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Werft in Dresden-Laubegast droht weiter Aus - OB findet im Finanzministerium kein Gehör

Werft in Dresden-Laubegast droht weiter Aus - OB findet im Finanzministerium kein Gehör

Es gibt keine Bescherung für die Mit- arbeiter der Schiffs- und Yachtwerft in Laubegast. Die Stadt bemüht sich zwar um die Rettung der Werft und hat auch mit dem Freistaat über deren Zukunft gesprochen, das Aus des Unternehmens ist aber nicht vom Tisch.

Von christoph springer

Das ist das magere Ergebnis des Politiker-Engagements für die Traditionsfirma, die seit Anfang 2011 ums Überleben kämpft.

Für deren Erhalt hat sich auch Jan Mücke stark gemacht, FDP-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister. Stadt, Land und der Bundespolitiker gaben Sympathiebekundungen für die Werft ab, betonten ihre Bedeutung und forderten ihren Erhalt. Passiert ist nichts. Die Mitarbeiter des Laubegaster Unternehmens arbeiten derweil mehrschichtig und auch an Wochenenden, um alle Aufträge termingerecht zu erledigen. Das Ergebnis dieses Engagements könnte die planmäßige Arbeitslosigkeit sein, nachdem die letzte Schweißnaht gezogen ist. Das Ende der Werft droht im Februar.

"Die Schiffs- und Yachtwerft Dresden...steht nicht erst seit dem Beginn des Insolvenzverfahrens im Blickfeld des städtischen Handelns", ließ das Rathaus auf DNN-Anfrage wissen. Wann immer nötig habe "sich der Bereich Wirtschaftsförderung der Probleme des Unternehmens angenommen und dieses unterstützt". Im konkreten Fall hat es der Stadt zufolge Abstimmungsgespräche mit der Sächsischen Dampfschifffahrt und städtischen Tochterunternehmen gegeben. Dazu gehörten etwa die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) als Fährbetreiber. Ziel sei gewesen, "die Bereitschaft zum Einstieg bzw. zur Übernahme der Werft auf Seiten des Freistaats zu stärken ... und andererseits die Möglichkeiten einer Unterstützung zum gegenwärtigen Zeitpunkt von Seiten der Stadt zu fördern".

Das Ergebnis dieser Bemühungen stand schon vorher fest. Eine Übernahme der Werft kommt weder für die DVB infrage, noch will der Freistaat etwas dafür tun. Dort beißt OB Helma Orosz (CDU) auf Granit. Das Land ist sowohl im Aufsichtsrat der Sächsischen Dampfschiffahrt GmbH & Co. KG vertreten als auch direkt in der Dampfschiff-GmbH. Dennoch sind dem Freistaat die Hände gebunden, so Stephan Gößl, der Sprecher des dafür zuständigen Finanzministeriums. "Die GmbH hat aufs operative Geschäft keinen Einfluss", sagte der Ministeriumssprecher. Und im Verwaltungsrat der KG, in dem der Freistaat vertreten sei, würde diese Frage nicht entschieden. "Über interne Beratungen in der Dampfschifffahrt können wir nicht sprechen", schob er weiteren Nachfragen einen Riegel vor. Die Wirtschaftsförderung der Stadt hätte es sich demnach ebenso wie Jan Mücke sparen können, im Finanzministerium für eine Werftübernahme durch die Sächsische Dampfschifffahrt zu werben.

Für die Verkehrsbetriebe AG mit Oberbürgermeisterin Helma Orosz an der Spitze des Aufsichtsrates ist die Übernahme des Unternehmens auch kein Thema. "Wir tun alles Vertretbare, um die Werft zu unterstützen", ließ sich DVB-Vorstand Reiner Zieschank vor etwa einem Monat zitieren. "Seine" Aufsichtsratsvorsitzende Helma Orosz könnte ihm grünes Licht für mehr Engagement in Sachen Werft geben. Solange sie dies nicht tut, sind auch dem Verkehrsbetriebe-Vorstand die Hände gebunden.

Große Hoffnungen setzt Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko derzeit noch auf die Schiffswerft in Roßlau. Sie könnte das Ruder in Laubegast übernehmen, doch eine Entscheidung dort steht aus. "Wir sind noch dabei, uns eine Meinung dazu zu bilden", sagte Marcus Rönner auf DNN-Anfrage. Als Chef des Unternehmens Stahlbau Dessau ist er auch für die Roßlauer Werft zuständig. Das Aus des Traditionsunternehmens in Laubegast rückt indes immer näher. Es bleiben noch knapp 70 Tage bis zum Ende.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.12.2012

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