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Wie verändern dumpfe Parolen die Gesellschaft?

Pegida soziologisch betrachtet Wie verändern dumpfe Parolen die Gesellschaft?

Verändert sich die Gesellschaft, wenn sich Tausende Menschen versammeln und Parolen wie „Volksverräter“ oder „Lügenpresse“ brüllen? Ist diese Terminologie nur eine Überspitzung der Realität oder gibt es historische Parallelen? Deutungsversuche gibt es am Montag in Dresden auf einem öffentlichen Symposium.

Eine Pegida-Veranstaltung in Dresden.

Quelle: dpa

Dresden. Verändert sich die Gesellschaft, wenn sich Montag für Montag Tausende Menschen versammeln und Parolen wie „Volksverräter“ oder „Lügenpresse“ brüllen? Ist diese Terminologie nur eine Überspitzung der Realität oder gibt es historische Parallelen? Trägt die rohe Sprache auch zu einer Verrohung der Sitten bei, die in letzter Konsequenz dazu führt, dass die Fensterscheiben der Wohnung eines Politikers eingeworfen werden?

Deutungsversuche gibt es am Montag ab 14 Uhr auf dem Symposium „Bedeutung und Kritik der Sprache im Umfeld der ‚Dresdner Spaziergänge‘“ in der Landeszentrale für Politische Bildung auf der Schützenhofstraße 36, das vom Verein „Projekt 21 II e.V.“ veranstaltet wird. „Ich bin sehr neugierig darauf, wie ein Soziologe die Polemik von Pegida beurteilt“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Michael Bürger, der als Rechtsanwalt in Dresden arbeitet.

Der Soziologe Erhardt Cremers von der Technischen Universität Dresden wird ein Referat zur Problematik halten, danach gibt es ein Video über die Wahrnehmung von Pegida im Ausland zu sehen, das sich insbesondere mit einer Reportage französischer Journalisten befasst. Schließlich wird der freie Autor Michael Bittner aus „Kritik der Sprache von Pegida“ lesen.

„Wir zielen nicht unbedingt auf ein fachkundiges Publikum ab, sondern wollen bevölkerungsübergreifend sensibilisieren“, erklärt Bürger. Alle Interessenten seien zu dem Symposium herzlich eingeladen. Der 17 Mitglieder starke Verein hat die Veranstaltung ehrenamtlich engagiert, was heißt: Die Referenten verzichten auf ein Honorar. „Projekt 21 II“ e.V. leiste seit vielen Jahren Präventionsarbeit gegen Rechts und setze immer wieder auf unterschiedlichste kulturelle Akzente. Am Montag wird er im Anschluss an das Symposium seinen Bürgerpreis verleihen – an eine engagierte Freitaler Einwohnerin, wie der stellvertretende Vorsitzende verrät.

Sein Hauptaugenmerk lege der Verein auf die Betreuung von Aussteigern aus der rechtsextremen Szene. „Aktuell betreut unser Projekt 18 Personen“, sagt Bürger. In diesem Jahr habe der Verein erstmals Fördermittel in Höhe von 5000 Euro erhalten. „Wir haben allein in diesem Jahr 50 Schulveranstaltungen mit Aussteigern organisiert.“ Meist würden Aussteiger aus der rechtsextremen Szene vor den Schülern auftreten. „Das öffnet vielen jungen Menschen die Augen“, so der stellvertretende Vorsitzende. Und hat einen zweiten Effekt: „Wenn sich jemand öffentlich als Aussteiger aus der Szene zu erkennen gibt, wird er nicht rückfällig.“

Thomas Baumann-Hartwig

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