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Weniger HIV-Neuinfektionen in Sachsen – Kunstaktion zum Weltaidstag in Dresden

Weniger HIV-Neuinfektionen in Sachsen – Kunstaktion zum Weltaidstag in Dresden

Rote Schleifen, Plakate, Friedensgebete und Filmvorführungen - zahlreiche Städte in Sachsen machen zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember mit verschiedenen Aktionen auf die nach wie vor unheilbare Krankheit aufmerksam.

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In der Beratungsstelle für Aids und sexuell übertragbare Krankheiten in Dresden wurden in diesem Jahr 20 Personen positiv getestet.

Quelle: dpa

Die Zahl der Neuinfektionen ist in diesem Jahr deutlich gesunken, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Demnach haben sich in Sachsen bis zum 1. November 55 Menschen infiziert, im ganzen Jahr 2010 waren es 117. Aids zerstört das Immunsystem. Erreger ist das Humane Immunschwäche-Virus, kurz HIV.

In der Beratungsstelle für Aids und sexuell übertragbare Krankheiten in Dresden wurden in diesem Jahr 20 Personen positiv getestet, betroffen sind vor allem homosexuelle Männer. „Viele haben überhaupt nicht mit einer Infektion gerechnet, haben den Test nur mal eben so mitgemacht", sagte Leiter Matthias Stiehler. Nicht selten verschwiegen die jeweiligen Partner die Wahrheit über ihr sexuelles Verhalten - deshalb werde das eigene Risiko oft unterschätzt.

Für den 1. Dezember bereitet die Aids-Hilfe Dresden eine Kunstaktion vor: An öffentliche Gebäude, darunter Semperoper, Schauspielhaus und Sozialministerium wird ein Film projiziert - darin geht es um das Thema Sexualität und die mangelnde Fähigkeit, miteinander zu reden. „Das ist auch ein Symbol für Aids, denn es wird nicht darüber gesprochen", erklärte Uwe Tüffers von der Aids-Hilfe Dresden. Während es bei anderen Krankheiten einen „Mitleidsbonus" gebe, heiße es bei Aids oft: „Der ist doch selbst schuld". „Viele schweigen aus Angst vor Diskriminierung, aus Angst, die Arbeit zu verlieren", sagte Tüffers.

Die Aids-Hilfe in Leipzig hat von Januar bis September 2011 mehr als 400 Beratungen am Telefon, im persönlichen Gesprächen oder per Mail geführt. Immer mehr Menschen suchen zudem Rat über die Online-Plattform der Aidshilfe - Nutzer können dort anonym ihre Fragen stellen. „Da ist der deutsche Rentner dabei, der in Thailand lebt, bis hin zum deutschen Abiturienten, der grade durch Südamerika trampt", erklärte Sozialarbeiterin Sandra Gödicke. Neben Männern seien aber auch ältere Frauen betroffen, die sich etwa nach der Wende infiziert hätten.

Viele Betroffene könnten heute ein relativ komfortables Leben führen. Das ermöglichten vor allem neue Medikamente, die besser verträglich seien, erklärte Petra Spornraft-Ragaller, Leiterin der Immunschwäche-Ambulanz der Uniklinik Dresden. „Die Sterblichkeit sinkt, die Patienten leben länger." Mit Sorge beobachtet die Ärztin deshalb einen sorgloseren Umgang mit der Krankheit, die zwar immer besser behandelt werden kann, aber dennoch oft tödlich endet. „Im November wurden bei uns drei Patienten behandelt, die akute Symptome von Aids aufwiesen, einer ist daran gestorben."

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Sachsen hatte 2010 mit 117 Neuerkrankungen einen Höchstwert erreicht. Seit Beginn der Statistik in den 90er-Jahren waren es noch nie so viele. In diesem Jahr ist die Zahl der Neudiagnosen wieder deutlich gesunken. „Da viele Menschen Aids inzwischen nicht mehr als eine der gefährlichsten Krankheiten wahrnehmen, müssen wir immer wieder auf die Gefahren hingewiesen", erklärte Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU).

Von Christiane Raatz, dpa

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