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Widerstand gegen geplante Kurtaxe in Dresden

Widerstand gegen geplante Kurtaxe in Dresden

"Kurtaxe" heißt das Wort, dass derzeit die Gemüter der Dresdner Hoteliers erhitzt. Am 1. November wurde dem Stadtrat ein Entwurf zur Erhebung einer Abgabe über 1,30 Euro pro Tourist übergeben.

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Hostelbetreiber Michael Lottes hat Angst, dass die Kurtaxe dafür sorgen könnte, dass bald weniger Rucksacktouristen in seinen günstigen Doppelstockbetten übernachten und lieber weiter nach Berlin fahren.

Quelle: Hauke Heuer

Eine endgültige Zustimmung der Stadträte zu den Plänen in der nächsten Sitzung am 21. November gilt als sicher. Mit den Mitteln sollen zweckgebunden Dresdner Kultureinrichtungen finanziert werden.

Insbesondere Dresdner Jugendherbergen und Hostels, die niedrigpreisige Betten anbieten, fühlen sich durch die Abgabe ungerecht behandelt und gehen nun auf die Barrikaden. "Die angestrebte Regelung ist ungerecht und benachteiligt Unterkünfte, die Betten für Gäste mit kleinem Geldbeutel anbieten", sagt Michael Lottes, der seit 2001 das Hostel "Lollis Homestay" an der Görlitzer Straße (Äußere Neustadt) betreibt. 13 Euro kostet hier die günstigste Übernachtung in einem der Achtbettzimmer, die meist von internationalen Rucksacktouristen in Anspruch genommen werden.

"Wenn ich diesen Gästen 1,30 Euro zusätzlich abknöpfe, entspricht das einer Preiserhöhung von zehn Prozent. Für größere und teuerere Hotels ändert sich dagegen kaum etwas", regt sich Lottes über die künftige Abgabe auf. Es sei davon auszugehen, dass gerade internationale Touristen, die vorher Prag besucht haben, auf ihrem Weg nach Berlin seltener Abstecher in die sächsische Landeshauptstadt unternehmen werden, so Lottes. Schon jetzt seien die Hostelpreise in Dresden aufgrund der hohen Energie- und Mietkosten im europaweitem Vergleich relativ hoch.

Steffen Schubert, Leiter des Jugendgästehauses an der Maternistraße, pflichtet seinem Kollegen bei. "Die Kurtaxe trifft vor allem die Touristen mit wenig Geld, die sowieso jeden Euro umdrehen müssen", sagt Schubert und fügt hinzu, "darüber hinaus ist es ungerecht, dass alleine die Hotelbetreiber und deren Kunden zur Kasse gebeten werden. Man braucht nur einmal in der Weihnachtszeit in die Altmarktgalerie zu gehen, um zu sehen wo der Gewinn mit den Touristen gemacht wird. Der Einzelhandel müsste auch einen Beitrag leisten".

Gerhard Schwabe vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dresden (DEHOGA) sieht keine Kompromissbereitschaft im Stadtrat, wenn es um die Ausgestaltung der Kurtaxe geht. "Wir haben uns dialogbereit gezeigt und allen Fraktionen vorgeschlagen, die Kurtaxe an Rabatte für Museen oder den öffentlichen Nahverkehr zu koppeln, wie es in anderen Städten üblich ist. Bis jetzt hat darauf niemand reagiert", berichtet Schwabe. Der Verband wolle sich die Stadtratsentscheidung in zwei Wochen genau anschauen und Reaktionsmöglichkeiten abwägen, so Schwabe. Hauke Heuer

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.11.2013

Hauke Heuer

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