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Wie kam der Fleck auf das Kleid - Gutachter ermittelt Gründe für verunstaltete Textilien

Wie kam der Fleck auf das Kleid - Gutachter ermittelt Gründe für verunstaltete Textilien

Auch der schönste Anzug und das eleganteste Kleid müssen irgendwann einmal in die Reinigung. Vor allem bei teuren und empfindlichen Kleidungsstücken setzen viele Verbraucher nicht auf die eigene Waschmaschine, sondern beauftragen eine Textilreinigung.

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Gutachter Jochen Schulz von der Textilreinigerinnung Sachsen sucht mit TU-Mitarbeiterin Jane Siegmund den Grund, warum die weißen Stellen des eingesendeten Kleides jetzt plötzlich grau sind.

Quelle: Carola Fritzsche

Von Stephan Hönigschmid

Doch was tun, wenn der teure Anzug anschließend noch mehr Flecken hat als zuvor oder das Lieblingskleid vollkommen verfilzt ist? Der Konflikt mit dem Reinigungsunternehmen ist dann unausweichlich. Dennoch gibt es ein entscheidendes Problem: Wie soll der Kunde nachweisen, dass die Reinigung tatsächlich schuld ist und es sich nicht um einen Herstellungsfehler handelt?

Damit der Verbraucher in dieser Situation nicht auf sich allein gestellt ist, hat die Verbraucherzentrale Sachsen 1992 in Zusammenarbeit mit der TU Dresden eine sogenannte Textilschiedsstelle ins Leben gerufen. Sie hat ihren Sitz unweit des Hauptbahnhofes im Institut für Textil- und Bekleidungstechnik in der Hohen Straße 6. Alle sechs Wochen ist hier ein Gutachter der Textilreinigerinnung Sachsen zu Gast und urteilt über die verunstalteten Kleidungsstücke. "Sowohl die Verbraucher als auch die Reinigungsbetriebe können bei uns die schadhafte Kleidung einreichen. Wir schauen uns dann jedes Stück einzeln an, beurteilen den Schadensfall und suchen nach einer Erklärung, was geschehen ist", erläutert Gutachter Jochen Schulz.

Die Einteilung der Schäden erfolgt dabei in insgesamt drei Kategorien. So gibt es herstellungsbedingte Mängel, die von Anfang an vorhanden waren, tragebedingte Mängel, die durch das Benutzen des Kleidungsstücks entstanden sind und reinigungstechnische Mängel, die vom Reinigungsbetrieb hervorgerufen worden sind. In der Dresdner Schiedsstelle treten alle diese Fälle gleichermaßen auf. "Von den drei Mängelarten sticht keine hervor. Die Statistik besagt, dass es sich in etwa drittelt", so Schulz. Pro Jahr bearbeitet die Dresdner Schiedsstelle 90 bis 100 Fälle. Der überwiegende Teil davon stammt aus sächsischen Gefilden. Das müsste allerdings nicht so sein, weil die Schiedsstelle Gutachten für Menschen im gesamten Bundesgebiet erstellt. Die Kosten für die Begutachtung sind dabei durchaus erschwinglich.

23 Euro plus Porto muss ein Verbraucher aufbringen, um sein Kleidungsstück einzusenden und die Wahrheit zu erfahren. "Gerade bei kostenintensiver Kleidung ist das kein schlechter Preis", sagt Cornelia Hoyer von der Verbraucherzentrale, die vor Ort die Schiedssprüche von Jochen Schulz protokolliert. Mit diesem wissenschaftlich fundierten Urteil kann der Verbraucher dann zur Reinigung oder seinem Händler gehen und gegebenenfalls den Umtausch oder Schadensersatz fordern. "Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass sich der Verbraucher nicht direkt an den Hersteller wenden darf, sondern immer an den Einzelhändler", gibt Jochen Schulz zu bedenken. Falls jedoch der Händler nicht regiert, kann sich der Kunde bei der Verbraucherzentrale über die weiteren Schritte informieren. "Wenn trotz Schiedsspruch keine einvernehmliche Regelung zustande kommt, beraten wir die Verbraucher darüber, welche Rechte sie haben", erklärt Cornelia Hoyer.

Manchmal müssten die Verbraucher allerdings auch einsehen, dass sie selbst schuld sind: "Bei einigen kommt nach dem Gutachten die Erkenntnis, dass sie ihre Kleidung vielleicht doch zu wenig gepflegt haben", so Hoyer.

- die Schiedsstelle kann sowohl von Verbrauchern als auch von Reinigungsunternehmen in Anspruch genommen werden

- jeder Antragsteller zahlt pro Begutachtungsgegenstand 23 Euro; zusätzlich muss noch das Porto beigefügt werden

- größere Dinge wie zum Beispiel Teppiche können nach Absprache (Telefon: 46 33 93 20) in der Schiedsstelle in der Hohen Straße 6 vorbeigebracht werden

- nächste Gutachtertermine sind am 11.5.; 22.6 und 3.8.

- der für die Einreichung notwendige Fragebogen ist unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de in der Rubrik kostenlose Downloads (Antragsformular Schiedsstelle für Textilreinigungsreklamationen in Dresden) erhältlich

- Infos: Org. Fragen, Ruf: 46 33 93 20; inhaltl. Fragen, Ruf: 4 35 37 15

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.03.2012

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