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Wie OB Hilbert den Tourismus ankurbeln will

Mickrige Halbjahresbilanz in Dresden: 0,2 Prozent Rückgang Wie OB Hilbert den Tourismus ankurbeln will

Die Dresdner Tourismuswirtschaft steckt in der Krise. Das Jahr 2015 war schlecht, doch im ersten Halbjahr 2016 gingen die Zahlen der Besucher weiter zurück. Die Antwort von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP): Mehr Geld für Stadtmarketing und außerdem eine Bonuskarte für Dresden-Touristen.

Fliegende Holländer: Die Direktverbindung nach Amsterdam ist Gold wert.

Quelle: Archiv

Dresden. 2015 war für die Tourismuswirtschaft ein mieses Jahr. Das erste Halbjahr 2016 wurde nicht besser: Die Zahl der Übernachtungen ist im Vergleich zum Vorjahresniveau noch einmal um 0,2 Prozent auf 1 848 950 gesunken. Das erklärte Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH (DMG), bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz. Übernachtungsgäste aus dem Inland bleiben Dresden fern – das konnte ein 7,7-Prozent-Plus von ausländischen Touristen nicht aufwiegen. Der Anteil von Gästen aus dem Ausland beträgt nur 22,4 Prozent, Dresden ist auf deutsche Besucher angewiesen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) will im Doppelhaushalt 2017/2018 der schwächelnden Tourismuswirtschaft unter die Arme greifen. Das Budget der DMG soll von derzeit 2,85 Millionen Euro pro Jahr auf 3,35 Millionen steigen. Außerdem hat der OB in seinem Etat eine Million Euro eingeplant, mit der eine Bonuskarte für Dresden-Gäste finanziert werden soll. Die Touristen sollen ermäßigten Eintritt in städtische Einrichtungen wie dem Kraftwerk Mitte oder dem Kulturpalast erhalten, die in den nächsten Monaten eröffnet werden sollen.

Für Marc Arendt von der Hotel Allianz Dresden sind das Schritte in die richtige Richtung. Er forderte von Politik, Stadtverwaltung, Wirtschaft und der Tourismusbranche selbst eine Strategie, um aus dem Loch herauszukommen. „Es muss ein Ruck durch die Stadt gehen.“ Die Initiative für eine Bonuskarte unterstütze die Hotel Allianz ausdrücklich. Der Stadtrat müsse aber auch die Beherbergungssteuersatzung korrigieren und geeignete Regeln für Geschäftsreisende finden, so Arendt. „Das bürokratische Monster mit einem vorab vom Arbeitgeber gestempelten Formular macht das Geschäft mit Firmenveranstaltungen und Kongressen kaputt.“

Er erwarte ein klares Bekenntnis von der Verwaltung, dass keine neuen Hotels mehr geplant werden, so Arendt. Dresden müsse mehr Geld für das Stadtmarketing in die Hand nehmen. In der Tourismuswirtschaft entstünde eine Wertschöpfung von einer Milliarde Euro pro Jahr. „Dieses Potenzial sollte uns intensive Bemühungen wert sein.“

Bunge hofft darauf, dass unter der Bilanz des gesamten Jahres 2016 ein Plus von einem bis zwei Prozent stehen wird. „Es ist möglich, dass wir das noch erreichen.“ Das zweite Halbjahr sei deutlich besucherstärker als das erste, mit den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit habe Dresden einen touristischen Höhepunkt vom 1. bis 3. Oktober zu bieten. Ein Prozent Wachstum aus dem Inland und fünf Prozent aus dem Ausland seien ein erstrebenswertes Ziel, so Bunge.

Hauptursache für die ernüchternden Zahlen im ersten Halbjahr sind für die DMG-Geschäftsführerin und für den OB der Imageschaden für Dresden im Zuge von Pegida und Protesten gegen die Flüchtlingspolitik. „Das hat zu einer Reisezurückhaltung geführt.“ Während die Übernachtungen in allen deutschen Großstädten steigen würden, gebe es nur zwei Ausnahmen: Dresden und Köln. Die Stadt am Rhein hat nach den Übergriffen in der Silversternacht einen Rückgang von 5,9 Prozent zu verkraften. „Es ist ganz schwer, das Steuer wieder herumzureißen, wenn man erst einmal einen schlechten Ruf hat“, so Bunge.

Die DMG tue ihr Möglichstes und könne in jüngster Zeit wieder Erfolge verzeichnen. So hätten mehrere deutsche Tageszeitungen positive Berichte über die Stadt veröffentlicht, die so viel zu bieten habe. Dass positive Nachrichten Tourismus befördern, zeige das Beispiel der Schweizer und Österreicher, die sich im vergangenen Jahr in Zurückhaltung geübt hätten, nun aber wieder zur Steigerung der Besucherzahlen beitragen würden. Drei Prozent mehr Gäste aus der Schweiz und gar 23 Prozent mehr aus Österreich im Vergleich zum Vorjahr wurden gezählt. Die Holländer waren mit einem Plus von 21 Prozent dabei – die Flugverbindung nach Amsterdam trägt ihre Früchte.

Arendt ist bei der Prognose weniger optimistisch als Bunge. Der Juli sei in vielen Häusern sehr schlecht verlaufen, es habe teilweise zweistellige Rückgänge gegeben. „Im August hat es sich etwas stabilisiert.“ Was auch an den Herren Roland Kaiser und Unheilig liege. An den Wochenenden, an denen die Künstler aufgetreten sind, seien die Hotels in der Stadt gut gefüllt gewesen, so Hoteldirektor Arendt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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