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Widerstand gegen den Gottesdienst mit der Bundeswehr in der Dresdner Frauenkirche wird größer

Widerstand gegen den Gottesdienst mit der Bundeswehr in der Dresdner Frauenkirche wird größer

Der Widerstand gegen den am Mittwochabend geplanten Gottesdienst mit Militärmusik in der Dresdner Frauenkirche wird größer. Sprach sich Anfang April noch eine Gruppe aus knapp 20 aktiven und ehemaligen Kirchenmitarbeitern gegen die Veranstaltung aus, hat sich die Zahl der Kritiker inzwischen auf mehr als 800 vergrößert.

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Die Frauenkirche in Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Die Stiftung Frauenkirche und die Bundeswehr machen einen Fehler - davon waren die Kirchenmitarbeiter, darunter auch der Gründungsrektor der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit, Ulfried Kleinert, bereits vor knapp einem Monat überzeugt. Die Veranstaltung, organisiert vom Landeskommando Sachsen, vom Innenministerium und von der Stiftung Frauenkirche, erweise sich theologisch, kirchlich und politisch als bedenklich.

Begründet hatten sie ihre Position mit der Trennung von Staat und Kirche und mit der Tatsache, dass Militärmusik bei der Bundeswehr als Form der Imagepflege gilt. „Gottesdienste sind grundsätzlich kein Ort für Imagepflege und Werbung in eigener Sache“, stellten sie fest. Selbstverständlich könnten Soldaten am kirchlichen Leben teilnehmen, Gotteshäuser aufsuchen und Gottesdienste mitfeiern. „Aber der dienstliche Auftrag der Bundeswehr endet spätestens vor der Kirchentür“, erklärte der Dresdner Kirchenmusiker und Mitunterzeichner Stefan Gehrt.

Mittlerweile haben mehr als 800 Menschen bundesweit einen „Einspruch“ der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsgegnerinnen (DFG-VK) unterzeichnet. Die DFG-VK kritisierte den Auftritt der „an völkerrechtlich umstrittenen Militäreinsätzen beteiligten Bundeswehr“ in einer so symbolträchtigen Kirche. Das diene einzig und allein der Werbung für die Truppe. Damit machten sich Stiftung und evangelische Landeskirche in Sachsen „zum Handlanger der Militarisierung der Gesellschaft“.

Mit großem Befremden hat auch die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) auf die geplante Veranstaltung reagiert. „Ein musikalischer Gottesdienst in der Frauenkirche zusammen mit der Bundeswehr und einem musikalischen Repertoire, das auch traditionelle Marschmusik umfasst, ist ein falsches Zeichen“, so Thomas Schalla, der Vorsitzende der aej. „Dies lehnen wir entschieden ab“, so Schalla weiter.

Oberst Michael Knop, Kommandeur des Bundeswehr-Landeskommandos Sachsen, versteht den Gottesdienst mit dem Wehrbereichsmusikkorps III hingegen als Signal an die Zivilbevölkerung. „Wir Soldaten fühlen uns als Teil der Gesellschaft in Dresden und in Sachsen“, begründet er die Position der Bundeswehr als Einlader.

Ausgangspunkt für die Planungen dieses Gottesdienstes sei der Einsatz der Bundeswehr beim Juni-Hochwasser des vergangenen Jahres gewesen, teilte die Stiftung Frauenkirche mit. Die Veranstaltung solle Zuversicht vermitteln, aber auch Dank sagen. „Das Gebet um eine friedliche Lösung von politischen Konflikten, aber auch eine differenzierte Wahrnehmung der Streitkräfte und die Wertschätzung der Menschen mit ihren Hoffnungen und Ängsten im Blick auf diesen sensiblen Bereich des gesellschaftlichen Lebens werden den Gottesdienst bestimmen“, kündigte Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann an, der die Liturgie gestalten und predigen wird.

cs/dpa/cg

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