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Weltuntergangshype: Angebliche Maya-Prophezeiung sorgt nicht nur in Dresden für Gesprächsstoff

Weltuntergangshype: Angebliche Maya-Prophezeiung sorgt nicht nur in Dresden für Gesprächsstoff

Dresden/Berlin. Am 21. Dezember geht die Welt unter: so lautet verkürzt die Theorie, die sich auf das Ende des Maya-Kalenders bezieht.

Am 21. Dezember endet im Maya-Kalender ein sogenannter Bak‘tun-Zyklus - ein 394-jähriger Zeitabschnitt – einige deuten daraus den Weltuntergang. Das Gerücht sorgt längst nicht nur in Wissenschafts- und Esoterikkreisen für Diskussionsstoff.

Vor allem in Dresden sind die Maya in aller Munde. Denn in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) liegt eines der seltenen Exemplare des Maya-Kodex, auf den sich die Anhänger der Theorie beziehen. Das Buchmuseum, in deren Schatzkammer die wertvolle Handschrift lagert, verzeichnet jedenfalls seit Tagen einen riesigen Andrang.

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Geht am 21. Dezember die Welt unter? Viele Menschen diskutieren über die angebliche Maya-Prophezeihung.

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Für den Freitagabend ist in der SLUB ein „Konzert zum Ende der Zeit“ geplant. Wer keine Karten ergattert hat, kann den Auftritt der Dresdner Sinfoniker mit Musikern aus Mexiko und Guatemala live auf der Internet-Plattform „Arte Live Web“ verfolgen. Der deutsch-französische Kultursender sendet am Freitag außerdem mehrere Reportagen und Dokumentationen. Zudem sind in Dresden zahlreiche Partys geplant, die den angeblichen „Untergang“ mit Party und Musik feiern wollen.

Bereits am Vorabend feierte in Dresden das preisgekrönte Tanzensemble Derevo in seiner neuen Inszenierung den angeblichen Weltuntergang. Die aus Russland stammenden Derevo-Akteure schlugen dabei unter dem Titel „Die Fünfte Sonne“ aber optimistische Töne an. Nach ihrer Lesart sollen künftig gleich drei Sonnen die Herzen der Menschen erwärmen.

Echte Befürchtungen muss sich jedoch niemand machen. Die Maya hätten für den 21. Dezember 2012 mitnichten den Weltuntergang vorausgesagt, betont die Altamerikanistin Antje Gunsenheimer von der Universität Bonn. „Es handelt sich um eine Projektion unserer Weltuntergangs-Vorstellungen auf eine für uns exotisch und geheimnisvoll wirkende Kultur.“ Die jüdisch-christliche Welt sei stark geprägt von der Vorstellung des Jüngsten Gerichts, der Apokalypse.

„Die Inschrift spricht vom Ende des Bak‘tun, also von einer Art Epochenwechsel, und der Ankunft eines Gottes“, erklärt Gunsenheimer. „Für mich drückt sich darin das Streben nach Kontinuität aus, indem der damalige Herrscher das Datum vorwegnimmt und zu einem Teil seines Lebens macht. Denn die Inschrift handelt hauptsächlich von ihm. Von einem Weltuntergang ist da nicht die Rede.“ Erst mit der Christianisierung seien apokalyptische Ideen in die Vorstellungswelt der Maya gelangt, die sie mit der Befreiung von der spanischen Herrschaft verbunden hätten. Es habe sich dabei um den Wunsch nach Freiheit und somit eher um einen Neuanfang als einen Untergang gehandelt, sagt die Wissenschaftlerin.

Und auch andere Autoritäten mahnen zur Besonnenheit. Die Spekulationen über einen Weltuntergang am 21. Dezember, die sich auf das Ende des Maya-Kalenders stützen, seien es „noch nicht einmal wert, darüber zu diskutieren“, betonte etwa der Chefastronom des Vatikans, José Funes. Auch die US-Raumfahrtbehörde NASA bemüht sich um Aufklärung. Die Welt werde keinesfalls untergehen, versichern die Wissenschaftler auf ihrer Homepage. Weder deute der Maya-Kalander darauf hin, noch gebe es Belege für andere Katastrophen-Szenarien wie einen verheerenden Meteoriten-Einschlag.

Trotzdem wollen sich Menschen an verschiedenen Stellen auf der Welt versammeln, in der Meinung, dort verschont zu werden. Im türkischen Sirince bereiteten sich Hotelbesitzer und Ladeninhaber auf einen Massenansturm vor, ein serbischer Berg war am Donnerstag bereits ausgebucht. Ein weiterer „magischer Berg“ in Frankreich war bereits am Mittwoch wegen des befürchteten Ansturms gesperrt worden. Der Aufstieg auf den Berg von Bugarach in den südfranzösischen Pyrenäen wurde bis zum 23. Dezember ganz verboten. Auch in der Dresdner Heide wollen sich mehrere Menschen verschanzen.

DNN-Online wird über den Tag hinweg berichten. Und sollte die Welt wie erwartet nicht untergehen, bieten wir auch am Samstag neue spannende Geschichten.

dpa / dapd/ sl

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