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Wasserwerk Coschütz übernimmt wegen Hochwasser die Versorgung für ganz Dresden

Wasserwerk Coschütz übernimmt wegen Hochwasser die Versorgung für ganz Dresden

Trotz des Hochwassers ist in Dresden in den vergangenen Tagen nirgendwo die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Und das, obwohl zwei der drei Wasserwerke abgeschaltet wurden.

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Versorgungstechniker Falco Richter inspizierte gestern die Technik im Talsperrenpumpwerk in Freital. Eigentlich ist die Anlage außer Betrieb, aber da zur Zeit ganz Dresden mit Trinkwasser aus den Talsperren des Osterzgebirges versorgt wird, reichen die üblichen Fördermengen nicht aus, weshalb das Pumpwerk aktiviert wurde. Es befördert das Wasser zum derzeit einzigen intakten Dresdner Wasserwerk in Coschütz.

Quelle: Dietrich Flechtner

Während die Anlagen in Hosterwitz und Tolkewitz vom Netz gingen, muss das Wasserwerk Coschütz seit einer Woche ganz allein die Dresdner mit frischem Trinkwasser versorgen.

"Zum Glück konnten wir beim diesjährigen Hochwasser von den Erfahrungen, die wir im August 2002 gesammelt haben, profitieren", sagte gestern Michael Weiß, der Leiter des Drewag-internen Krisenstabs. Normalerweise werden in Coschütz lediglich 40 000 Kubikmeter Wasser am Tag aufbereitet, zur Zeit sind es reichlich 100 000 Kubikmeter.

Zuerst kapitulierte das Wasserwerk Tolkewitz vor dem Elbehochwasser. Die Drewag musste hier am vergangenen Dienstag um 14 Uhr den Betrieb einstellen, denn die Brunnenschächte waren überflutet. Da stand der Pegel bereits bei über sieben Metern. Donnerstagfrüh meldete schließlich auch das Wasserwerk in Hosterwitz endgültig Land unter, nachdem dessen Mitarbeiter in den Stunden zuvor vergeblich versucht hatten, die Trinkwasseraufbereitung teilweise aufrecht zu erhalten. In diesem Moment schlug schließlich die Stunde des 1947 vollendeten Coschützer Wasserwerks. "Anfangs bereitete uns eine Baustelle entlang der Rohwasserleitung nach Coschütz große Probleme, da wir dadurch nur mit halber Kraft produzieren konnten. Diese Baustelle haben wir deshalb in einer Nacht- und Nebelaktion kurzerhand zurück gebaut", betont Weiß.

Zwar bedeute der derzeitige Alleinbetrieb für das von Talsperren gespeiste Wasserwerk eine enorme Belastung, allerdings ist der Drewag-Experte überzeugt davon, dass die großflächigen Anlagen unterhalb der Feldschlößchen-Brauerei eine Stadt wie Dresden "locker vier bis acht Wochen mit Trinkwasser versorgen könnten". Theoretisch auch ohne Pause mit voller Last, bis irgendwann die Talsperren Lehnmühle und Klingenberg im Osterzgebirge leer sind.

Nun, da sich das Hochwasser der Elbe langsam wieder zurückzieht, treten die Schäden deutlich zutage. In Tolkewitz hat die Elbe unter anderem einen Teil der Brunnenstuben und die Versickerungsanlagen überspült, die gereinigt werden müssen. In Hosterwitz ging sogar eine ganze Trafostation mit elektrischen Schaltanlagen in den Fluten unter. Michael Weiß rechnet trotzdem damit, dass das Tolkewitzer Wasserwerk spätestens am kommenden Sonnabend wieder die Arbeit aufnehmen kann, also eine reichliche Wochen nach dem Hochwasser-Scheitelpunkt. Beim Hochwasser im August 2002 ging das Werk erst nach vier Wochen zurück ans Netz. Die Reparaturarbeiten im Wasserwerk Hosterwitz werden dagegen deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen: "Bis hier alles wieder voll funktionsfähig ist, vergeht bestimmt ein Viertel Jahr", meint Weiß.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2013

Chistoph Stephan

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