mit Hilfe ihrer Zunge, die Duftstoffe aufnehmen kann. Die Messlatte ergab schließlich, dass es das ein viertel Jahr alte Paulchen auf stolze 23 Zentimeter gebracht hat und seine Mutter 34 Zentimeter lang ist. Wickelschwanz-Skinke sind auf den Salomon-Inseln im Pazifik beheimatete Baumbewohner, fressen am liebsten Hibiskus und können bis zu 30 Jahre alt werden. Im Terrarium des Zoos werden sie seit 1992 gehalten.

Im Zoo läuft die jährliche Investur. Rund 1600 Tiere müssen unter die Lupe genommen werden.

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Dass Polly und Paulchen vermessen wurden, hat seinen Grund. Am Donnerstag  fiel der Startschuss für die alljährliche Tierinventur im Zoo. Noch bis Ende Januar dauert das große Zählen, Messen und Wiegen. Deshalb konnte Zoochef Karl-Heinz Ukena zunächst nur vorläufige Zahlen vermelden. Seinen Angaben zufolge leben gegenwärtig etwa 1600 Tiere in 265 Arten im Zoo, davon 60 Säugetier-, 38 Reptilien-, 44 Fisch- und 95 Vogelarten.

Ein Schneeleopard, sieben Zwergotter, fünf Nyala-Antilopen und Orang-Utan-Junge Dalai kamen im vergangenen Jahr zur Welt. 2015 aus anderen Zoos bekommen hat Dresden u.a. Kordofan-Giraffe Gaia, sechs Humboldt-Pinguine, zwei Rotbüffel, einen Schweinshirsch und einen Kleinen Ameisenbär.

Zwei Chapman-Zebras, zwei Hornraben und ein Geierrabe haben den Zoo verlassen. In diesem Jahr in Dresden eintreffen sollen ein weiteres Chapman-Zebra und zwei Gorale (asiatische Ziegen). Ob auch die beiden Koalas Iraga und Mullaya endlich ein Weibchen zugesellt bekommen, ist aber ungewiss.

Etwas widerwillig ließen sich Kugelgürteltier „Ösi-Schnalle“ und ihr Junges „Brosche“ von Pfleger Ben Preußler wiegen. Genau 1373 Gramm brachte das fünf Jahre alte Weibchen auf die Waage, 759 Gramm ihre Ende Oktober geborene Tochter, die bei der Geburt ganze 70 Gramm schwer war. „Wenn  die Jungen etwa 1000 Gramm wiegen, geben wir sie an andere Zoos ab“, erklärt der 25-jährige Tierpfleger. Insgesamt sieben Kugelgürteltierchen hat Ösi-Schnalle schon auf die Welt gebracht.

Die Madegassischen Riesenfauchschaben durchzuzählen, gestaltete sich für Pflegerin Stefanie Silbermann nicht ganz so einfach. Die bis zu acht Zentimeter großen Insekten halten schließlich nicht still. Und sie geben tatsächlich ein leises Fauchen von sich, wenn sie aufgeregt sind. Sie können auch an einer Glasscheibe hoch krabbeln, besitzen aber keine Flügel und vermögen auch nicht zu springen. 36 dieser Tierchen, die man nicht in der Wohnung haben möchte, hat Pflegerin Silbermann letztlich gezählt.

Katrin Richter

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