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Wenn das Essen übel mitspielt - 2013 gab es in Dresden 154 Anzeigen wegen Hygieneverstößen

Wenn das Essen übel mitspielt - 2013 gab es in Dresden 154 Anzeigen wegen Hygieneverstößen

Szenen in einer Imbissbude: Am Tresen brutzelt das Fett, im Nebenraum, wenige Meter von Wurst und Pommes entfernt, schnarrt die Kreissäge. Eine klare Verletzung der Hygienevorschriften.

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Lebensmittelkontrolleur Enrico Schulz gibt bei der Landesuntersuchungsanstalt Proben ab.

Quelle: Norbert Neumann

Zurecht beschwert sich ein Kunde beim städtischen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt. Staubige Arbeiten verbieten sich beim Verkauf offener Lebensmittel, bestätigt dort Mitarbeiterin Elke Hartmann. Ein anderer Fall: Ein Gast in einem Restaurant beklagt sich über das servierte Lammfleisch, das in der Speisekarte angepriesen wurde. Schaf wäre richtiger gewesen, das Tier war schon erheblich älter. Auch in diesem Fall von Täuschung tritt das Lebensmittelüberwachungsamt auf den Plan. Aber der wirkliche Klassiker sind Bürgerbeschwerden, weil nach Genuss eines Lebensmittels Übelkeit, Erbrechen und Durchfall aufgetreten sind.

526 Anzeigen wegen Hygieneverstößen gingen in den letzten drei Jahren bei der Stadt ein. Vergleicht man die Zahlen in Dresden mit Leipzig, so zeigen sich die Dresdner rühriger: 163 Mal wurde 2011 Anzeige erstattet, ganze 209 Mal gleich 2012 - als in mehreren Schulen und Kitas der Norovirus ausbrach -, 154 Mal im Jahr 2013. Die Leipziger hielten sich zurück: 147 Anzeigen gab es 2011, 131 im Jahr 2012 und 160 im Jahr 2013. Egal wie viele Hinweise eingingen - circa ein Fünftel der jährlichen Beschwerden waren stets berechtigt.

Laut Kerstin Normann, Leiterin des Dresdner Lebensmittelüberwachungsamtes, machen Hygieneverstöße den größten Anteil der Statistik aus, gefolgt von ungenügenden Schulungen und Kennzeichnungsverstößen. Werden Schlampereien in Betrieben aufgedeckt, drohen den Betreibern Auflagen, Verwarnungen und Bußgelder, aber auch die komplette Schließung des Standortes. In Dresden mussten 2011 fünf Betriebe dichtmachen, 2012 waren es drei und im vergangenen Jahr zwei.

Außerdem hat die Landeshauptstadt 2013 insgesamt 57 rechtskräftige Bußgeldbescheide ausgestellt, im Jahr davor 90 und 2011 genau 77 Bußgeldbescheide. Dabei lag nach Informationen des Ordnungsamtes der höchste Betrag bei 2080 Euro, die ein Übeltäter im vergangenen Jahr berappen musste. Er hatte Lebensmittel inmitten von Schmutz und Dreck hergestellt.

Das Dresdner Lebensmittelüberwachungsamt mit seinen 35 Beschäftigten prüft rund um die Uhr Nahrungsmittel, um Verbraucher vor gesundheitlichen Schäden, Irreführung oder Täuschung zu schützen. Neben Verdachtsproben, die u.a. auf eine Bürgeranzeige hin gemacht werden, führt das Amt sogenannte Planproben durch, die anhand eines Verteilungsschlüssels monatlich in einem Warenkorb zusammengestellt werden. "Wir arbeiten nach dem Zufallsprinzip und risikoorientiert", erläutert Elke Hartmann die Routinekontrollen des Amtes. Das bedeutet auch, dass die Lebensmittelüberwachung im Sommer ein besonderes Auge auf Eisdielen mit selbstproduziertem Eis hat.

Die Untersuchung der Warenproben, etwa auf Krankheitserreger oder chemische Rückstände, aber auch auf deren korrekte Kennzeichnung nimmt die sächsische Landesuntersuchungsanstalt vor. Dort ist 2013 jedes achte Produkt von insgesamt 23 807 Proben beanstandet worden. Oft waren es Kennzeichnungsmängel. Aber 58 Lebensmittel, darunter 47 Fleisch- und Wurstproben, wurden als gesundheitsschädlich eingestuft. Hier fand man unter anderem Keime und Glassplitter.

Verstöße etwa gegen die Lebensmittelhygiene wird es laut Elke Hartmann immer geben. Die Zahlen für Dresden seien jedoch überschaubar und beherrschbar, schätzt sie. Eins steht für sie fest: "Wir gehen Verbraucherbeschwerden grundsätzlich und ernsthaft nach.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.08.2014

Madeleine Arndt

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