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Wie soll „Dresden für alle“ künftig arbeiten? Kampagnentreffen für ein weltoffenes Dresden

Wie soll „Dresden für alle“ künftig arbeiten? Kampagnentreffen für ein weltoffenes Dresden

Etwa 250 Dresdner haben sich am Sonntag im Jüdischen Gemeindezentrum getroffen, um die weitere Arbeit des Bündnisses „Dresden für alle“ zu diskutieren.

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Rund 250 Dresdner diskutierten die künftige Arbeitsweise des Bündnisses "Dresden für alle".

Quelle: DNNOnline

Ziel sei es, die Organisation auf mehr Schultern zu verteilen und dadurch das Bündnis auf stabilere Füße zu stellen, sagten die Veranstalter. Die wenigen Menschen, die bislang Protestaktionen organisiert hatten, seien an ihre Belastungsgrenzen gestoßen. So hätte beispielsweise der für Montag geplante dritte "Neujahrsputz" der letzte seiner Art sein sollen.

Die Teilnehmer kamen in vier Arbeitsgruppen zusammen, um über kreative Protestformen, Öffentlichkeitsarbeit und die Unterstützung von Flüchtlingen zu sprechen. Zudem diskutierten sie, wie die zahlreichen schon bestehenden Gruppen, die sich für eine weltoffene Stadt oder „bunte“ Stadtteile einsetzen, besser zusammenarbeiten können. Unter den Anwesenden waren nicht nur Nora Goldenbogen und  Rabbiner Alexander Nachama von der Jüdischen Gemeinde Dresden, sondern auch Vertreter des Ausländerrates, verschiedener Konfessionen, zahlreicher Bürgerrechtsgruppen und Flüchtlings-NGOs, Kulturschaffende, einige Politiker sowie die Ausländerbeauftragte der Stadt Dresden, Kristina Winkler. "Ich freue mich über so viel bürgerschaftliches Engagement", sagte Eric Hattke, Sprecher von „Dresden für alle“. Victor Vincze vom Ausländerrat schloss sich dieser Meinung zwar an, zeigte sich aber gleichzeitig enttäuscht, kaum Vertreter der Stadtverwaltung zu sehen.

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Wie soll das Bündnis "Dresden für alle" in Zukunft arbeiten? Darüber debattierten die Teilnehmer des Treffens am Sonntag.

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Unterschiedliche Beweggründe, ein Ziel

Für die Arbeitsgruppe „Inhaltliche Arbeit“ haben sich Annett Heinich und Sören Haak gemeldet. Er sei bestürzt über die Pegida-Bewegung, sagt der 41-Jährige, denn er müsse davon ausgehen, dass er es dabei mit Fremdenfeindlichkeit zu tun habe. Dabei könne sich Deutschland leisten, Flüchtlinge aufzunehmen – die es mit Kriegseinsätzen obendrein selbst „produziere“. Doch ihm geht es um viel mehr: Als Rollstuhlfahrer sieht er viele Parallelen zwischen dem Umgang mit Asylbewerbern und dem generellen Umgang mit „Andersartigen“, seien es Menschen anderer Religion oder Hautfarbe, mit Handicap oder anderer sexueller Orientierung. „Das Thema Inklusion betrifft alle Menschen“, so Haak. „Ich wünsche mir da mehr Selbstverständlichkeit im Umgang.“ Mit Blick auf die Gesprächsversuche mit Pegida ergänzt seine 45-jährige Begleiterin: „Wichtig ist ein Dialog auf Augenhöhe. Ich hatte das Bauchgefühl, dass die Politiker ein wenig von oben herab mit den Bürgern gesprochen haben.“

Neugier und Interesse haben Jule und Maren, zwei junge Frauen, ins Gemeindezentrum getrieben. „Wir wollen schauen, wie wir uns einbringen können“, sagt Pädagogin Jule, und ihre Freundin ergänzt: „Auf einer Demo kommt man ja nicht so gut ins Gespräch, das ist inhaltlich nicht so produktiv. Hier gucken wir, wo wir produktiv etwas beitragen können. Vielleicht kommen ja neue Ideen dazu, denn sonst kocht man in der eigenen Suppe.“

Claus Dethleff dagegen könnte man als alten Hasen in puncto bürgerschaftliches Engagement bezeichnen. „Seit Monaten bin ich jeden Montag auf der Straße, weil ich denke, es muss was passieren.“ Ins Gemeindezentrum ist er in Doppelfunktion gekommen: als Vorsitzender des Stolpersteine Dresden e.V. und „Abgesandter“ der Initiative „Laubegast ist bunt“. Dethleff ist es wichtig, alle Akteure zu vernetzen und die vorhandenen Kräfte zu koordinieren: „Wir haben in Laubegast 60 Leute, die sofort helfen wollen. Es wäre ja schade, das verpuffen zu lassen.“ Deshalb sei das Treffen wichtig. Der Mittfünfziger wünscht sich zudem, dass sich die Plenumsteilnehmer mit den Themen der Asylkritiker auseinandersetzen und eigene Antworten finden.

ttr

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