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Wasserwerk Coschütz beliefert 60 Prozent der Dresdner

Wasserwerk Coschütz beliefert 60 Prozent der Dresdner

Mit Wasser ist es so wie mit einer langjährigen Ehefrau. Erst wenn es weg ist, merkt man oft, wie wertvoll es war und wie sehr es fehlt. Der heutige Weltwassertag, der Ende 1992 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, möchte dieses Bewusstsein schärfen.

Denn gerade in unseren Breitengraden denkt kaum jemand darüber nach, welch großer Schatz das kühle Nass eigentlich ist, das wir täglich zum Duschen oder für die Klospülung benutzen.

Jeder Dresdner verbraucht nach Angaben der Drewag pro Tag durchschnittlich 96 Liter Wasser, was noch nicht einmal einer Normbadewanne entspricht, in die etwa 140 Liter passen. Im Vergleich zur Endphase der DDR ist das ein deutlicher Rückgang. Denn obwohl im Arbeiter- und Bauernstaat vieles knapp war, schien man sich wenigstens an der Reichhaltigkeit des Wassers zu erfreuen und verbrauchte stolze 250 Liter am Tag.

Einen wichtigen Beitrag zur Qualität des Dresdner Trinkwassers, das jeden Einwohner seit 1998 unverändert 2,14 Euro pro Kubikmeter kostet, leistet damals wie heute das seit September 1946 bestehende Wasserwerk in Coschütz. "Bis zu 70000 Kubikmeter Wasser aus den Talsperren Klingenberg und Lehnmühle werden hier täglich aufbereitet", sagt der Chef der Dresdner Wasserwerke, Michael Weiß. Damit stellt das Werk in der Kohlenstraße 60 Prozent der gesamten Dresdner Trinkwassermenge zur Verfügung. Die restlichen 40 Prozent verteilen sich auf die Elbwasserwerke in Tolkewitz und Hosterwitz.

Obwohl es ungünstig wäre, wenn die Werke - beispielsweise durch einen Stromausfall - lahmgelegt werden würden, ist dennoch für den Notfall bestens vorgesorgt. Ein Netz von 39 Hochbehältern in ganz Dresden sichert die Versorgung für mindestens einen Tag. Der größte Behälter befindet sich im Räcknitzpark. Er hat ein Volumen von 60000 Kubikmetern, das sind 60 Millionen Liter, und dient neben der Vorsorge für Havarien auch dazu, Verbrauchsschwankungen im Laufe des Tages auszugleichen.

Damit das Wasser den hohen Anforderungen der Trinkwasserverordnung genügt, durchläuft es im Wasserwerk einen dreistufigen Prozess. Zunächst passiert es in der 80 Meter langen und 36 Meter breiten Filterhalle, die durch ihre Bauweise mit Haupt- und Seitenschiff wie eine Kirche anmutet, 20 Filter. Mit Hilfe von Sandkörnern, die zwischen einem und 1,6 Millimeter groß sind, werden organische Stoffe wie Aluminiumspuren, Mangan und Eisen herausgefiltert. Damit das auch gelingt, muss zuvor noch ein sogenanntes Flockungsmittel hinzugegeben werden, das dafür sorgt, dass die Stoffe sich vom gelösten in einen ungelösten Zustand verwandeln.

Nach dieser Prozedur muss das Wasser mit Hilfe von Kalk noch aufgehärtet und obendrein mit Kohlensäure versetzt werden. "Dieser Schritt ist notwendig, weil das Wasser aus den Talsperren später im Leitungsnetz mit dem aus den Grundwasserwerken an der Elbe zusammenkommt, das einen anderen Härtegrad hat", so Weiß. Würde man die Härtegrade nicht angleichen, bestünde die Gefahr, dass die Leitungsrohre verkalken oder zersetzt werden, betont der 50-jährige Diplomingenieur.

Zuguterletzt wird noch Chlor an das Wasser gegeben. Obwohl das manchmal ein wenig riecht, stellt es sicher, dass hygienisch alles unbedenklich ist.

Um dennoch auf Nummer sicher zu gehen, nehmen Mitarbeiter des Wasserwerks obendrein täglich Proben, wenn das Wasser das Werk verlässt. Bis zu 9000 Proben werden im Jahr entnommen. Hinzu kommen noch die Messwerte von 250 Probestellen im gesamten Stadtgebiet.

Bleibt noch die Frage, was mit dem Schlamm geschieht, der herausgefiltert wurde. Wer denkt, dass er weggeworfen wird, der irrt. "Der Schlamm kann in ehemaligen Braunkohletagebauen in der Lausitz für die Rekultivierung verwendet werden. Die organischen Stoffe eignen sich gut, um den Boden zu verbessern", sagt Michael Weiß.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.03.2013

Stephan Hönigschmid

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