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Wer Münzen einzahlt, muss oft blechen

Falschgeld-Check: Die meisten Banken legen die Kosten auf Kunden um Wer Münzen einzahlt, muss oft blechen

Wer sein Kleingeld abgeben will, muss ab einer bestimmten Menge auch in Dresden bei vielen Banken bezahlen. Hintergrund ist die Münzgeldverordnung der EU, die von den Banken einen Echtheits-Check auch für Hartgeld verlangt. Mit der Verordnung wurden alte Münzzähler Schrott, das Zählen und Prüfen übernehmen nun oft Fremdfirmen. Diese Kosten reichen die meisten Banken weiter.

Für größere Mengen an Münzen bieten viele Banken kostenpflichtige Safebags. In diesen Tüten geht das Geld an Fremdfirmen, die es zählen und prüfen und den Betrag dem Konto gutschreiben.

Quelle: dpa

Dresden. Nein, ein Angriff aufs Sparschwein sei sie nicht, die neue Gebühr, die etliche Banken seit kurzem erheben, wenn Kunden Münzen einzahlen wollen. Komme ein Kind mit der Sparschweinbeute in die Filiale, werde selbstredend alles kostenlos aufs Konto überwiesen. Das erklären die Sprecher der Banken in Dresden übereinstimmend. Schließlich sei die Erziehung zum Sparen etwas ganz und gar Grundsätzliches.

Für die Großen allerdings wird es nun gern mal teurer, wenn sie mit einem Sack Münzen in die Bank kommen. Hintergrund ist eine allseits unbeliebte EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Falschgeld. Die gilt seit 2015 mit Übergangsfristen. Konkret geht es dabei um das Münzgeld, zu dessen Echtheitsprüfung die EU die Banken verdonnert hat.

Die Geldhäuser sehen darin reine Schikane. In ganz Deutschland werden jährlich im Schnitt 50 000 falsche Münzen entdeckt. Selbst wenn dies alles 2-Euro-Münzen wären, läge der Schaden lediglich bei 100 000 Euro. Trotzdem musste die alten Münzzähler ausgemustert werden. Neue Maschinen, die ein Sicherheitszertifikat von der Bundesbank benötigen, kosten um die 200 000 Euro. „Brüssel“, so der Kommentar, habe „ein Problem“ gelöst, „das gar keines war“.

Sparkasse: Gebühr ab 50 Münzen

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD) hat ihre Automaten zum 1. Juli abgeschafft, erklärt Firmensprecher Andreas Rieger. „Allein für das Bargeldhandling wenden wir nun rund neun Millionen Euro pro Jahr auf – für Prüfung, Bereitstellung und Annahme“, erklärt er.

Wer Münzen bei der Sparkasse loswerden wolle, könne das in jeder der 100 Filialen tun, „haushaltsübliche Mengen (bis 50 Münzen) nehmen wir von unseren Privatkunden kostenlos entgegen“, so Rieger. Für größere Mengen Hartgeld biete die OSD ein sogenanntes „Safebag“ an. In diesem Sicherheitsbeutel können bis zu vier Kilogramm Münzen verstaut werden. „Diese“, sagt Rieger, „werden dann zentral gezählt und geprüft“, der Betrag erreiche am gleichen Tag das Konto des Einzahlers. „Dieser Service kostet pro Safebag fünf Euro“.

Auch Volksbank nimmt Geld fürs Geld

Die Volks- und Raiffeisenbank Dresden erheben wegen der EU-Verordnung seit November 2015 Gebühren fürs Prüfen und Zählen der Münzen, weil diese Arbeit inzwischen eine Fremdfirma erledigt. „Neben der Bereitstellung von Rollengeld entstehen da für uns Kosten in Höhe von 700 000 bis 800 000 Euro pro Jahr“, sagt Volksbank-Sprecher Dieter Hoefer auf Anfrage.

Die Bank habe drei Münzgeldeinzahlautomaten (in Dresden in der Villa Eschebach und am Hauptbahnhof, die dritte in Dippoldiswalde). In den anderen Filialen werde überall Hartgeld gerollt angenommen, in manchen sogar lose. Volksbank-Kunden, die ihre Münzen den Automaten anvertrauen, müssen bis zu 500 Euro pro Vorgang nichts bezahlen, bis 1000 Euro, so Hoefer, werde eine Gebühr von 5 Euro erhoben. Wer mit seinem Klimpergeld an die Kasse geht, kann pro Tag Münzen im Wert von 50 Euro kostenlos loswerden, bis 200 Euro (gerollt oder lose) koste es zwei Euro.

Mehrkosten für die Kommunen?

Für Kommunen oder Firmen kann das schnell teuer werden. Doch die Stadt Dresden ist fein raus. Zwar nimmt sie jährlich zwischen sieben und acht Millionen Euro an Parkgebühren ein, und zwar überwiegend in Münzgeld. Doch weil sich die Stadt seit Jahren eines Werttransportunternehmens bedient, das Sortierung, Zählung, Prüfung und natürlich den Transport übernimmt, haben sich mit der EU-Verordnung die Kosten für die Stadtkasse nicht erhöht, heißt es aus dem Rathaus.

Commerzbankkunden besser dran

Privatkunden der Commerzbank können ihr Münzgeld – z.B. aus einer Spardose – ohne Grenze bei Wert oder Gewicht auf ihrem Konto einzahlen, erklärt Coba-Sprecherin Heike Ziegenbalg. Das geht an den Kassen oder rund um die Uhr an den automatischen Ein- und Auszahlautomaten (KEGA) in den SB-Bereichen. Dieser Service sei für Privatkunden kostenfrei.

Auch Einzelhändler oder Gewerbetreibende, die Kunden der Commerzbank sind, könnten die Ein- und Auszahlautomaten rund um die Uhr für die Einzahlung ihres Kleingeldes nutzen. Bei größeren Kleingeldmengen empfehle die Bank jedoch die Nutzung eines Safebags. Die Gebühren dafür würden einzelvertraglich vereinbart.

Deutsche Bank legt Kosten nicht um

Bei der Deutschen Bank sind Münzgeldeinzahlungen für Privatkunden auf das eigene Konto grundsätzlich kostenfrei. Sprecher Christian Hotz verweist darauf, dass Münzgeld in allen Filialen in jeder Form angenommen werde. Allerdings, so Hotz, müssen dazu die Schalter genutzt werden: Die Bank unterhalte keine automatischen Zählmaschinen für Kleingeld. Kunden könnten also kleinere Münzmengen sowie Münzrollen sofort eintauschen. Für größere Mengen – auch Hotz nennt hier als Richtwert etwa 50 Münzen – biete die Bank Safebags an. Dabei werde der Betrag in einem Inkassoverfahren nach Auszählung gebührenfrei dem Konto gutgeschrieben. Wer Bargeld zugunsten Dritter auf Konten bei der Deutschen Bank einzahlen wolle, zahle allerdings fünf 5 Euro, erklärt Hotz, bei Bareinzahlungen zugunsten Konten bei anderen Kreditinstituten müssten 15 Euro berappt werden.

Von Barbara Stock

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