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Wie die Stasi in Dresden mit Mitarbeitern um ging

Seltsame Karriere Wie die Stasi in Dresden mit Mitarbeitern um ging

Wo immer möglich versuchte die Stasi in der DDR Mitarbeiter für ihre Spitzel-Arbeit zu gewinnen. Dabei spielte mitunter nicht einmal eine kriminelle Vergangenheit mit politischem Hintergrund eine Rolle. Ein Vortrag in der Stasiakten-Außenstelle beschäftigt sich am 25. Februar, 18 Uhr, mit einem solchen Fall.

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Vom Schließer im Gefängnis über den Staatsfeind im Westen bis zum Spitzel für die Stasi – die Karrieren von Mitarbeitern des DDR-Geheimdienstes konnten seltsame Wege gehen.
 

Quelle: Ralf Hirschberger/lsn/Archiv

Dresden.  Die Karriere im Geheimdienst in der DDR konnte seltsame Wege gehen: Als sich ein ehemaliger Volkspolizist 1955 von der Staatssicherheit als Hauptamtlicher Mitarbeiter anwerben ließ, deutete nichts auf einen baldigen Sinneswandel hin. Zunächst Schließer in Dresden, später in Berlin, bat er drei Jahre später erst um Rückversetzung und kurz darauf – zur Überraschung seiner Vorgesetzten – um die Entbindung aus dem Staatssicherheitsdienst.

Mit dieser ungewöhnlichen Entwicklung befasst sich am 25. Februar ein Vortrag in der Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Dresden. Jeden Monat stellt die Behörde im Anschluss an eine Archivführung, eine besondere Geschichte aus dem Dresdner Stasi-Archiv vor. Anhand einer sehr wechselhaften Biographie, die sich zwischen „Täter“ und „Opfer“ bewegt, soll eine MfS-Karriere vorgestellt werden. Wie wurde man zum „Täter“? Wie zum „Opfer“? Welche Methoden wandte die Staatssicherheit an, um Gegner zu bespitzeln? Wie gestaltete sich die Anwerbung von inoffiziellen Mitarbeitern? Diesen und weiteren Fragen wird der Vortrag auf den Grund gehen.

Der ehemalige Schließer kehrte nicht nur der Geheimpolizei den Rücken. Kurz vor dem Mauerbau floh er nach West-Berlin und wurde damit zum Staatsfeind erklärt. Im Westen jedoch hielt es ihn nicht lang und er kehrte alsbald in die DDR zurück. Bereits am Tag darauf folgte die Verhaftung. Weil er im Aufnahmelager Marienfelde Kontakt mit westlichen Geheimdiensten gehabt hatte, wurde er wegen Spionage angeklagt und zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Noch in der Haft bahnte sich ein erneuter Kontakt zur Staatssicherheit an. Schließlich mündete der Kontakt nach der Haft in einer langjährigen inoffiziellen Tätigkeit. Der ehemalige Feldwebel und verurteilte Spion bespitzelte nun im Auftrag der Stasi Arbeitskollegen und Nachbarn. So lange bis die Staatssicherheit keine Verwendung mehr für ihn hatte.

Donnerstag, 25. Februar 2016, 18.00 Uhr 16:30 Archivführung 18:00 Lesung und Gespräch Referent: Sebastian Lindner (BStU) Ort: BStU-Außenstelle Dresden, Riesaer Straße 7, (Seiteneingang C), Dresden, Der Eintritt ist frei. Es besteht auch die Möglichkeit, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Hierfür ist ein gültiges Personaldokument erforderlich.

Von Ingolf Pleil

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